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LASBERG. Scharfer Protest gegen die Aussagen von S 10- Projektleiter Franz Sempelmann im Tips-Interview kommt von der Ortsbauernschaft Lasberg: In einem offenen Brief macht Obmann Herbert Reindl dem Unmut der Bauernschaft Luft.

Mit der Errichtung der Baustellenzufahrt wird die Asfinag dieser Tage beginne. Foto: Gemeinde Lasberg

„Im UVP-Verfahren wurde die betreffende Fläche als ökologische Ausgleichsfläche in Form einer Extensiv-/Magerwiese geplant. Nicht geplant war hingegen der Abbau von Humus und des Zwischenbodens, da eine Magerwiese üblicherweise durch extensive Bewirtschaftung (...) angelegt wird“, heißt es in dem offenen Brief an Franz Sempelmann. Kritisiert wird außerdem, dass Humus vom Bau der S 10 auf Böschungsflächen und überdeckten Unterflurtrassen aufgebracht und damit laut Ortsbauernschaft verschwendet wurde. „Das ist mitunter ein Grund, dass jetzt ein Humusmangel besteht“, formuliert es Reindl. Erneuert wird in dem Brief die Forderung nach einem Verzicht des Humusabtrages in Pilgersdorf. „Bei einem entsprechenden Willen und einem ökologischen Denken, was von den Landwirten täglich verlangt wird, soll dies möglich sein.“ Besonders bedauern die Bauern, dass „zigtausende Kubikmeter Überschussmaterial bei den Straßenbaumaßnahmen an der B 38 und bei den Betriebsbaumaßnahmen im Raum Freistadt auf Nicht-Asfinag-Flächen verfrachtet und deponiert worden seien.

Von der auf Lasberger Betreiben hin mit dem Fall befassten Volksanwaltschaft heißt es mittlerweile, dass die wasserrechtlichen Bewilligungen für den Humusabtrag ausreichend und nicht gesetzeswidrig seien. Umwelt- und naturschutzrechtlich relevante Fakten werden noch geprüft, sagt Bürgermeister Josef Brandstätter.

 

Der offenen Brief im vollen Wortlaut:

Offener Brief an den Herrn DI Franz Sempelmann, ASFINAG, S10-Projektleiter

Sehr geehrter Herr DI Sempelmann,

bezugnehmend auf den Artikel in Tips, Ausgabe KW 10, 08.03.2017, beabsichtigt die Asfinag im April 2017 mit dem Abtrag und Abtransport von Humus und des Zwischenbodens auf einer Fläche von 9,20 ha guten Ackerbodens in Pilgersdorf, Gemeinde Lasberg. Die Ortsbauernschaft Lasberg protestiert in aller Schärfe gegen dieses Ansinnen und begründet dies wie folgt:

Im UVP-Verfahren wurde die betreffende Fläche als ökologische Ausgleichsfläche in Form von einer Extensiv-/Magerwiese geplant. Nicht geplant war hingegen der Abbau von Humus und des Zwischenbodens, da eine Magerwiese üblicherweise durch extensive Bewirtschaftung, wie Düngverbot/-verzicht, 2-malige späte Mahd und Abtransport des Mähgutes angelegt wird.

außerdem führen Sie in dem Artikel an, dass dies auf einer Fläche von 9,2 ha passieren soll. Im Plan der Asfinag vom Dez. 2014 ist von einer Magerwiesenfläche von 6,70 ha die Rede. Die unterschiedlichen Flächenangaben Ihrerseits sind bei einem so teuer und unsinnigen Projekt schon sehr verwunderlich.

Unrichtig ist weiters die Behauptung, dass kein Material währen des Straßenbaues verfrachtet und eingebaut wurde. Allen ist bekannt, dass sogenannte Geländemodellierungsflächen aufgeschüttet wurden. Eine sehr große Fläche sogar im Gemeindegebiet Lasberg, beim Köppl vlg. Kellerbauer in Manzenreith.

Zudem wurden teilweise die neuen Böschungsflächen und die überdeckten Unterflurtrassen wieder humusiert. Auch das entspricht nicht einer schlüssigen Vorgangsweise, weil diese Flächen Extensivflächen darstellen und eine landw. Bewirtschaftung nicht vorgesehen und daher die totale Humusierung kontraproduktiv ist.

Das ist mitunter ein Grund, dass jetzt ein Humusmangel besteht.

Frage an den Projektleiter:

- Wo war hier die ökologische Bauaufsicht tägig?

- Wo sind hier der Humus und Zwischenboden von 60 ha versiegelter Fläche hingekommen bzw. verbaut worden?

Daher geht diese Behauptung vollkommen ins Leere bzw. was hat die ökologische Bauaufsicht wirklich beaufsichtigt?

 Die Ortsbauernschaft Lasberg fordert daher die Anlage der ökologischen Ausgleichsfläche in Pilgerstorf nicht durch den Abbau von Humus und des Zwischenbodens, sondern durch eine natürliche Art und Weise vorzunehmen, und von dem gewaltigen negativen Eingriff in die Natur mit nicht abschätzbaren Folgen für die Umwelt, das Landschaftsbild und den Kosten für die öffentliche Hand abzusehen.

Bei einem entsprechenden Willen und einem ökologischen Denken, was von den Landwirten täglich verlangt wird, soll dies möglich sein.

Bezüglich dem Modellierungsmaterial und Humus fallen in nächster Zeit und in nächster Umgebung durch Bautätigkeiten große Materialmengen an. Beispielsweise werden hier der Gewerbepark Weissenböckhof, die Park&Rideanlage Freistadt, INKOBA Rainbach, Gewerbegebiet Pernau, angeführt. Im Rahmen einer Humus- bzw. Materialbörse könnte dies koordiniert werden und spart viele Hunderttausend Euro an Steuergeld.

Besonders bedauerlich ist, dass zigtausende Kubikmeter Üerschussmaterial (Humus und Zwischenboden) bei den Straßenbaumaßnahmen an der B 38 und bei den Betriebsbaumaßnahmen im Raum Freitadt auf NICHT-Asfinag Flächen verfrachtet und deponiert worden sind.

Herr Sempelmann, wir fordern Sie und Ihr Unternehmen, die ASFINAG auf, entsprechend der schriftlichen Mitteilung per Email vom 1. August 2016, die ökologische Auslgeichsmaßnahme Lasberg ohne Humusabtrag zu realisieren. In Erwartung einer Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Herbert Reindl

Ortsbauernobmann der Ortsbauernschaft Lasberg

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