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LEONDING. Sabine Naderer-Jelinek ist seit Ende Mai die neue Bürgermeisterin von Leonding. Die zuvor interimistische Nachfolgerin von Walter Brunner konnte sich bereits im ersten Wahlgang den Sieg sichern. Tips hat sich mit der jungen Bürgermeisterin über ihre ersten Eindrücke und Ziele für Leonding unterhalten.

Sabine Naderer-Jelinek steht der viertgrößten Stadt Oberösterreichs vor. Foto: Dominik Derflinger
Sabine Naderer-Jelinek steht der viertgrößten Stadt Oberösterreichs vor. Foto: Dominik Derflinger

Tips: Wie groß war die Überraschung über den Sieg im ersten Wahlgang?

Sabine Naderer-Jelinek: Also ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin fix von einem zweiten Wahlgang ausgegangen. Es war aber ein sehr schönes Gefühl, weil es ein enormer Vertrauensvorschuss ist von den Leuten, das im ersten Wahlgang geschafft zu haben.

Tips: Was haben Sie an Ihrem ersten Arbeitstag als Bürgermeisterin gemacht?

Naderer-Jelinek: Das was ich angekündigt habe. Ich habe an die Büros von Landeshauptmann Stelzer und Landesrat Steinkellner bezüglich der Westbahn geschrieben. Ich habe auch die Bürgerplattform wieder ins Leben gerufen, weil ich das Gefühl habe, dass wir hier deutlich zeigen müssen, was es für Leonding bedeutet und dass wir uns wehren werden, wenn man glaubt, über uns drüberfahren zu können. Da müssen wir eine deutliche Botschaft senden.

Tips: Hatten Sie besonderen Respekt vor der Verantwortung als Bürgermeisterin der viertgrößten Stadt Oberösterreichs?

Naderer-Jelinek: Ja schon, wobei ich glaube, der Respekt wäre auch mit 40 oder 50 genauso groß gewesen. Es ist eine sehr dynamische Stadt, die unterschiedliche Herausforderungen hat. Auf der anderen Seite aber auch die – wie ich finde – schönste Stadt überhaupt, in der Moderne und Tradition nah beisammen liegen. Die Aufgabe fordert mich und ich lerne jeden Tag etwas dazu, aber ich liebe die Herausforderung und gehe momentan wirklich sehr gerne arbeiten.

Tips: Was gefällt Ihnen besonders an der Kommunalpolitik?

Naderer-Jelinek: Auf alle Fälle, dass man direkt bei den Leuten ist. Das hat natürlich auch seine Tücken, weil man ist 24 Stunden bei den Leuten oder die Leute bei einem. Aber das Schöne ist der direkte Kontakt und man kriegt mit, ob man in die richtige Richtung unterwegs ist oder ob man auf dem Holzweg ist. Diesen Austausch finde ich für die Politik generell sehr wichtig.

Tips: Welche Schwerpunkte stehen in der nächsten Zeit auf Ihrer Agenda für Leonding?

Naderer-Jelinek: Mein persönlicher Schwerpunkt ist das Thema Bildungs-Familiencampus am Harter Plateau. Hier ist das Ziel, die einzelnen Schulstufen zu vernetzen und die Kinder schon früh mit dem Thema Technik und Digitalisierung in Berührung zu bringen. Gemeinsam mit den Wirtschaftstreibenden sollen Fachkräfte zukünftig in der Region gehalten werden. Desweiteren ist das Verkehrskonzept ein wichtiger Punkt. Im Rahmen des stadtregionalen Forums in Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden wurden jetzt die sechs Mobilitätsknotenpunkte festgelegt.

Tips: Gab es Reaktionen auf Ihre Wahl zur Bürgermeisterin, die Sie überrascht haben?

Naderer-Jelinek: Vielleicht dass man merkt, dass die Leute stolz auf ihre Bürgermeisterin sind und positiv ist, zu zeigen, dass eine junge Frau in der viertgrößten Stadt OÖs möglich ist.


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