Wertvoller Boden vergeudet: Stögmüller richtet parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Leichtfried
LASBERG. Der abgeschwemmte Boden in Lasberg, anlässlich der Errichtung der S10 (Humusabtrag), verärgert nicht nur Landwirte und Anwohner, sondern auch Politiker. Der Grüne Bundesrat David Stögmüller kündigt daher eine parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Leichtfried an.

„Kostbarer Boden ist weggeschwemmt, die Magerwiese ebenfalls, die Ackerflächen für Generationen verloren. Was bleiben sind die Kosten sowie Frust und Ärger der Bevölkerung von Lasberg. Hätte man deren Warnungen ernst genommen, wäre dieses Fiasko ausgeblieben. Ich will Aufklärung in diesem Fall und werde einfordern, dass bei künftigen Projekten sorgsamer vorgegangen und die wertvolle Ressource Boden nicht mehr vergeudet wird“, betont der Grüne Bundesrat David Stögmüller.
Fakt ist: Um im Zuge des S10-Baus eine ökologische Ausgleichsfläche zu schaffen, hat die Asfinag in Lasberg 45.000 Kubikmeter Erdreich von einer neun Hektar großen Ackerfläche abtransportiert. Ziel war eine artenreiche Magerwiese zu schaffen. Den gewonnenen Humus hat die Asfinag anderswo als Entschädigung für Grundablösen aufgetragen, in der Annahme doppelt positives zu bewirken. Aber das Gegenteil ist eingetreten: Starker Regen hat den aufgerissenen Boden der künstlich geschaffenen Magerwiese teilweise in einen Bach abgeschwemmt.
Stögmüller: „Diese Fakten können nicht einfach hingenommen werden. Ich will wissen, was das Ministerium zu tun gedenkt. Wann und wie werden die Schäden beseitigt, hat es bereits Gespräche gegeben? Was ist getan worden um Errosionsschäden vorzubeugen, was kostet das alles, gibt es ähnlich gelagerte Fälle und was lernt die Asfinag aus der Causa für künftige Projekte? Ich gespannt auf die Antworten.“
Kritik und Warnungen ignoriert – schonendere Ausgleichmaßnahmen wären möglich gewesen
Breite Unterstützung erhält Stögmüller durch die Grüne Gemeindesprecherin LAbg. Uli Böker und die Bezirkssprecherin der Grünen Freistadt, Christiane Jogna, die seit geraumer Zeit diese Ausgleichsmaßnahme scharf kritisieren.
„Der Fall zeigt, dass man mit der wertvollen Ressource Boden viel sorgsamer umgehen muss - insbesondere bei großen Bauprojekten. Eine behutsamere Ausgleichsmaßnahme wäre auch hier möglich gewesen. Man hätte eine Magerwiese auch ohne Humusabtrag schaffen und die Bodenstruktur erhalten können“, betont Böker, die bei künftigen Bauprojekten zusätzliche Maßnahmen einfordert. Dazu zählen Vermeidung von Humusverlusten durch genauer definierte Bauausschreibungen, eine verpflichtende Beiziehung eines bodenkundlichen Experten und einen Verzicht auf großflächigen Bodenabtrag von landwirtschaftlichen Flächen. Diese Forderungen haben die Grünen per Antrag in den Landtag eingebracht.
Jogna: „Es hat in der Gemeinde massiven Widerstand gegen diese Maßnahmen gegeben – natürlich auch durch uns Grüne. Aber man hat alle Bedenken in den Wind geschlagen mit den nun bekannten Folgen. Es ist einfach unverantwortlich die Zerstörung der Natur durch eine weitere Zerstörung von Natur ausgleichen zu wollen und dafür auch noch Steuergelder zu verwenden. Das muss den Verantwortlichen endlich bewusst werden. Natürlich sind wir sehr gespannt auf die Antworten des Verkehrsministers.“


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