Hochwasserschutz in Langenlois lässt Wogen hochgehen: Anrainer machen ihrem Ärger Luft
Langenlois. Bei der Infoveranstaltung zum geplanten Hochwasserschutz am Loisbach ging es teilweise heiß her. Zahlreiche Anrainer machten ihrem Ärger über stark gesunkene Grundstückswerte Luft. Hochwasserschutz-Befürworter mahnten zur Sachlichkeit und Bürgermeister Hubert Meisl (ÖVP) versprach, dass man an der Umsetzung des Bauprojekts dran bleiben würde.

Mit teils harschen Worten aus dem Publikum in Richtung Stadtregierung fand eine Infoveranstaltung zum Hochwasserschutz in Langenlois im Arkadensaal statt. Bürger hatten 130 Unterschriften gesammelt, um nach der Fertigstellung des Zöbinger Hochwasserschutzes nun auch die Pläne zur Sicherung des Loisbachs voranzutreiben. Der kleine Bach fließt von der Oberen Stadt kommend durch den Ortskern und kann bei starken Unwettern zu einem reißenden Strom mit großem Zerstörungspotenzial anschwellen. In der Langenloiser Geschichte kam es laut Augenzeugenberichten aus dem Publikum immer wieder zu solchen Hochwasserereignissen.
Priorität bei Donau und Kamp
Um die Bewohner über den aktuellen Stand zu informieren, luden Bürgermeister Hubert Meisl und Baudirektor Erich Obkircher mit Andreas Pichler und Alfred Kahrer zwei Vertreter der Abteilung Wasserbau vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung ein. Kahrer stellte klar, dass bei Projekten dieser Größenordnung 80 bis 90 Prozent der Kosten von Bund und Land getragen werden. Dass mit dem Bau des Hochwasserschutzes beim Loisbach noch nicht begonnen wurde, obwohl ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2008 vorliegt, sei darauf zurückzuführen, dass Bund und Land der Sicherung von Donau und Kamp Priorität eingeräumt hatten. Mittlerweile ist Kahrer zufolge die erste Phase der Planungsarbeiten abgeschlossen.
„Keine Bauverpflichtung“
Aus dem Publikum kam darauf der Einwand, dass sich die Ausführungen so anhörten, als ob man bei den Planungen fast zehn Jahre später noch immer in den Kinderschuhen stecke. Kahrer entgegnete, dass es keinerlei Verpflichtung gebe, einen Hochwasserschutz zu errichten und dass man auf die Verfügbarkeit der Mittel angewiesen sei. Bürgermeister Meisl stellte jedoch klar: „Wir von der Gemeinde sind fest entschlossen, diesen Hochwasserschutz voranzutreiben“.
Vorwurf der „Lügenpolitik“
Als man nach den allgemeinen Erklärungen schließlich Fragen der Bürger zuließ, gingen die Wogen endgültig hoch. Der ehemalige Langenloiser Arzt Erich Haiderer warf der Stadtregierung vor „Lügenpolitik“ zu betreiben, „um eine künstliche Hochwassergefahr zu erzeugen“. Nach dem Hochwasser von 2002 habe sein Grundstück drastisch an Wert verloren und sei mit einer Bausperre versehen worden. Weitere Anrainer, deren Grundstücke nach 2002 auf einmal ebenfalls in einer erhöhten Hochwassserrisikozone lagen, berichteten von ähnlichen Erfahrungen. So schilderte Dietmar Plesnicar, dass er für seine Kinder ein benachbartes Grundstück erworben hätte, damit diese dort bauen können. Aufgrund der Bausperre wäre dies nicht mehr möglich, „obwohl das Gebiet noch nie von Hochwasser betroffen war“. Alfred Kahrer entgegnete, dass es sich bei diesen Gefährdungszonen um rein statistische Werte handle, die „natürlich im Zuge des Jahrtausendhochwassers von 2002 völlig neu bewertet wurden“.
Meisl: Bilanz in einem Jahr
„Es haben 130 Personen ihre Unterschrift abgegeben, weil wir diesen Hochwasserschutz beim Loisbach wollen. Verlieren wir das eigentliche Thema nicht aus den Augen“, mahnte schließlich ein Zuhörer. Der Bürgermeister schlug vor, sich in einem Jahr noch einmal zusammen zu setzen, um gemeinsam zu besprechen, was sich bis dahin getan hat. Zum Abschluss betonte er noch: „Ich versichere Ihnen, dass die Pläne zum Hochwasserschutz Loisbach bis zu seiner Fertigstellung nicht mehr vom Schreibtisch von Baudirektor Obkircher wegkommen“.


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