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ANSFELDEN. Im Rahmen des diesjährigen Gehdenkens an die Ermordeten der Todesmärsche von Mauthausen/Gusen nach Gunskirchen richtete die Plattform „Wider das Vergessen“ in Ansfelden den Blick auf das Thema „Recht und Gerechtigkeit – jede und jeder ist jemand“.

Auch Ansfeldner Schüler waren Teil der berührenden Veranstaltung. (Foto: Gregor Kraftschik)
  1 / 3   Auch Ansfeldner Schüler waren Teil der berührenden Veranstaltung. (Foto: Gregor Kraftschik)

Unter dem Leitspruch „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ versammelten sich Bürger, um gemeinsam an die Opfer zu erinnern und über die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten zu reflektieren.

In der Gedenkrede wurden grundlegende Fragen gestellt, die zum Nachdenken anregten. Insbesondere wurde die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit beleuchtet. Ferdinand von Schirach, bekannt für seine Werke über dieses Thema und selbst Strafverteidiger, betonte: „Wir sprechen [...“ nicht Gerechtigkeit, sondern Recht.“ Dabei wurde auch auf aktuelle gesellschaftliche Themen wie Gesetze zur Abschiebung von Migranten und Bettelverbote eingegangen, die die Frage nach ihrer Gerechtigkeit aufwerfen.

Ein besonderes Element des Gedenkens war ein Transparent an der Kremsbrücke mit dem schlichten Schriftzug „RECHT“, das zu Wortspielen und zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema einlud. Die Begriffe „Un-RECHT“, „Ge-RECHT-igkeit“ und „RECHT-los“ regten dazu an, über verschiedene Facetten von Recht und Gerechtigkeit nachzudenken. Dieses Transparent wird bis Mitte Mai als Denkort erhalten bleiben.

Auch Schüler der NMS Ansfelden beteiligten sich aktiv an der Veranstaltung, indem sie ihre Gedanken und Überlegungen auf Plakaten festhielten. Dabei wurden Themen wie Schulrecht, Recht auf Kultur und gerechter Lohn angesprochen, um auf die Vielschichtigkeit des Begriffs „Recht“ hinzuweisen. Ein Zitat, das auf einem der Plakate prangte, lautete: „Ein gutes Aussehen übersieht niemand, aber ein gutes Herz ist leicht zu übersehen.“

Das Gehdenken in Ansfelden fungiert als wichtiger Ort der Erinnerung und Reflexion über die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten in einer funktionierenden Demokratie. Durch solche Veranstaltungen wird nicht nur den Opfern gedacht, sondern auch die Notwendigkeit betont, sich aktiv für eine gerechte und demokratische Gesellschaft einzusetzen.


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