Fitnessbranche: Studiobetreiber werden weiterhin auf spätere Öffnung vertröstet
LEONDING/OÖ. Die Fitnessbranche ist eine der Sparten, die vom verhängten Lockdown am stärksten betroffen ist. In den vergangenen zwölf Monaten mussten die Betreiber aufgrund der Verordnungen der Regierung beinahe acht Monate ihre Studios geschlossen halten. Und das, obwohl zu Jahresbeginn die Zuversicht groß war, mit Anfang Jänner endlich wieder öffnen zu dürfen.

„Schön langsam wird es richtig zach“, macht WKOÖ-Branchensprecher und selbst Inhaber eines Fitnessstudios, Christian Prechtl, keinen Hehl daraus, dass es für die Vertreter seiner Zunft derzeit schwierige und unsichere Zeiten sind. „Eigentlich haben wir gehofft, schon im Jänner mit den ersten Öffnungsschritten wieder aufsperren zu dürfen, aber die letzte Pressekonferenz der Regierung hat uns wieder einen Schlag versetzt und vertröstet uns weiter“, kritisiert Prechtl die fehlende Perspektive für die Fitnessbranche.
Da Ende März erst die Öffnung der Schanigärten auf dem Plan steht, geht der Branchensprecher und Obmann der WKO Eferding erst frühestens zwei Wochen danach von einer Möglichkeit aus, auch die Fitnessstudios wieder aufsperren zu können. „Wir hoffen zumindest darauf, gemeinsam mit der Innengastronomie dann endlich dran zu sein“, so Prechtl.
Aus dem letzten Loch
Neben der weiterhin fehlenden Planbarkeit und den daraus entstehenden Folgeschäden kritisiert der Branchensprecher auch teilweise die getroffenen Unterstützungsmaßnahmen: „Die Förderungen sind nicht so, wie wir uns das als Branche vorstellen“, so Prechtl. „Wenn wir zur Zwangssolidarität verpflichtet werden, dann darf diese nicht einseitig sein. Dann muss nicht nur der entstandene Verlust entschädigt werden, es muss vielmehr ein Ausgleich stattfinden.“
Jeden Monat laufen Verträge aus, das ist schwierig wieder aufzuholen. „Wir leben von den Stammkunden. Mittlerweile haben wir schon einen Mitgliederschwund von beinahe 30 Prozent in der Branche“, erklärt Prechtl.
Präventionskonzepte und eine genaue Nachverfolgung
Vielen Fitnessstudiobetreibern stößt auch sauer auf, dass sie ja schon beweisen konnten, dass ihre Konzepte sicher sind. „Es wurde noch in keinem Studio ein Cluster nachgewiesen“, so Prechtl. Auch die Möglichkeit des Contact-Tracing wird hervorgehoben. „Wir können genau nachverfolgen, wann welche Frau bei uns im Club war. Außerdem verfügt jedes Mitglied exklusiv über mindestens 20 Quadratmeter Trainingsfläche“, so Isabella Kling vom Mrs.Sporty Club in Leonding, die sich auch Eintrittstests und eine zeitliche Begrenzung der Trainingsdauer vorstellen könnte.
Hygienisch wie im OP-Saal
Einen ganz innovativen Weg beschreitet Christian Mathias von „Ladies Best“ aus Leonding. Er setzt auf ein System aus Mikrodampf: „Diese Lösung garantiert Keim- und Virenfreiheit und kommt außerdem noch nachhaltig und umweltbewusst ohne Chemie aus.“ Weiterer Pluspunkt, die Reinigungskräfte müssen keine Handschuhe mehr tragen und schwärmen von deutlicher schönerer Haut. „Das beruhigt glaube ich einfach sehr viele Kunden und bietet einen Faktor an Qualität, mit dem man sich gerade in der Fitnessbranche neu positionieren kann. Grundsätzlich ist aber jetzt natürlich jeder Betreiber für sich verantwortlich, dass er sein Fitnessstudio wirklich hygienisch und sauber hält“, so Mathias, der eine Öffnung ebenfalls schon herbeisehnt.
„Für viele ist das Seelenarbeit. Gerade in einer Zeit mit vielen Depressionen als Folgeerscheinung der Pandemie ist das nachvollziehbar. Daher müssen wir unseren Kundinnen vor allem die Angst nehmen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit bieten.“<


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