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LEONDING. Irene Scheiblehner veröffentlicht seit Ende 2023 unter dem Pseudonym Jana Martin Thriller und Psychothriller – und das in beeindruckendem Tempo: Sechs Bücher hat sie seither herausgebracht. Kürzlich ist ihr jüngster Thriller „Unter Wölfen“ erschienen.

Jana Martin hat bereits sechs Thriller herausgegeben. (Foto: Jana Martin)
Jana Martin hat bereits sechs Thriller herausgegeben. (Foto: Jana Martin)

Geboren 1980 in Linz, lebt Scheiblehner seit über zwanzig Jahren in Leonding. Nach einer Lehre zur Großhandelskauffrau und verschiedenen Tätigkeiten im Büro arbeitete sie zuletzt fünfzehn Jahre als Marketingmanagerin, spezialisiert auf Veranstaltungsmanagement, Werbetexte, Social Media und Grafikdesign. Anfang 2025 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und ist seither hauptberuflich als Autorin tätig.

Menschliche Abgründe

Ihre Bücher veröffentlicht sie unter dem Pseudonym Jana Martin, weil sie sich anfangs Sorgen machte, dass bestimmte Textpassagen im Genre Psychothriller auf ihre Familie zurückfallen könnten. „Ich wusste nicht, wie Lehrer oder Geschäftspartner meines Mannes reagieren würden, wenn ich Szenen schreibe, die tief in menschliche Abgründe blicken. Außerdem kam hinzu, dass ‚Irene Scheiblehner‘ weder besonders eingängig noch international gut aussprechbar ist – falls meine Bücher irgendwann übersetzt werden“, erklärt die Mutter von zwei Töchtern.

Keine Absicherung

Seitdem sie hauptberuflich schreibt, hat sich vieles verändert: „Ich bin jetzt für alles selbst verantwortlich. Es gibt keine Absicherung, keine Instanz, die einspringt, wenn etwas schiefgeht. Aber gleichzeitig muss ich auch niemanden mehr um Erlaubnis bitten, wenn ich eine Projektidee habe. Früher arbeitete ich 24 Stunden pro Woche, jetzt sind es etwa 70. Aber ich liebe, was ich tue. Was mir anfangs gefehlt hat, waren Kollegen. Alleine zu arbeiten musste ich erst lernen, aber mittlerweile habe ich eine wunderbare Autorencommunity, mit der ich mich austauschen kann.“

Schritt in Selbstständigkeit

Dass Schreiben für sie mehr als ein Hobby ist, merkte sie schnell. „Ich habe zu schreiben begonnen und konnte nicht mehr aufhören. Oft saß ich bis nach Mitternacht am Laptop. Zwischen meinem zweiten und dritten Buch kam der Moment, an dem klar war: So lässt sich das auf Dauer nicht vereinbaren. Mit Unterstützung meiner Familie habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mein Mann sagte: ‚Wenn es dein Traum ist, dann machen wir das.‘ Das war der Start dieses großen Abenteuers“, sagt die Leondingerin.

Ihre Bücher entstehen oft in intensiven Schreibphasen. Den Rohentwurf ihres ersten Buches verfasste sie in weniger als zwei Wochen, heute dauert ein Manuskript rund drei Monate.

Zeitintensiver Arbeitstag

Ein typischer Arbeitstag ist zeitintensiv. „Ich stehe um 6 Uhr auf, gehe mit dem Hund, dann beginnt der Arbeitstag“, erzählt Scheiblehner: „Ich arbeite meist bis etwa 14 Uhr. Dann kommen die Kinder nach Hause. Danach arbeite ich nochmals bis 19 Uhr mit Unterbrechungen, je nachdem, wo ich gerade gebraucht werde. Was ich tue, hängt stark von der Phase ab: Schreibphase, Überarbeitung, Veröffentlichung. Und zwischendurch immer wieder mal Chaosmanagement und leider auch Buchhaltung.“ Dass sie einmal Thrillerautorin werden würde, hätte sie in jungen Jahren nicht gedacht. Heute ist es ihr Traumberuf. „Ich habe immer bewundert, wie Menschen so etwas schreiben können – seitenweise Spannung und nie den Faden verlieren. Dass ich nun meine eigenen Bücher in der Hand halte, ist ein Traum, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn habe und aus dem ich hoffentlich nie aufwache“, sagt sie.

Unterstützung und Zuspruch

Von ihrem Umfeld hat sie als Schriftstellerin immer Unterstützung und Zuspruch bekommen. „Meine Familie und meine Freunde haben mir von Anfang an den Rücken gestärkt. Es war wunderschön zu sehen und zu hören, wie selbstverständlich sie an mich geglaubt haben. Mir blieb nichts anderes übrig, als auch daran zu glauben. Sie freuen sich mit mir – und das ist doch das Schönste, das es gibt“, sagt die Leondingerin.

Neuer Thriller

Scheiblehner arbeitet bereits an ihrem nächsten Thriller. Worum es darin geht, wird sich erst kurz vor der Fertigstellung herausstellen. „Ich plane meine Geschichten nicht, ich schreibe drauflos. Ein Satz ergibt den nächsten. Am Ende habe ich sechs Bücher geschrieben, von denen ich vorher selbst nicht wusste, wohin die Reise geht. Beim neuen wird es nicht anders sein. Meine Charaktere werden schon wissen, wohin sie wollen“, sagt die Autorin.


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