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Bau eines Rückhaltebeckens soll Kremstal vor Katastrophen schützen

Thomas Lettner, 05.05.2015 20:00

Aufgrund der vielerorts desaströsen Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers im Jahr 2002 startete das Land Oberösterreich 2005 das größte Hochwasserschutzprogramm der Landesgeschichte. Insgesamt setzte man 560 Projekte um rund 700 Millionen Euro um.

Damit die Gemeinden zukünftig vor Hochwasser geschützt sind, werden und wurden auch im Bezirk Linz-Land einige Projekte umgesetzt (im Bild die Traun 2013). Foto: Heinz Kraml
Für Landesrat Rudolf Anschober (Die Grünen) war diese Summe gut investiert. „Schon 2013 beim letzten Hochwasser haben sich die Kosten gerechnet, weil Schäden vermieden oder reduziert wurden“, sagte Anschober. Derzeit sind noch 58 Projekte oberösterreichweit in Umsetzung. Bei einem der größten Bauprojekte an der Donau, dem Hochwasserschutz Enns-Enghagen, waren ursprünglich für die Ortschaft Enghagen, für Bereiche von Lorch und Erlengraben sowie für die Liegenschaft Sengseis Hochwasserschutzdämme vorgesehen. Nach dem Hochwasser von 2013 stellte man seitens der Bundes- und Landesförderungsstelle parallel zu den Damm-Bauten auch die Möglichkeit einer Aussiedlung in Aussicht. Während in Kronau, Lorch und Erlengraben bereits in elf Fällen Gelder zur Aussiedelung ausbezahlt wurden, sollen auch bald in Enghagen Absiedelungsangebote unterbreitet werden. Gemeinden bekommen einen „HQ100-Schutz“Das Kremstal wurde vom Hochwasser 2002 geradezu verwüstet. Von Wartberg/Krems (Bezirk Kirchdorf) bis Ansfelden blieben hohe Schäden zurück und auch 2007 und 2009 traten kleinere Hochwässer auf. Um die Bewohner des Hochwasserabflussbereichs der Krems und des Sulzbachs zukünftig besser zu schützen, begann man auch im betroffenen Gebiet mit einem umfangreichen Hochwasserschutzprogramm. Große Projekte startete man in Ansfelden, St. Marien und Neuhofen und viele kleinere entlang der Krems und des Sulzbachs. „Die ganze Talsohle soll effektiv geschützt werden“, sagte Franz Gillinger, Leiter des Gewässerbezirks Linz. Auf Initiative von Rudolf Anschober wurde deshalb 2007 der Schutzwasserverband Kremstal (SWV) mit 18 Mitgliedsgemeinden gegründet. Der Verband, dessen Obmann St. Mariens Bürgermeister Helmut Templ (ÖVP) ist, ist mit der Planung und Durchführung schutzwasserschaftlicher Anlagen betraut. Maßgeblich verantwortlich für den Hochwasserschutz des Kremsunterlaufs von Wartberg bis zur Kremsmündung in die Traun ist das Rückhaltebecken Krems-Au in den Gemeinden Nußbach (Bezirk Kirchdorf) und Wartberg/Krems. Dieses wird mit weiteren Schutzmaßnahmen kombiniert, sodass die Gemeinden Kematen und Neuhofen bis zur Sulzbachmündung einen „HQ100-Schutz“ erreichen. Dieser Wert entspricht der Hochwasser-Durchflussmenge, die statistisch alle 100 Jahre erwartet wird. Die Gesamtkosten für das Rückhaltebecken Krems-Au belaufen sich auf 30 Millionen Euro. „Sobald die Finanzierung sichergestellt ist, wird mit dem Bau begonnen“, sagte Gillinger. Die Genehmigung wird für den Juni dieses Jahres erwartet.

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