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Mieterhöhung für Kremser Volkshochschule sorgt weiterhin für Diskussionen

Claudia Brandt, 30.06.2017 13:27

KREMS. Der Fellnerhof in der Fußgängerzone, Sitz der Kremser Volkshochschule, wird in den Sommermonaten saniert. Unterdessen kämpft die Bildungseinrichtung immer noch mit Geldsorgen, die unter anderem durch eine unerwartete Mieterhöhung entstanden sind. Vermieter-Vertreter Dieter Placer klärt im Gespräch mit Tips über die Hintergründe auf.

  1 / 2   VHS-Geschäftsführer Leo Faltus (r.) und Steuerberater Dieter Placer, der die Interessen der Vermieterin vertritt, informieren über die aktuelle Situation der VHS. Foto: Brandt

Seit Jahrzehnten bereits hat die Kremser Volkshochschule (VHS) ihren Sitz mitten in der Innenstadt im historischen Fellnerhof. An dessen Fassade ist der Zahn der Zeit nicht spurlos vorübergegangen, so dass das Gebäude ab Juli saniert wird. Im August soll die Fassade schließlich wieder in neuem Glanz erstrahlen. Nicht gelöst sind hingegen die finanziellen Probleme der Bildungseinrichtung, die von einem Verein getragen wird. Eine unerwartete Mieterhöhung sowie steigende Personalkosten hatten die VHS 2016 in eine finanzielle Schieflage gebracht. Dank zweier Großspender hat sich laut Geschäftsführer Leo Faltus die Lage zwar deutlich entspannt, eine nachhaltige Lösung fehle jedoch.

Fellnerhof in Privatbesitz

Der Fellnerhof selbst gehörte einst drei Damen, von denen zwei bereits verstorben sind. Die verbliebene Eigentümerin, Inge Malak, ist gesundheitlich angeschlagen und lebt in einem Pflegeheim. Im Jahr 2013 hat der Kremser Steuerberater Dieter Placer die Sachwalterschaft übernommen und vertritt seither die Interessen der Dame.

Miete wurde nie angepasst

Placer zufolge wurde der Mietvertrag mit der VHS vor 25 Jahren abgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt an sei die Miete nicht mehr erhöht worden und es wurden auch keinerlei Betriebskosten verrechnet. „Die VHS ist von den drei Damen jahrelang exorbitant gefördert worden“, berichtet Placer. Er habe Miete und Betriebskosten schließlich auf das ortsübliche Niveau angehoben. „Es war kein Mietwucher“, betont der Steuerberater. Placer begründet diesen Schritt unter anderem damit, dass in den Fellnerhof auch investiert werden muss. Seit dem Jahr 2013 seien bereits 300.000 Euro in das Gebäude geflossen. Die Kosten für die bevorstehende Fassadensanierung beziffert er mit rund 75.000 Euro.

Ruf nach höherer Förderung

Durch die Mietanpassung stieg die jährliche Belastung für die VHS um 22.000 Euro. „Die hätten wir nun gerne von der Stadt“, erkärt Leo Faltus. Denn es gebe eine Vereinbarung, wonach die Stadt für Miete und Betriebskosten aufkommt. Aktuell erhält die Einrichtung jährlich 82.000 Euro an Subventionen von der Kommune. „Nach letztem Stand braucht die VHS eine zusätzliche Förderung für 2017, das ist grundsätzlich akkordiert“, erklärt der zuständige Vizebürgermeister Wolfgang Derler (ÖVP). Ein entsprechender Beschluss stehe jedoch noch aus.


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