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OÖ. Am 11. November ist Saisonstart für den ersten Most des Jahrgangs, der prämierte oö. Jungmost. Heuer präsentiert er sich bereits zum fünften Mal ausschließlich als Qualitätsmost mit staatlicher Prüfnummer.

“Prämierter oö Jungmost” – nur echt im Jungmostdesign (Foto: BRANDANDFRIEDNS)
  1 / 3   “Prämierter oö Jungmost” – nur echt im Jungmostdesign (Foto: BRANDANDFRIEDNS)

Der prämierte oö. Jungmost, ein klassischer Apfel-Birnen-Most, im Volksmund auch „Mischling“ genannt, besticht Mostkenner durch sein fruchtiges, spritziges und erfrischendes junges Aroma – weit weg von den Mostqualitäten aus vergangenen Tagen. „Durch die angenehm warmen Tage und kühlen Nächte im Spätsommer, zeichnet sich der heurige Jahrgang mit besonders aromatischen Mosten aus. Gleich wie beim Wein, gibt die Obstweinverordnung seit 2014 dem Konsumenten die Sicherheit, kontrollierte und stabile Qualität genießen zu können. Diese Qualität ist am Gütesiegel sowie der Prüfnummer am Etikett zu erkennen“, erläutert Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

2020 war für den Obstbau generell ein Jahr der Rekorde. Zum einen wurden im Intensivobstbau die stärksten Frostschäden in weiten Teilen Oberösterreichs verzeichnet. Zum anderen erzielten Obstbauern im Süden Oberösterreichs rekordhohe Erträge im Streuobstbau.

Crème de la Crème der Mostproduzenten

Jungmostproduzenten gelten als die Crème de la Crème unter den Mostproduzenten und erfüllen hohe Anforderungen an die Qualitätsmostproduktion. Elf Mostproduzenten haben heuer für 17 Jungmoste die staatliche Prüfnummer erlangt:

  • Tanja und Josef Deisinger, Deisinger-Hof, Katsdorf
  • Leonhard Grabmair, Buchkirchen
  • Horst Hubmer, Firlingerhof, Scharten
  • Magdalena und Christoph Kreuzer, Neukirchen an der Vöckla
  • Magdalena & Friedrich Lackner, Walding
  • Ursula & Manuel Mistlbacher, Humer-z-Reith, Leonding
  • Obstgut St. Isidor, Leonding
  • Stefan Reiter, Naturhof Reiter, Laakirchen
  • Wolfgang Schober & Maria Hopfner, Naarn
  • Stögermayr BioApfelHof, Wolfsegg
  • Irene Wurm, St. Florian

Der prämierte Jungmost ist ab 11. November bei allen prämierten oö Jungmostproduzenten direkt ab Hof erhältlich.

Staatliche Prüfung in der Bundesanstalt Klosterneuburg

Die Prüfung der Moste wurde nach strengen Qualitätsauflagen im Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg durchgeführt. „Dank der Qualitätsoffensive der Mostproduzenten, geleitet und begleitet von der Landwirtschaftskammer OÖ, ist es in den letzten Jahren gelungen, den Qualitätsmost als ein Aushängeschild der oberösterreichischen Mostkultur zu etablieren. Garantierte Qualität mit staatlicher Prüfnummer ist die beste Basis für innovative Mostproduzenten“, erläutert Professor Manfred Gössinger, Leiter der Abteilung Obstverarbeitung der HBLA und Bundesanstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg.

Merkmale eines Qualitätsmostes

  • Qualitätsgütesiegel am Flaschenverschluss
  • Angabe der staatlichen Prüfnummer am Etikett, zB. OK 100/20
  • Kleinere geografische Angabe als das Bundesland

Qualitätsmostproduktion heute

Wie Qualitätsmost heute hergestellt wird, erklärt Johann Steiner, Berater für Mostproduktion in der Landwirtschaftskammer OÖ: „Bei der Herstellung von Qualitätsmost steht die Auswahl des Rohstoffes an erster Stelle. Nur vollreife, gesunde Früchte kommen dafür in Frage. Diese werden meist von Hand geerntet und schadhafte und minderwertige Früchte werden ausgeschieden.“

Der nächste Schritt ist das intensive Reinigen und Sortieren der Äpfel und Birnen. Bei diesem Schritt wird das Obst von anhaftendem Schmutz, Bakterien und Mikroorganismen befreit. Danach wird das Obst vermahlen und gepresst. Beim Vermahlen werden die Zellwände aufgerissen und das Abfließen des Saftes aus der Maische wird ermöglicht. Dabei wird darauf geachtet, keine Stiele und Kerne zu beschädigen. Im Anschluss gelangt die Maische in die Presse. Bei vollreifem Obst fließt der Saft gut ab und es ist ein sehr schonender Pressvorgang möglich.“

Im Anschluss wird der Saft mit pektolytischem Enzym versetzt um das enthaltene Pektin abzubauen. Das ermöglicht eine gute Klärung des Saftes und damit eine ruhige Gärung. Der Presssaft wird dann auf Säure und Zuckergehalt kontrolliert. Vor allem ein idealer Säuregehalt zwischen sechs und neun Promille ist für die Harmonie und Stabilität des Produktes von Bedeutung. Dieser kann durch gezielten Verschnitt von Äpfeln und Birnen erreicht werden. Die Zugabe von Bentonit verhindert eine spätere Trübung durch Eiweiß. Im Anschluss wird der Presssaft sechs bis zwölf Stunden stehen gelassen und die Trubstoffe setzen sich am Behälterboden ab. Danach wird der blanke Saft vom Trub abgezogen und kommt in den Gärbehälter. Dort wird er mit einer ausgewählten Reinzuchthefe versetzt und startet bei 16 bis 18° C zügig in die Gärung. Im Anschluss an die Gärung wird der Most vom Geläger abgezogen und darf im Tank reifen. Nach abgeschlossenem Ausbau wird der Most filtriert und abgefüllt.


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