Busenbrunnen nach zehn Jahren wieder ein Aufreger
LEONDING. Ursprünglich sollte Wein fließen, jetzt fließt nicht einmal mehr Wasser. Der „Busenbrunnen“ in Leonding ist schon seit längerer Zeit versiegt. Gerüchten zufolge soll er überhaupt abmontiert werden. Herbert Sperl, SP-Bürgermeister a.D., der den Brunnen damals aufstellen ließ, ist entsetzt.

Ein humorvolles Symbol, in Verbindung mit dem Weinanbau in Leonding − das sollte der Brunnen sein, als ihn Herbert Sperl 2007 im Rahmen des Rathausneubaues aufstellen ließ. In Anlehnung an das Original, das im italienischen Treviso steht. “Der Brunnen ist weder wertvoll noch ein Kunstwerk, aber als Symbol liegt er mir am Herzen“, sagt Sperl.
2007 hat Leonding angefangen, sich zur Weinbauregion zu entwickeln. Auch die Buschenschank am Gaumberg ist unter Herbert Sperl entstanden. „Im Rahmen eines großen Weinfestes hätte Wein aus den Brüsten fließen sollen“, so der Altbürgermeister. Doch dazu ist es nie gekommen. Denn zu dem großen Feste war er schon nicht mehr im Amt und Würden, sondern sein Nachfolger Walter Brunner, der auch heute noch Bürgermeister in Leonding ist. Obwohl Parteikollege, konnte man sich in dieser Sache nicht einigen.
„Seit einiger Zeit fließt nicht einmal mehr Wasser. Jetzt will mir der von mir als Nachfolger nominierte Walter Brunner mein persönliches Herzstück, den Busenbrunnen, abreißen“, ist Sperl enttäuscht. Brunner weilt derzeit im Urlaub und hat noch keine Stellungnahme abgegeben. Einer, der den Brunnen mit Handkuss nehmen würde ist Weinbauer Karl Velechovsky Senior. „Bevor er wegkommt, würde ich ihn gerne auf dem Weingut aufstellen. Aber natürlich hoffe auch ich, dass er hier vor dem Rathaus stehen bleibt. Er ist ja fast so etwas wie ein Wahrzeichen von Leonding geworden.“
Statement der Stadt Leonding
Seit Herbst 2015 ist der besagte Brunnen außer Betrieb, wobei eine Einwinterung im Oktober/November für solche Brunnen ohnehin Standard ist. Die Brunnenaktivität im Jahr beschränkt sich auf sieben Monate, das ergibt dennoch einen hochgerechneten Trinkwasserverbrauch von 450 bis 500 Kubikmeter Wasser. (Zum Vergleich: Der Durchschnittsverbrauch von Trinkwasser einer Person im Haushalt beträgt etwa 50 Kubikmeter pro Jahr)
„Bei beiden Brunnen im Leondinger Stadtzentrum würde Trinkwasser von der Leitung direkt in den Kanal fließen, deshalb sind sie beide nicht in Betrieb. Ein verschwenderischer Umgang mit der Ressource Trinkwasser widerspricht der Haltung der Stadt Leonding, die im März 2014 als Energiespargemeinde-Gemeinde (E-GEM) zertifiziert wurde. Wir möchten hier Vorbild sein, was den Umgang mit Wasser angeht. Ein Abriss des Brunnens ist zur Zeit kein Thema“, sagt Vizebürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek.


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