Gemeinde Lasberg wehrt sich gegen Abtrag von 4500 Lastwagen-Fuhren voll Humus
1300 Personen haben bislang die Unterschriftenliste gegen einen großflächigen Abtransport von 45.000 m³ Humus von einer Fläche in Pilgersdorf durch die Asfinag unterzeichnet. Seit zwei Jahren kämpft die Gemeinde gegen das Projekt an, mittlerweile sind die rechtlichen Mittel ausgeschöpft.

Die Causa füllt am Gemeindeamt Lasberg bereits mehrere Ordner mit Korrespondenzen und Gutachten. Die Asfinag hat von einem Landwirt eine 6,7 Hektar große Fläche in Pilgersdorf erworben, um eine ökologische Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen im Zuge der S10 zu schaffen, sprich eine Magerwiese, oder – in schöneren Worten – eine „Blumen- und Schmetterlingswiese“.
Asfinag will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
„Das ist eine Auflage aus dem UVP-Verfahren, die wir zu erfüllen haben. Gleichzeitig wollen wir, wenn wir Geld investieren, auch einen Nutzen davon haben. Deshalb werden wir den Humus und Unterboden abtragen und ihn für die Rekultivierung von Geländemodellierungen entlang der S10 verwenden“, sagt Franz Sempelmann von der Asfinag. „Der Humus bleibt in Lasberg und den angrenzenden Gemeinden.“ Durch den Humusabtrag ist die Magerwiese auch schneller angelegt, als diese durch natürliche Weise entstehen würde – etwa durch Verzicht auf Dünger und nur einmalige Mahd.
Widerstand in der Gemeinde Lasberg
Und genau dagegen regt sich in der Gemeinde Lasberg seit zwei Jahren massiver Widerstand. „Der Plan, Humus in großem Stil, nämlich 4500 LKW-Fuhren, wegzukarren hat in der Gemeinde die Emotionen hoch gehen lassen“, weiß Amtsleiter Christian Wittinghofer. „Viele Gemeindebürger, allen voran die Ortsbauernschaft, fürchten die Abschwemmungsgefahr und dass die Speicherfähigkeit des Bodens bei extremen Niederschlägen verloren geht“, sagt Wittinghofer.
Einspruch abgewiesen
Die Errichtung einer Baustraße samt Behelfsbrücke über die Feistritz suchte die Gemeinde zu verhindern. In der Naturschutzfachlichen Stellungnahme von Thomas Nedwed, Bezirksbeauftragter für Natur- und Landschaftsschutz, heißt es jedoch: „In Hinblick auf die naturschutzfachliche Qualität der beanspruchten Flächen für die Baustraße und die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 Monaten werden keine wesentlichen – insbesondere keine dauerhaften – Eingriffe in Naturhaushalt und Landschaftsbild erwartet.“
Letzter Stand der Dinge: Die Beschwerde des Gemeindevorstandes gegen die wasserrechtliche Bewilligung der Feistritzüberfahrt wurde vom oberösterreichischen Landesverwaltungsgerichtshof als unbegründet abgewiesen. Damit sind alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft, mit der von der Ortsbauernschaft organisierten Unterschriftenaktion will die Gemeinde jedoch noch einmal aufzeigen, dass sie das Feld nicht kampflos räumt.
Idee einer „Boden-Börse“ findet keinen Anklang
Dem Vorschlag von Bürgermeister Josef Brandstätter, die Asfinag möge im Rahmen einer „Bodenbörse“ Überschussmaterial wie etwa von der Park & Ride Anlage Freistadt-Süd verwerten, kann Sempelmann nichts abgewinnen: „Das sind ja nur ein paar Teelöffel voll.“ Es werde endlich Zeit, dass der Abtrag beginnen kann. „Bis 30. Juni 2017 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.“


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