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TRAUN. Julia Bohrer ist 24 Jahre alt. Seit frühen Kindestagen ist ihre Leidenschaft der Motorsport. Auch zahlreiche Verletzungen können sie nicht von ihrer großen Leidenschaft abbringen – dem Motocross. Nach drei Jahren Zwangspause wollte es die Traunerin heuer noch einmal wissen. Tips hat sich mit der motorsportbegeisterten jungen Frau über ihre Profession unterhalten.

 (Foto: privat)
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Selbstbewusst mit dem Motorradhelm unter dem Arm kommt Julia Bohrer zum Interviewtermin im Galerie Café in Traun. Dennoch würde man ihr auf den ersten Blick nicht unbedingt zutrauen, was sie mir wenig später mit funkelnden Augen erzählt. Motocross-Fahren ist die große Leidenschaft der 24-Jährigen.

„Mein bester Freund ist Motocross gefahren und auch dessen Vater. Das hat mir immer schon getaugt und so bin ich da etwas hineingewachsen. Mein Vater hat mir dann selber eine Motocross-Maschine besorgt, das war natürlich eine Riesen-Überraschung. Aber ich habe mich draufgesetzt und bin gefahren. Da war ich tatsächlich erst sechs Jahre alt“, erzählt sie von ihren Anfängen. Mit der Rennfahrerkarriere ist es aber erst 2015 so richtig losgegangen.

Starkes Renndebüt

„Meine Eltern hatten nicht die Zeit, mich immer zu den Rennen zu fahren. Da habe ich dann einfach den L17-Führerschein gemacht. Ein Jahr später bin ich dann bereits mein erstes Rennen gefahren.“ Und das fulminant. Bei einem Cup belegte sie prompt den zweiten Platz. 2017 konnte sie den Waldviertel-Cup überhaupt als Meisterin abschließen. „Ich denke, wäre ich von klein auf gefahren und gefördert worden, hätte ich sicher mit dem Sport Geld verdienen können. Das Talent wäre auf jeden Fall vorhanden, bestätigen mir auch meine Trainer“, so Bohrer. Doch ein schwerer Unfall ließ 2018 alles etwas anders kommen.

Drei Jahre Zwangspause

Julias Blick senkt sich, als sie davon erzählt. Beide Sprunggelenke hat sie sich dabei gebrochen und musste lange Zeit im Rollstuhl ausharren. Als sie nach zwei Reha-Aufenthalten endlich wieder so weit war, sich auf die Maschine zu setzen, der nächste Rückschlag: „Dann hab ich mir im Mai 2020 die Schulter schwer verletzt und das Handgelenk sowie das Wadenbein gebrochen.“ Doch ans Aufhören denkt Julia Bohrer auch nach neun Knochenbrüchen und zahlreichen Bänderrissen seit 2015 nicht.

Im Gegenteil, hat sie das Projekt wieder intensiv gestartet und ging heuer bei der tschechischen Staatsmeisterschaft an den Start. „Dort ist der Stellenwert ein anderer. Auch zum Trainieren bin ich fast immer in Tschechien oder Ungarn unterwegs.“ Dass sie körperlich wieder auf so einem Level Sport treiben kann, hat sie auch der TTZ-Physiotherapie Praxis in Linz zu verdanken. „Denen bin ich total dankbar, die haben mich über die Jahre immer unterstützt“, so Julia.

Zahlreiche Entbehrungen

Ihrem Ziel, nächste Saison die tschechische Meisterschaft unter den Top Ten abzuschließen, ordnet sie alles unter. Trotz stressigem Job als Disponentin in einer Spedition trainiert sie fünfmal die Woche Kraft und Ausdauer, um dann von Freitagabend bis Sonntag auf der Strecke zu trainieren oder Rennen zu fahren. „Im Winter bin ich dann auch oft in Italien oder Spanien zum Trainieren, wo der Boden nicht gefroren ist. Das heißt, auch mein Urlaub geht komplett zum Motocross fahren drauf.“

Doch die Anstrengungen zahlen sich aus und Julia ist schon wieder auf einem Level wie vor ihren Verletzungen. Vorausgesetzt sie bleibt in Zukunft von schweren Verletzungen verschont, möchte sie noch einige Jahre weiterfahren: „Es ist sicher so etwas wie eine Sucht für mich. Das Adrenalin und die Geschwindigkeit sind für mich etwas ganz Besonderes.“


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