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LEONDING. Zahlreiche grundlegende Entscheidungen wurden in letzter Zeit in Leonding getroffen. Tips hat sich mit Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek über die verkehrspolitische Ausrichtung der Stadt, den Neubau zweier Schulen und den Status Quo beim Westbahnausbau unterhalten.

Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (Foto: Stadt Leonding)
Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (Foto: Stadt Leonding)

Tips:Kürzlich wurde das neue Mobilitätskonzept beschlossen. Was ist der große Wurf dabei?

Sabine Naderer-Jelinek: Prinzipiell ist es uns darum gegangen, das Thema Mobilität in Leonding endlich aktiv anzugehen. Es hat ja zuvor schon viele Diskussionen und Versuche gegeben, die einzelnen Fraktionen haben sich aber nicht auf gemeinsame Kriterien einigen können. Diesmal haben wir endlich gemeinsame Ziele und Schwerpunkte festlegen können.

Tips:Was sind die Schwerpunkte?

Naderer-Jelinek: Das sind Themen wie Fuß- und Radwege vor den Individualverkehr zu stellen. Sehr mutige Entscheidungen aus meiner Sicht, die hier getroffen und festgelegt wurden. Und jetzt geht es darum, diesen Mut auch in der Umsetzung zu haben. Natürlich wollen wir auch den öffentlichen Nahverkehr attraktivieren. Wir müssen es ermöglichen, dass es weniger Individualverkehr geben kann.

Tips:Werden die Maßnahmen auch Geschwindigkeitsbegrenzungen beinhalten?

Naderer-Jelinek: Kürzlich gab es eine Resolution im Gemeinderat, um möglich zu machen, dass die Regelgeschwindigkeit im Ortsgebiet – ausgenommen der Durchzugsstraßen – 30 km/h ist. Leider gibt es dafür derzeit noch keine Mehrheit. Wir haben aber um Standorte für Radargeräte angesucht. Gerade vor Schulen ist ja schon der „30er“ verordnet. Nur halten sich viele eben nicht daran.

Tips:Die Parkplatzsituation am Stadtplatz wird immer wieder kritisiert. Wie geht man damit um?

Naderer-Jelinek: Die Parkplätze haben den Sinn, dass man den Menschen, die sie wirklich brauchen, wie Gehbehinderten oder Gebrechlichen, die Möglichkeit gibt, Dinge zu erledigen. Alle anderen haben die Möglichkeit, die Tiefgarage zu nutzen. Das ist ein Gewöhnungsprozess, der noch dauern wird. Im letzten Gemeinderat wurde auch der Beschluss gefasst, dass die Tiefgarage bis Ende des Jahres saniert wird. Ich erhoffe mir, dass das Flair in der Tiefgarage etwa durch bessere Beleuchtung auch besser wird.

Tips:Musikmittel- und Volksschule werden am gleichen Standort neu errichtet. Was hat aus Ihrer Sicht für diese Variante gesprochen?

Naderer-Jelinek: Aus meiner Sicht gibt es zwei gute Gründe. Hätten wir an einem anderen Standort im Zentrum bauen wollen, hätten wir fremde Grundstücke gebraucht. Dafür wären Verhandlungen und Umwidmen notwendig gewesen. Ein bis zwei Jahre wären dafür locker verloren gegangen. Außerdem redet jeder davon, möglichst wenig neuen Boden zu versiegeln. Wir haben am bestehenden Standort eine Widmung und ein Gebäude. Auch das spricht für mich klar für den derzeitigen Standort.

Tips:Hat sich in der Causa Westbahn-Ausbau etwas getan?

Naderer-Jelinek: Eine Annäherung gibt es insofern, dass die 250 Meter lange Variante der Einhausung vom Bund bereits schriftlich angeboten wurde. Es hat viel Überzeugungsarbeit und persönlicher Gespräche bedurft, um darzustellen, warum wir stadtentwicklungsmäßig eine andere Perspektive brauchen und nicht in der Mitte zerschnitten werden. Ich glaube, das haben wir dem Ministerium nun klarmachen können. 

Tips:Hat sich an der Auffassung des Ministeriums im Zuge des Minister-Wechsels etwas geändert?

Naderer-Jelinek: Ich habe schon das Gefühl, ja.

Tips:Es formierte sich in Leonding schnell Hilfe für die Ukraine. Inwieweit ist die Stadt involviert und kann unterstützend einwirken?

Naderer-Jelinek: Wir haben uns von Anfang an als Informationsplattform verstanden. Die Leondinger halten in schwierigen Zeiten zusammen. Ich bin sehr stolz, dass bereits rund 70 ukrainische Flüchtlinge privat in Leonding untergebracht wurden. Da ist eine ziemliche Hilfsbereitschaft vorhanden.


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