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Pollensaison - Belastung von Esche und Birke soll heuer besonders stark ausfallen

David Ramaseder, 07.04.2022 13:00

LINZ-LAND/OÖ. Der Pollenflug startete heuer deutlich früher und heftiger als in den Jahren davor. Experten prognostizieren, dass sich diese Entwicklung im Lauf der diesjährigen Pollensaison weiter fortsetzt.

Blüten einer Hasel im Frühjahr – Qualen für Allergiker. (Foto: Erwin Wodicka)
Blüten einer Hasel im Frühjahr – Qualen für Allergiker. (Foto: Erwin Wodicka)

Neben den pandemiebedingt verschärften Bedingungen traten die Belastungen für die Pollenallergiker heuer aufgrund der überdurchschnittlich milden Temperaturen im Jänner und Februar früher und intensiver auf. „Der Pollenflug von Hasel und Erle setzte sehr plötzlich ein. So gaben die Bäume und Sträucher überdurchschnittlich viele Pollen an den Wind ab, was für AllergikerInnen besonders belastend war“, erläutert Uwe E. Berger von der Universitätsklinik für Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten der MedUni Wien und Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien. Die nächste Belastungswelle folgt mit Esche und Birke. Auch ihre Blüte wird heuer voraussichtlich intensiver ausfallen.

„Der Start der Birkenpollensaison war heuer gelegentlich in der letzten März-Woche schon zu spüren und damit ebenfalls früher als üblich“, so Uwe Berger. Für Wolfram Hötzenecker, Vorstand des Kepler Universitätsklinikums für Dermatologie und Venerologie, keine große Überraschung: „Neben den bekannten Indikatoren – durch den Klimawandel wird es immer wärmer und die Pflanzen beginnen früher zu blühen – kann man heuer wieder von einem Jahr mit stärkerer Belastung ausgehen.“ Außerdem seien die vergangenen beiden Jahre eher moderat verlaufen, weshalb 2022 zyklisch gesehen wieder ein Jahr mit viel Pollenflug vorausgesagt werden könne.

Kälteeinbruch hilft nicht

Haben bei manch leidgeplagtem Pollenallergiker die tiefen Temperaturen der vergangenen Tage vielleicht kurzfristig etwas Linderung gebracht, darf man laut Hötzenecker aber nur von einer kurzen „Ruhepause“ ausgehen. „Die Kälte war dafür viel zu kurz. Das reicht bei weitem nicht aus, um den erwarteten Pollenflug einzubremsen“, so der Experte. Erst ab einer Dauer von mindestens einer Woche unter null Grad würden sich hier Auswirkungen bemerkbar machen. „Das würde aber auch nicht heißen, dass unbedingt weniger Belastung zu erwarten wäre. Der Pollenflug wäre dann nur verzögert und die schwierige Zeit für Allergiker würde sich nach hinten verschieben“, so Hötzenecker. Überhaupt werde die Zeit ohne Belastungen für die Betroffenen immer kürzer. „Jemand, der gegen alle Pollen allergisch ist, hat oft nicht einmal mehr zwei Monate im Jahr, in dem er keine Belastungen spürt.“ Die schönste Zeit ist also von Anfang November bis Mitte Dezember.

Ende der Belastung

Leidgeplagte Allergiker gegen Frühblüher müssen sich voraussichtlich noch bis Mitte Mai gedulden, bis der Pollenflug von Esche und Birke heuer vorbei sein wird. „Aber dann beginnen mittlerweile schon fast nahtlos die Gräser“, macht der Dermatologe wenig Mut.

Tipps vom Experten

Wie Allergiker am besten durch die schwierige Zeit kommen, wissen sie oft selbst am genauesten. Wolfram Hötzenecker rät aber grundsätzlich, das Allergen zu meiden. „Mit einem Blick auf die App des Pollenwarndienstes sollte ich bei extrem starken Belastungen wenn möglich zuhause bleiben.“ Ansonsten lindern oft Sonnenbrillen oder auch FFP2-Masken die Symptome. Auch Augen spülen und Gesicht waschen kann kurzfristig Verbesserung bringen. Neben Medikamenten wie Sprays, Tropfen oder Tabletten kann auch eine antigenspezifische Immuntherapie längerfristig helfen.


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