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LIEBENAU. Moorschutz und touristische Regionalentwicklung verbindet ein Interreg-Projekt, bei dem die Gemeinden Liebenau (Mühlviertler Alm) und Telc (Südböhmen, Vysocina) zusammenarbeiten.

  1 / 2   Unterzeichnung des Partnervertrages in Liebenau (v. l.): Jan Svarícek (Mikroregion Telcsko), Geschäftsführerin Renate Fürst (Verband Mühlviertler Alm), Bgm. Erich Punz (Gemeinde Liebenau), Bgm. Roman Fabes (Stadtgemeinde Telc), Ludmila Morzolová (Muzeum Vysociny Jihlava) Foto: Verband Mühlviertler Alm

Liebenau und Telc gehören zur Grenzregion Mühlviertel-Waldviertel-Vysocina, die durch wirtschaftliche Benachteiligung geprägt ist. Auf der anderen Seite haben sich durch die Randlage unwiederbringbare, aber gefährdete Naturjuwele in Form von Moor- und Feuchtlandschaften und seltenen Tierarten erhalten. Das Naturschutzgebiet Tannermoor etwa gehört zu den größten Hochmooren Österreichs.

Naturschätze als Projektinhalt

Diese Naturschätze sind der Ausgangspunkt für das Projekt „Das Naturerbe der Moorlandschaften der Region Mühlviertel und Vysocina als Naturschutz-, Erlebnis- und Bildungsraum“. Das Projekt wurde beim Interreg-Programm V-A Österreich – Tschechische Republik genehmigt, jetzt beginnt die Phase der Projektumsetzung. „Unser Verband beweist damit seine starke Rolle als Projektkoordinator und -entwickler“, freut sich Renate Fürst, Geschäftsführerin des Verbandes Mühlviertler Alm.

Projektstart 1. Jänner 2020

Das Moorprojekt mit Start am 1. Jänner 2020 läuft bis 2022 und soll die gefährdeten Moor- und Feuchtflächen in ihrem Bestand sichern und sieht Schutzmaßnahmen in Form von Besucherlenkung vor. Auf der anderen Seite soll das Naturgut Moor touristisch erlebbar gemacht werden. Geplant ist die Ausbildung von regionalen Naturführern und Multiplikatoren. Diplomarbeiten sollen die touristischen Einflüsse auf die Moorökologie untersuchen. Drittes Ziel ist es, der lokalen Bevölkerung über den Tourismus Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen.

Impuls für Tourismus und Lebensqualität erwartet

Bürgermeister Erich Punz aus Liebenau: „Über Parteigrenzen hinweg erwarten wir uns vom Projekt einen wichtigen Impuls für Tourismus und Lebensqualität.“ Gerade die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird dazu beitragen, die geografische Randlage aufzulösen, um einen ohnehin gewachsenen Natur- und Kulturraum in seinen Gemeinsamkeiten herauszustellen. Roman Fabes, Bürgermeister der Stadtgemeinde Telc, meint: „Die Zusammenarbeit zwischen Liebenau und Telc gibt uns die Möglichkeit, Moorschutz und Nachbarschaftspflege miteinander zu verbinden.“

Insgesamt beteiligen sich fünf Partner in OÖ und Tschechien am Projekt: Der Verband Mühlviertler Alm übernimmt die sogenannte Leadpartnerschaft, d. h. die Gesamtprojektkoordination gegenüber den Interreg-Förderstellen. Der Schwerpunkt der Gemeinde Liebenau liegt im Bereich des Tannermoors. Die Besucherinfrastruktur (Sanitäranlagen, Parkplatz) soll aufgewertet werden sowie Lehrpfade und Ruhezonen sollen den Erlebniswert stärken. Auf tschechischer Seite sind neben der Stadtgemeinde Telc noch das Museum Vysociny Jihlava und die Mikroregion Telcsko einbezogen. Hier entsteht in einem historischen Gebäude eine Moor-Dauerausstellung. Insgesamt bringen die Aktivitäten ein Gesamtfördervolumen von rund 1,62 Mio Euro in die Grenzregionen, davon gut ein Drittel in die Region der Mühlviertler Alm.


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