Kammermusiktage St. Marien: "Internationales Programm örtlich verwebt"
ST. MARIEN. Die Internationalen Kammermusiktage in St. Marien finden heuer von 10. bis 17. September statt. Bereits zum neunten Mal wird das Festival von Bratschist Peter Aigner organisiert. Drei Konzertabende in der Kirche St. Michael bieten Kultur auf höchstem Niveau - Weltoffenheit und Regionalität werden dabei in Einklang gebracht.

Von 10. bis 17. September gehen die Kammermusiktage St. Marien über die Bühne. Das Publikum kann drei abwechslungsreiche Konzerte in der Kirche St. Michael erwarten: Von lateinamerikanischen Rhythmen über Liebeslieder aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Streichquartett-Klängen.
Peter Aigner organisiert das St. Mariener Kammermusik-Festival nun schon zum neunten Mal: Als freischaffender Bratschist, Geiger, Dirigent und (Hobby-)Posaunist hat er langjährige Konzerterfahrung. Diese gibt er in der Musikschule Neuhofen an seine Schüler weiter. Außerdem ist Aigner versierter Orchester- und Kammermusiker.
Besonderes Ambiente
In den Adern der St. Mariener fließt Musik: Mit insgesamt drei örtlichen Kapellen ist St. Marien eine der Gemeinden mit der höchsten Dichte an musikbegeisterten Menschen. Kulturelle Reize abseits der Blasmusik seien dennoch wichtig, wie Bürgermeister Walter Lazelsberger betont. Mit Peter Aigner hat man einen Organisator gefunden, der dieses Anliegen leidenschaftlich verfolgt. 2007 hat er die Kammermusiktage mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde ins Leben gerufen, seither finden diese alle zwei Jahre in der Kirche St. Michael statt.
Aigner schätzt die einzigartige Akustik in dem historischen Gebäude, welches er mit Bedacht als traditionellen Veranstaltungsort wählt. Antonia Illecker, Obfrau des Kulturausschusses St. Marien, erfreut sich nicht nur an den Klängen: „Bestechen tun die Kammermusiktage durch das einzigartige Ambiente. St. Michael ist sehr abgelegen, ein ruhiger Ort. Nach dem Konzert bei Sonnenuntergang ein Gläschen Wein zu genießen, das ist wirklich etwas Besonderes“.
Kammermusikfestival: Programmpunkte
Insgesamt drei Konzerte finden heuer im Rahmen der Kammermusiktage St. Marien statt. Am Sonntag, 10. September, machen Lydia Mayr und ihr Partner Felipe Celis Catalán den Auftakt. Beginn von „Der Kontrast des Rhythmus“ ist um 18 Uhr. Das Duo aus Gitarre und Cello verbindet klassische Musik mit südamerikanischen Klängen und ist international bereits mehrfach aufgetreten. Die Zuhörer können viele Emotionen und Ausdrucksstärke erwarten.
Am Mittwoch, 13. September, ab 19 Uhr treten Markus Miesenberger (Tenor), Erich Traxler (Hammerklavier) und Christian Haimel (Gitarre) auf. Das Trio präsentiert Stücke der Wienerlied-Schule, die um 1780 entstanden sind. Kreative Komponisten schrieben damals über die Liebe, die Natur, das Wandern und die Poesie - Melodien, die vor Charme und Lebenslust nur so sprühen. Auch Joseph Haydns Liebeslieder werden an diesem Abend vorgetragen.
Den Abschluss macht das „Atalante Quartett“ am 17. September ab 18 Uhr. Die vier Ensemblemusiker sind seit dem Jahr 2014 ein Team und werden in der Kirche St. Michael Werke von Joseph Haydn und Erwin Schulhoff präsentieren. Intendant Aigner wird an der zweiten Viola anschließend bei einem Quintett von Mozart mitwirken: „Ein Heimspiel ist immer besonders. Schließlich präsentiert man sein Können vor den Leuten, die man regelmäßig beim Einkaufen trifft“.
Förderung von Jungmusikern
Die auftretenden Künstler bei den St. Mariener Kammermusiktagen wählt Aigner jedes Mal aufs Neue sorgfältig aus: Wichtig ist ihm vor allem, „Leute zu engagieren, wo man die Person kennt“. Er bevorzugt heimische Künstler, die internationalen Bezug haben. Das sei in Oberösterreich einzigartig, da bei anderen Kammermusikfestivals oft bekannte Ensembles aus dem Ausland rekrutiert werden. In der Kirche St. Michael hingegen möchte man „Kultur vor der Haustür“ präsentieren, wie Aigner betont.
Als Musikschullehrer ist es ihm ebenfalls wichtig, jungen Talenten eine Bühne zu bieten. Die musikalische Eröffnung jedes Konzertabends beim Kammermusikfestival wird deshalb von kleinen Talenten übernommen. Dabei können sie Konzerterfahrung sammeln, sowie „den Großen“ auf die Finger schauen.
Am 10. September präsentieren vier Youngster-Schlagwerker des St. Mariener Musikvereins Jung ihr Können. Am zweiten Konzertabend treten „KrisTien“ auf: Das Duo aus Gitarre und Violine konnte beim Bewerb „prima la musica“ bereits drei erste Preise und etliche Auszeichnungen gewinnen. Zuletzt spielt das PJEN-Quartett am 17. September. Ein junges Ensemble, das an der Linzer Musikschule von Maria Wahlmüller betreut wird. Aigners Tochter Emma ist an der Bratsche zu sehen.
Informationen für Interessierte
Laut Aigner sind die St. Mariener Kammermusiktage als niederschwellig zugängliches Klassik-Festival konzipiert. Die Kirche St. Michael ist weitgehend barrierefrei zu erreichen. Auch Kinder und Familien sind herzlich willkommen. Tickets für die Konzerte sind ausschließlich beim Gemeindeamt St. Marien erhältlich, zu erschwinglichen Preisen:
- Vorverkauf 15 Euro - Abendkassa 17 Euro
- Kombiticket für alle drei Konzerte: 35 Euro
Schüler, Studenten sowie Präsenz- und Zivildiener bekommen fünf Euro Ermäßigung. Das Gemeindeamt ist unter 07227 8155 (Bürgerservice) erreichbar. Die Öffnungszeiten sind auf der Website der Gemeinde St. Marien zu finden.


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