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TRAUN. Trotz der Corona-Situation wird in Traun aktuell viel investiert. Tips hat sich mit Bürgermeister Rudolf Scharinger über weitere Projekte, die Unterstützung der Gemeinden während der Krise und über positiven Zuzug unterhalten.

Bürgermeister Rudolf Scharinger (Foto: Stadtarchiv Traun)
Bürgermeister Rudolf Scharinger (Foto: Stadtarchiv Traun)

Tips: Aktuell entsteht ein neues Stadtteilzentrum, das Graumann-Viertel nimmt Gestalt an und das Sportzentrum wird saniert. Sind weitere Bauprojekte geplant?

Rudolf Scharinger: Mittelfristig ist sicher noch der Bereich zwischen Beserlpark und Maniglweg bzw. auf der Nordseite der Bereich der Tiefgarage zu entwickeln. Sonst gibt es von Stadtseite derzeit keine größeren Bauvorhaben. Wenn was gebaut wird, dann von privaten Investoren.

Tips: Hängt das mit der finanziellen Situation nach der Corona-Krise zusammen?

Scharinger: Wir haben in den letzten Jahren viel investiert, jetzt müssen wir abwarten, wie sich die finanzielle Gebarung der Kommunen entwickelt. Wir hatten im Jahr 2020 Einbußen von über drei Millionen Euro. Durch das Gemeindepaket und unsere vorausschauenden, gegensteuernden Maßnahmen konnte das Minus zwar abgefedert und der Rechnungsabschluss knapp positiv gestaltet werden. Trotzdem ist es nur geliehenes Geld.

Tips: Fühlen Sie sich vom Bund im Stich gelassen?

Scharinger: Nicht nur vom Bund. Auch von Seiten des Landes muss man besonders bezüglich Kommunikation und Zeitmanagement fast schon von besorgniserregender Geringschätzung der Kommunen sprechen. Dabei waren die es, zusammen mit Freiwilligen, dem Roten Kreuz und den Feuerwehren, die alles ermöglicht haben – etwa Stichwort Massentestungen.

Tips: Linz-Land ist ein Wachstumsbezirk. Wie bewerten Sie den Zuzug in Traun?

Scharinger: Zuzug ist prinzipiell positiv. Für mich als Bürgermeister heißt das auch, dass wir unsere Arbeit richtigmachen, weil die Leute zu uns wollen, weil die Qualität passt, die wir anbieten.

Tips: Traun wird also weiterwachsen?

Scharinger: Grundsätzlich – das ist mir wichtig zu sagen – liegt das Wachstum in unserer Stadt unter dem Schnitt im Bezirk. Wir wollen nur so schnell wachsen, dass wir auch die Infrastruktur anpassen können – das ist das Entscheidende. Dieser Entschluss wurde schon vor Jahren im Gemeinderat gefasst.

Tips: Wie zukunftsfit ist Traun bezüglich Kinderbetreuung und Bildungsangebote aufgestellt?

Scharinger: Wir haben – bis auf eine Universität – wirklich alles. Von der Volksschule über Gymnasium, HAK/HAS, HTBLA usw. das können nicht viele vorweisen. Wir haben mehr Kinderbetreuungsplätze, als das Gesetz vorgibt. Obwohl nur das letzte Kindergartenjahr verpflichtend ist, können wir überall das zweite Jahr und teilweise auch im ersten Jahr Plätze zur Verfügung stellen.

Tips: Wie sieht die Verkehrssituation in und um Traun aus?

Scharinger: Wir haben einerseits die Autobahn gleich nebenan, andererseits leben wir verkehrstechnisch in der Steinzeit. Bis nach Freistadt glaubt man, auf einer Flughafenpiste zu fahren, und hier im Zentralraum sind wir teilweise einspurig. Da ist in der Vergangenheit eine grobe Vernachlässigung passiert. Seit ich denken kann, wird über einen ordentlichen Autobahnanschluss in Ansfelden geredet, der gehört endlich gemacht.

Tips: Auf was sind Sie in ihrer Amtszeit besonders stolz?

Scharinger: Ich bin unter anderem auf meine Mitarbeiter stolz, die leisten wirklich tolle Arbeit. Gerade in den letzten eineinhalb Jahren wurden sie sehr gefordert. Dass wir so gut durch die Krise gekommen sind, ist zu einem hohen Anteil den Mitarbeitern der Stadt zu verdanken.

Tips: Was ist Ihre Vision für Traun?

Scharinger: Für mich geht es darum, dass sich die Leute in Traun wohlfühlen und gerne hier wohnen. Am Schönsten ist es für mich, wenn die Menschen zu mir sagen, dass sich Traun in meiner Zeit als Bürgermeister super entwickelt hat und viele Dinge verbessert wurden.


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