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Linz/OÖ. Die Diskussion über steigende Behandlungs- und OP-Wartezeiten in Oberösterreichs Spitälern gibt es schon länger, nun liegen aktuelle landesweite Zahlen auf dem Tisch, die gerade im Zentralraum für Sorgenfalten sorgen werden.

Auch der Landesrechnungshof fordert eine transparente Übersicht über Wartezeiten bei planbaren Eingriffen. Foto: Weihbold

Eine Anfrage des SPÖ-Landtagsklubs hat die zuständige Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) nun beantwortet. Die Daten, die Tips vorliegen, zeigen vor allem eine angespannte Wartezeiten-Situation im Linzer Zentralraum auf: Im Kepler-Klinikum/Med Campus III (KUK) ist diese Situation gut bemerkbar: Die Wartezeit in der Unfallchirurgie liegt etwa bei 4–8 Wochen (im Vorjahr 4 Wochen, Spitzenwert 1 Woche in Braunau), bei Augen 14 Wochen (Vorjahr 10,7) oder bei Hüftprothetik 14 Wochen (Vorjahr 10,2 Wochen). Hier liegen die OÖ Spitzenwerte bei 4 (Salzkammergut) bzw. 1–2 Wochen (Braunau).

Neun von elf Bereichenim KUK verschlechtert

„Die eklatante Versorgungs-Verschlechterung im KUK macht mir Sorge, in neun von elf Feldern gab es Verschlechterungen bis zu einer Verdoppelung der Wartezeit“, so SPÖ-Landtagsabgeordneter und Gesundheitssprecher Peter Binder, der ergänzt: „Das AKH war eines der besten Häuser, wo heute noch die Leute drüber reden, jetzt droht man im Versorgungsbereich zurückzufallen. Hier ist das Land als Mehrheitseigentümer gefordert.“

Höheres Gesundheitsbudget

Die finanziellen Mittel müssten vorhanden sein, das Gesundheitsbudget 2017 und 2018 wächst bekanntlich um jeweils 60 Millionen Euro. „Es gilt zu klären, ob nicht der Verwaltungsbereich unnötig aufgeblasen wurde“, sieht Binder mögliche Versäumnisse im Management. Auch die Wartezeiten für Patienten im UKH Linz etwa bei der Unfallchirurgie (6–12 Wochen) oder der Knieprothetik (12 Wochen) liegen weit über den Spitzenwerten (1 Woche bzw. 1–2 Wochen). Der SPÖ-Landtagsklub hat bei Landesrätin Haberlander auch angefragt, inwieweit der Dienstpostenplan in den Abteilungen, wo lange Wartezeiten herrschen, auch tatsächlich erfüllt wird. Die größten Lücken im Dienstpostenplan bei den relevanten Abteilungen gibt es im Kepler-Uniklinikum (nur 10,9 von 13 Dienstposten besetzt). Der größte Fehlstand im Dienstpostenplan ist im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz gegeben: Von 20 vorgesehenen Dienstposten sind nur 18,8 besetzt.

Ruf nach Transparenz

SPÖ-LAbg. Gisela Peutlberger-Naderer fordert zudem, wie vom Landesrechnungshof empfohlen, eine Online-Übersicht über die Wartezeiten, die regelmäßig aktualisiert wird. „Die Patienten brauchen eine einfache Möglichkeit, sich über die Wartezeiten zu informieren. Dann müssen sie sich gar nicht die Mühe machen, von Krankenhaus zu Krankenhaus zu telefonieren – auf der Suche nach dem raschesten Termin.“

Christine Dörfel (gespag): „Alle akutmedizinisch notwendigen Eingriffe werden sofort durchgeführt.“

Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP): „Soziale Gegebenheiten werden in die Termin-Kriterien mit aufgenommen.“

Landtagsabgeordnete Gisela Peutlberger-Naderer (SPÖ): „Die Patienten brauchen eine transparente Übersicht über die Wartezeiten.“

Die Anfrage umfasste Wartezeiten auf geplante Operationen in folgenden Bereichen:

• Unfallchirurgie • Katarakt/Augen• Knieprothetik• Hüfte• Varizen• Computertomographie (CT)• Magnetresonanztomographie (MR)• Nasenpolypen• Mandeln• Parkinson• Epilepsie

In 26% der Rückmeldungen waren die Wartezeiten kürzer als im Vorjahr. In 34,6% der Fälle hat sich die Wartezeit verlängert. Bei 39,4% der rückgemeldeten Daten haben sich die Wartezeiten gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.


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