Millionenpaket fürs Waldviertel
KREMS. Das Land Niederösterreich will in den kommenden Jahren nochmals kräftig in das Waldviertel investieren. Das Geld soll vor allem in die Förderung von Tourismus und Wissenschaft sowie in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Bei einer Pressekonferenz in Krems gab Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Mittwoch einen Überblick über die Maßnahmen, die in den kommenden Jahren für das Waldviertel geplant sind.

Im „Waldviertel hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan“, bilanzierte Landeshauptmann Erwin Pröll im Rahmen einer Pressekonferenz zum Regionstag der Landes-ÖVP für das Waldviertel in Krems. Die Region habe „einen unglaublichen Aufholprozess hinter sich“ und „die Trendwende geschafft. Pröll zufolge ist das Waldviertel mittlerweile keine Abwanderungsregion mehr: „2015 ist die Bevölkerungszahl deutlich gestiegen.“ Auch das Bruttoregionalprodukt sei in den Jahren 2000 bis 2013 um 45 Prozent gestiegen – für Pröll „eine gute Grundlage für die nächsten Jahre.“
Investitionsprogramm beschlossen
Um die positive Entwicklung der Region weiter voranzutreiben, habe man im Juni ein 275 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm für das Waldviertel beschlossen. Diese werde nun Schritt für Schritt umgesetzt. Dabei gebe es vor allem um die drei Schwerpunktthemen Tourismus, Wissenschaft und Infrastruktur.
660 Millionen Euro für Franz-Josefs-Bahn
Im Bereich der Infrastruktur liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Ausbau der Franz-Josefs-Bahn, welche laut Pröll in den vergangenen Jahrzehnten ein „stiefmütterliches Dasein fristete“. Nun bekomme sie eine neue Chance: In die in den kommenden Jahren sollen insgesamt rund 660 Millionen Euro in den Ausbau der Bahnstrecke fließen, was Pröll zufolge einen „unglaublichen Kick für das Waldviertel“ bedeuten könnte. Konkret sollen ab Dezember vier neue „Cityjet“-Garnituren auf der Strecke zum Einsatz kommen, 2017 sollen weitere vier neue Garnituren folgen. Mittelfristig setze man auf eine Verknüpfung mit der neuen Westbahn-Strecke, so dass das Waldviertel auch besser an den Wiener Flughafen angebunden sei. Längerfristig seien eine Streckenmodernisierung und die Direktanbindung der Stadt Horn an die Franz-Josefs-Bahn vorgesehen.
Ausbau der Hauptverkehrsachsen
Im Straßenbau stehen für die Landes-ÖVP die beiden Achsen Wien-Stockerau-Horn-Gmünd sowie Krems-Zwettl-Vitis im Vordergrund. In beide Strecken habe man in den vergangenen Jahren jeweils rund 160 Millionen Euro investiert und damit die Sicherheit erhöht und die Fahrzeiten verkürzt, berichtete der Landeshauptmann. In den kommenden Jahren werde man nochmals 140 Millionen Euro in beide Strecken investieren. Pro Jahr solle ein Bauprojekt realisiert werden.
Breitband-Internet für 21.000 Haushalte
Im Hochwasserschutz seien im Waldviertel derzeit 20 Projekte in Bau, bis 2023 sollen Pröll zufolge 25 weitere Projekte folgen. Auch das Highspeed-Internet soll ausgebaut werden. „Wir investieren 38,5 Millionen Euro, bis 2018 werden 21.000 Haushalte einen Anschluss ans Breitband vorfinden“, erklärte Pröll.
Landesausstellung als Impulsgeber
Große Chancen sieht die Landes-ÖVP außerdem für das Waldviertel im Tourismus, in den ebenfalls weiter investiert werden soll. In den vergangenen fünf Jahren habe es im Waldviertel ein Nächtigungsplus von 2,1 Prozent gegeben, in der Wachau sogar von neun Prozent, informierte Pröll. Große Erwartungen werden in die Landesausstellung gesetzt, die kommenden April im Schloss Pöggstall eröffnet wird. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, rund 23 Millionen Euro werden in die Renovierung des Schlosses, in Begleitprojekte und in infrastrukturelle Maßnahmen investiert“, berichtete Pröll.
Waldviertel stark im Gesundheitstourismus
Eine weitere wichtige Säule im Waldviertel sei der Gesundheitstourismus: „30 Prozent aller Nächtigungen erfolgen diesem Bereich.“ Mit dem Moorbad Harbach, Gmünd, Groß Gerungs, Ottenschlag, Traunstein und Gars am Kamp habe das Waldviertel hier bereits ein sehr gutes Angebot. Durch den umfangreichen Ausbau des „Nuhr Medical Centers“ in Senftenberg gebe es „einen zusätzlichen wesentlichen Impuls für das Waldviertel“.
Krems als Kultur Hotspot
In Sachen Kulturtourismus verwies Pröll auf Bau der Landesgalerie Niederösterreich in Krems. 35 Millionen Euro werden hier investiert, die Dachgleiche soll im nächsten Sommer stattfinden, die Eröffnung ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. „Derzeit zählen wir auf der Kunstmeile Krems rund 120.000 Besucher pro Jahr, wir sind überzeugt, dass wir mit diesem nächsten Schritt 150.000 bis 160.000 Besucher erreichen können“, so der Landeshauptmann.
500 Millionen für die Forschung
Zuguterletzt soll das Waldviertel noch mehr von der Nähe zum Wissenschaftsstandort Krems profitieren. Rund 600 Millionen Euro habe das Land Niederösterreich in den vergangenen Jahren bereits in die wissenschaftliche Infrastruktur investiert, bis 2020 werden weitere 500 Millionen folgen, sagte Pröll. Der Campus Krems, der mittlerweile über 10.000 Studenten zähle, biete „ein perfektes Forschungsambiente“ und strahle auf das ganze Waldviertel aus. Als Beispiele nannte Pröll hier die Kooperation der Donau-Universität Krems mit dem Moorbad Harbach oder - in weiterer Folge – die Zusammenarbeit zwischen der Donau-Universität, der neuen Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems und dem „Nuhr Medical Center“ in Senftenberg.


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