Tips-Zeitreise KW 39 – 2012 Ein Laakirchner, der Chillis zum Frühstück nascht
LAAKIRCHEN. „Geschmacksnerven wie Drahtseile“ lautete vor vier Jahren eine Überschrift in den Tips Gmunden. Dahinter versteckte sich ein Portrait des Laakirchner „Scharf-Ess-Vizemeisters“ Jens Baumgartner.

Reine Neugier sei es gewesen: „Ich wollte einfach wissen, wie so ein Bewerb wirklich ist. Schauen, wie weit ich komme“, so Jens Baumgartner im Tips-Gespräch. Der „Bewerb“ war die Scharf-Ess-Meisterschaft im südsteirischen St. Nikolai: 13 Teilnehmer aus ganz Österreich, darunter zwei Frauen, mussten über sechs Runden immer schärfer werdende Speisen zu sich nehmen, zubereitet von einem Koch mit dem bedrohlichen Beinamen „der Scharfmacher“.
Dazwischen extrascharfes „Spezialbier“
Den Anfang machte Currywurst mit einem Teelöffel einer Sauce, die einen Schärfegrad von 220.000 Scoville aufweist. Zum Vergleich: Handelsübliche Tobascosauce hat zwischen 2500 und 5000 Scoville. Was anderen schon den Atem rauben würde, war jedoch nur das Aufwärmprogramm. Mit jedem Gang nahm die Schärfe zu, dazwischen gab es ein Spezialbier mit 300.000 Scoville.
„Die schärfste Substanz der Welt“ war dann doch zu viel
Nach fünf Runden waren noch drei Teilnehmer im Rennen - darunter Wettbewerbs-Novize Baumgartner. Zum Finale gab es dann „die schärfste Substanz der Welt“, nahezu hundertprozentiges Capsaicin mit einem Scoville-Wert von über 15 Millionen. Hier war dann auch für die drei Besten die Grenze des Erträglichen erreicht: Einer nach dem anderen musste den Kampf beenden. Jens Baumgartner hielt sich fast bis zum Schluss und wurde am Ende nur vom Titelverteidiger Bernhard Stumpfl geschlagen.
Training mit Chillis, Käse zur Magenschonung
Mit ein Grund für den Erfolg Baumgartners war sicher sein „Trainingsprogramm“: In den Wochen vor dem Bewerb gab es schon zum Frühstück Chillis, unmittelbar vor dem Wettkampf Käse, Milch und Kakao zur Magenschonung. Diese Hilfsmittel waren allerdings während des Bewerbs streng verboten - hier gab es nur Toastbrot und Wasser. Bei diesem hielt sich Baumgartner jedoch zurück - aus gutem Grund: „Wasser verstärkt nur die Schärfe“, so sein Tipp zum Abschluss.


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