Gewerbegebiet "Audorf Süd-Ost": Nun sollen die Bürger mitreden
ANSFELDEN. Bereits seit dem vergangenen Jahr ein umstrittenes Thema in Ansfelden ist das geplante Gewerbegebiet im Stadtteil Audorf. Nun sollen die Bürger mitreden dürfen. Dafür werden zwei Informationstage im Mai veranstaltet, bei denen die Ansfeldner, die Politik und die entsprechenden Unternehmen zusammenkommen sollen.

Das Gewerbegebiet „Audorf Süd-Ost“ soll auf dem acht Hektar großen Gebiet südlich des Stadtteils Audorf und östlich der Firma Kika gebaut werden. Angesiedelt werden sollen hier die drei Unternehmen „Beinkofer Fliesen“, das bereits seit 50 Jahren in Ansfelden beheimatet ist, „Velvety Manufaktur“, das feste Shampoos, Kosmetik und Duschprodukte plastikfrei und CO2 neutral herstellt, sowie „FE Business Park Ansfelden“, das kleinstrukturierte Hallen und Büroflächen für Start-ups, EPU's und kleinere Unternehmen aus der Region baut.
Intensive Diskussionen gab es, als die Einleitung des Verfahrens bezüglich Flächenwidmungsplanänderung samt Änderung des örtlichen Entwicklungskonzeptes im März 2021 beschlossen wurde. Viele Bürger zeigten erhebliche Bedenken zu diesem Projekt. Bürgermeister Christian Partoll will nun sein Versprechen, die Bürger einzubinden und mitsprechen zu lassen, einlösen. Im Mai gibt es daher zwei Informationsveranstaltungen, wo es die Möglichkeit gibt, sich über das Projekt zu informieren und Meinungen und Änderungswünsche einzubringen.Der erste Termin findet am Montag, 2. Mai zwischen 16 und 20 Uhr im Gasthof Strauß (Traunuferstraße 21) statt, der zweite Termin folgt am Donnerstag, 12. Mai zwischen 16 und 20 Uhr im Rathaussaal Haid (Hauptplatz 41). „Projekte können sich zum Positiven wenden, wenn es ein entsprechendes Mitspracherecht gibt“, ist sich Partoll sicher.
Vor- und Nachteile abschätzen
Einige Verbesserungen konnte die Bürgerinitiative gemeinsam mit den Unternehmen vorerst bereits vereinbaren. Zum einen wurden die geplanten Bauhöhen der Gebäude reduziert. Außerdem wurden die Werbe-Türme so umgeplant, dass ein besserer Nachtlichtschutz besteht und zusätzlich ein Grünwall die Siedlungen abschirmt. Für eine positive Energiebilanz sollen mehr Photovoltaik-Anlagen angebracht sowie Fernwärme und Dachbegrünung eingebunden werden. Carsharing Angebote soll es ebenfalls geben.
Ein großer Kritikpunkt war das zusätzliche Verkehrsaufkommen in diesem Gebiet, das mit 2.000 bis 2.500 zusätzlichen Fahrten geschätzt wird. „Gegen den Verkehr kann man nur geringfügig etwas machen, das muss man ganz ehrlich sagen. Die Betriebe haben schon viel investiert - alle drei Unternehmen haben aber zu mir gesagt, sie machen es nicht, wenn die Bürger dagegen sind. Mein Ansatz ist hier, beide Seiten zusammenzuführen und fair miteinander zu reden. Man muss hier gemeinsam abschätzen, was die Vor- und Nachteile sind“, so Bürgermeister Partoll. Denn natürlich würden durch das Gewerbegebiet auch 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden
Beratung im Gemeinderat
Die etwa 7.600 betroffenen Bürger aus den entsprechenden Gebieten wurden bereits per Post über die kommenden Veranstaltungen informiert und dazu eingeladen. Bei den Veranstaltungen sollen Politiker aus allen Fraktionen teilnehmen. „Es geht hier um eine direkte Demokratie. Wenn man miteinander redet, können gemeinsam Lösungen gesucht werden“, erklärt Partoll.Nach den beiden Veranstaltungen werden die eingebrachten Einwände besprochen und über das Projekt nochmals im Bauausschuss und im Gemeinderat beraten. Bis zum Sommer muss dann ein Entschluss über den Bau des Gewerbegebiets gefasst werden. „Entscheiden wird es schlussendlich natürlich die Politik, aber wenn sie über die Leute drüberfährt, funktioniert das auch nicht, wie man in der Vergangenheit gesehen hat“, so Partoll.


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