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KREMS. Die Kremser Volkshochschule ist überschuldet. Um die Gefahr einer Schließung abzuwenden, fordern Vertreter der Bildungseinrichtung eine Finanzspritze von der Stadt. Erste Verhandlungen verliefen aufgrund der städtischen Budgetsanierung ohne Erfolg, jetzt soll es weitere Gespräche geben.

Nahmen bei der Generalversammlung zur aktuellen Situation Stellung (v. l.): Kassier Hans Wondraczek, die Gemeinderätinnen Jasmina Brdaninovic (SPÖ) und Dorothea Renner (ÖVP), Vorsitzender Hans Angerer und sein Stellvertreter Oskar Schild. Rechnungsprüfer Jochen Auer und Geschäftsführer Leo Faltus. Foto: Brandt

Ständig steigende Betriebskosten haben die Kremser Volkshochschule (VHS) in eine finanzielle Schieflage gebracht. Laut Kassenbericht hat die als Verein geführte Bildungseinrichtung im Jahr 2014 ein Minus von knapp 22.600 Euro erwirtschaftet, im vergangenen Jahr lag der Verlust bei rund 15.600 Euro. Für 2016 rechnet Kassier Hans Wondraczek sogar mit einem Minus in Höhe von 30.000 Euro.

„Ordentlich gewirtschaftet“

Bei der Generalversammlung betonen die Vorstandsmitglieder mehrfach, „ordentlich gewirtschaftet“ zu haben. Sie verweisen auf deutlich höhere Personalkosten durch eine zunehmende Professionalisierung der Einrichtung sowie eine gravierende Mieterhöhung für die Räumlichkeiten im Fellnerhof. Weiters sei der Betreuungs- und Verwaltungsaufwand – insbesondere bei den Deutschkursen und Kursen mit anerkannten Abschlusszertifikaten – massiv gestiegen.

Frist von 60 Tagen

Rechnungsprüfer Jochen Auer spricht von einer leichten Überschuldung. Der Vorstand habe nun zu prüfen, ob eine positive Fortbestehensprognose getroffen werden kann. Wenn dies nicht der Fall sei, müsste innerhalb von 60 Tagen ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Bis zu 50.000 Euro nötig

Die Vertreter der Volkshochschule sehen momentan nur eine Lösung: Eine deutliche Aufstockung der jährlichen Fördermittel seitens der Stadt Krems. Vorsitzender Hans Angerer berichtet hier von ersten Gesprächen mit Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) und Vizebürgermeister Wolfgang Derler (ÖVP) im September 2015, die jedoch im Hinblick auf die städtische Budgetkonsolidierung ergebnislos verlaufen sein. Kassier Hans Wondraczek beziffert die für 2016 benötigte Extrasumme auf 40.000 bis 50.000 Euro.

Gegen höhere Kursgebühren

Diskutiert wurde bei der Generalversammlung unter anderem über die Frage, ob sich die Situation durch eine Erhöhung der Kursgebühren entschärfen lässt. Dies wurde jedoch von mehreren Mitgliedern abgelehnt. „Ich bin mir sicher, dass die Leute bei einer Preiserhöhung nicht mehr kommen würden“, meint eine Dame. Laut Geschäftsführer Leo Faltus wird die VHS jährlich von rund 3000 Hörern besucht.

„Fahren gegen die Wand“

„Es läuft auf eine einzige Frage hinaus: Will die Stadt eine Volkshochschule?“, meint stellvertretender Vorsitzender Oskar Schild. „Die Stadt weigert sich seit Monaten eine Entscheidung zu treffen. Ich bin als Funktionär nicht bereit die finanziellen Risken zu tragen“, so Schild weiter. „Wenn sich die Stadt jetzt nicht entschließt, dann fahren wir gegen die Wand“.

„Eine Art Erpressung“

Als „eine Art Erpressung“ bezeichnet ÖVP-Gemeinderätin Dorothea Renner die Forderung der Vereinsführung. Die Situation sei nicht so einfach zu lösen, erklärt Renner mit Blick auf die ebenfalls angespannten Stadtfinanzen. „Wir können nichts dafür, dass die Stadt ein Doppelbudget beschlossen hat. Wir wollen nicht erpressen, sondern sagen, wie die Situation ist“, entgegnet Vorsitzender Angerer.

Resch kündigt Gespräche an

„Die VHS ist eine sehr wichtige Bildungseinrichtung in der Stadt Krems, sie leistet über Jahrzehnte großartige, vielfältige und leistbare Bildungsarbeit für alle. Nicht zuletzt deswegen unterstützt die Stadt die VHS seit Beginn finanziell mit einem namhaften Betrag“, erklärt Bürgermeister Reinhard Resch auf Anfrage. „Wir werden von unserer Seite alles tun, um eine Weiterführung zu ermöglichen. Derzeit laufen Gespräche mit dem Land und wir werden uns nach Ostern wieder zusammensetzen“, so der Stadtchef weiter. Es sei aber nicht Aufgabe der Stadt, die VHS selbst zu führen.


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Kremser
Kremser
23.03.2016 17:17

Frau Renner und Herr Resch

beschließen somit unisono im Koalitionsgleichklang das Ende der Kremser Volksbildungsanstalt! Sie ÖAAB ( wenn es den in Krems überhaupt noch gibt) und er SPÖ ( und BSA Präsident im Bezirk), also beide zumindest irgendwie Unselbstständigen - und Bildungsvertreter. Beide haben in Sachen Doppelbudget 2016 / 17 ebenfalls im Koalitionsgleichklang vermeidbare Ausgaben gegen das Votum der Opposition in Millionenhöhe beschlossen. Andere Ausgaben werden wohl in einem Nachtragsbudget für 2016 / 17 ebenfalls von der Koalition nachträglich beschlossen werden. Warum nicht auch eine Summe die das Überleben der Institution Volkshochschule sichert! Es ist zu hoffen, dass sich die Politik eines Besseren besinnt!