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OÖ/LINZ-LAND. Das Jahr startete vielversprechend und die Imker begannen zeitig, ihre Honigernten zu kalkulieren. Die Erträge waren vor allem beim Blütenhonig sehr gut. Bei der Waldhonig-Ernte gab es große regionale Unterschiede. Zudem endete die Imker-Saison abrupt und zwei bis drei Wochen früher als in einem normalen Jahr. Tips hat mit Christian Mader, Obmann des Imkervereins Linz-Land Biene über die aktuellen Herausforderungen gesprochen.

Imker Christian Mader bei der Arbeit. (Foto: Christian Mader)
  1 / 3   Imker Christian Mader bei der Arbeit. (Foto: Christian Mader)

„Die Ernte war grundsätzlich eher durchwachsen, aber von Gebiet zu Gebiet ganz unterschiedlich“, zieht Christian Mader, er hat an vier Standorten seine Bienenstöcke stehen, eine zwiegespaltene Bilanz. Oberösterreichs Bienenvölker starteten aufgrund geringer Winterverluste zahlreich in die Honigsaison.

Nach einem durchwachsenen April führten immer wieder Temperaturen um die 20 Grad Celsius sowie die relativ hohe Luftfeuchtigkeit im Mai zur optimalen Nektarsekretion bei Raps, Obstbäumen, Sträuchern und Blütenpflanzen. „Der Blütenhonig hat auch in unseren Breiten sehr gut gedeihen können, weil es im Mai nicht kalt war. Ohne Frost konnten die Bienen unbeschwert fliegen und die Blüten bestäuben“, so Christian Mader.

Teilweise gute Erträge

„Sowohl in den intensiven Ackerbaugebieten mit Schwerpunkt Raps als auch in den Grünlandgebieten mit Obst- und Blühpflanzen freuten sich die Imker über einen guten bis sehr guten Honigertrag. Einträge bis zu 30 Kilogramm Blütenhonig pro Bienenvolk konnten erzielt werden, sodass die leeren Blütenhoniglager aufgefüllt wurden“, fasst Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger die Honigbilanz 2022 zusammen. „Im Großen und Ganzen war der Ertrag der Honigernte etwas besser als im Vorjahr, auch wenn die Erwartungshaltung eher überschaubar war. Der Honig, der erzeugt werden konnte, ist aber wirklich super geworden“, stimmt für den Obmann des Imkervereins Linz-Land Biene zumindest die Qualität des Honigs.

Waldhonig als Sorgenkind

Die frühe Entwicklung der Honigtauerzeuger-Populationen ließ die oberösterreichischen Imkerinnen und Imker auf eine großartige Waldhonigernte hoffen. Vielerorts verzeichneten sie schon früh im Jahresverlauf Waldhonig-Einträge. „Der Waldhonig war heuer ganz schlecht bei uns. Der ist durch den Regen Anfang Juni ziemlich ausgefallen“, war Christian Mader vom Ertrag im Bezirk jedoch ernüchtert.

„Während die Bienen beim Blütenhonig in erster Linie Blütennektar sammeln, nehmen sie beim Waldhonig Honigtau von Honigtauerzeugern verschiedener Bäume auf. Beide Formen werden erst durch die vielen fleißigen Stockbienen im Bienenvolk durch Umtragen, Hinzufügen von Enzymen und Entziehen von Wasser und das abschließende Verdeckeln durch Bienenwachs zu Honig“, erklärt Karl Neubauer vom Bienenparadies Neubauer.

Extrem frühes Saisonende

Den meisten Imkern ist in diesem Jahr gemein, dass für sie die Imkersaison entweder aufgrund des Totalausfalls der Waldhonigtracht oder wegen des witterungsbedingten frühzeitigen Abbruchs der Waldtracht zwei bis drei Wochen früher endete. „Ab Anfang Juni war es komplett zu Ende. Ich habe die Honigräume noch nie so bald weggeräumt und abgeschleudert wie heuer. Normalerweise passiert das erst Ende Juli“, war für Christian Mader das heurige Jahr etwas Besonderes im negativen Sinne.

Das bedeutet, dass die Bienenvölker mangels alternativen Nektarangeboten bereits früher gefüttert werden müssen. Außerdem resultiert aus dem früheren Saisonschluss ein geringer Honigertrag. „Aufgrund der geringen Waldhonigernte und den allgemeinen Preissteigerungen ist mit einer Honigpreiserhöhung zu rechnen“, hält Ingrid Schmaranzer, Vertreterin des Erwerbsimkerbundes und Fachbeiratsmitglied des Bienenzentrums OÖ fest.

Zusammenarbeit erwünscht

Die heimischen Imker bekommen die vermehrte Bodenversiegelung vermehrt zu spüren. „Das geht nicht spurlos vorbei“, so Mader, der aber schwerwiegender ins Feld führt, dass die Vielfalt mittlerweile fehlt: „In den August hinein sieht man jedoch kaum noch etwas blühen. Da wäre uns sehr geholfen, wenn die Landwirtschaft ihre Brachflächen auf das hin bebauen würde, was auch zu diesen Zeiten noch blüht“.


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