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LASBERG. Erneut aufgeflammt ist die Diskussion rund um die Hausapotheke des derzeit noch diensthabenden Gemeindearztes Helmuth Czekal. Ein starres Gesetz soll die Weiterführung der Hausapotheke nach der Pensionierung des Arztes nicht mehr ermöglichen.

Ab einer Distanz von sechs Kilometern zur nächsten öffentlichen Apotheke wäre eine Hausapotheke möglich. Im Fall Lasberg wird die Distanz um 36 Meter unterschritten. (Symbolfoto: Denise/Pixelio.de)

„Wir brauchen dringend eine schnelle Lösung in dieser Sache“, betont Bürgermeister Josef Brandstätter die Wichtigkeit der Erhaltung der Hausapotheke in Lasberg. „Diese Apotheke ist so wichtig für unsere Bürger. Gerade Familien oder Senioren wollen nach einem Arztbesuch nicht nochmal einen weiten Weg zur Apotheke zurücklegen.“

Der bisherige Gemeindearzt Helmuth Czekal wird mit 1. Juli in Pension gehen. Ob jemand beziehungsweise wer die Ordination weiterführen wird, ist noch nicht geklärt. „Ohne Hausapotheke wird sich kein Nachfolger finden“, betont Czekal. „Um den Erhalt zu verwirklichen, wäre eine Gesetztesnovelle erforderlich.“ Derzeit werden keine Hausapotheken genehmigt, wenn die Distanz zur nächsten öffentlichen Apotheke unter sechs Kilometer beträgt.

Die Entfernung wurde über den Marktbereich berechnet. „Wir wollen bewirken, dass der Weg über die Umfahrung berechnet wird, was ja die Hauptstrecke für den Verkehr und der schnellste Weg ist. Außerdem ist der Markt durch diverse Veranstaltungen öfter besetzt, daher wäre die Berechnung über die Umfahrung die beste Lösung“, betont Lasbergs Bürgermeister. Somit wäre die Sechs-Kilometer-Grenze kein Problem mehr. Bürgermeister Josef Brandstätter brachte die Thematik bereits bei Vizekanzler Reinhold Mitterlehner bei dessen Besuch sowie bei Landeshauptmann Josef Pühringer ein.

Das Gesetz muss im Parlament behandelt und geändert werden. Auch eine Petition mit rund 1000 Unterschriften wurde vor einiger Zeit gestartet. „Wir sind auch mit der Bezirkshauptmannschaft im Gespräch, ob es andere verkehrstechnische Möglichkeiten gäbe“, erklärt Brandstätter. Dass dieses Problem nicht nur Lasberg betrifft, zeigen weitere Beispiele in ganz Österreich. „Es wäre so einfach. Es bräuchte nur einen Nationalratsbeschluss, dass bestehende Hausapotheken bleiben dürfen“, sagt Czekal. Auf eine Zusicherung der Apothekerkammer, dass es nach Übernahme der Ordination keine Probleme mit der Hausapotheke geben würde, will sich der Arzt nicht verlassen: „Es muss eine Rechtssicherheit geben!“

Auch Ulrike Schwarz, Gesundheitssprecherin der Grünen OÖ, hat das Thema ärztliche Nahversorgung in einer kürzlich verschickten Aussendung aufgegriffen. „Die Diskussion um die Hausapotheken – jetzt in Lasberg – zeigt den dringenden Handlungsbedarf auf Bundesebene. Es ist besonders im ländlichen Raum nicht immer möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem eigenen Auto in die nächstgelegene Stadt zu gelangen. Die Hausapotheken sind der entscheidende Nahversorger besonders für ältere Menschen und daher eine unabdingbare Notwendigkeit“, schreibt Schwarz. Auch Brandstätter appelliert an alle politischen Verantwortlichen und Beamten, schnell zu handeln. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen.“

Auch auf sozialen Netzwerken hat sich bereits eine Gruppe „pro Hausapotheke Lasberg – Dr. Czekal“ gebildet und die Feuerwehr Lasberg veröffentlichte ein Statement über die dringend notwendige Nahversorgung bei Ernstfällen (mehr: tips.at). Übrigens: Nicht immer war der Bannkreis rund um die öffentliche Apotheke so groß. Bis 2006 gab es die Übergangsregelung von vier Kilometern.


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