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Spatenstich für weitere Sortieranlage: Mehr Recycling statt Verbrennung im Ennshafen

David Ramaseder, 21.04.2026 11:47

ENNS. Mit dem Spatenstich für die neue Recyclinganlage „Sort4cycle“ ist im Ennshafen ein Projekt gestartet, das europaweit Maßstäbe setzen soll. Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA), Bernegger und Der Grüne Punkt investieren mehr als 40 Millionen Euro in das Werk, das ab 2027 jährlich bis zu 41.000 Tonnen Kunststoff verarbeiten kann – Material, das bisher großteils verbrannt wurde.

V.l.: Jürgen Secklehner (Geschäftäftsführer ARAplus), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger GmbH) und Denis Völler (Geschäftsführer Der Grüne Punkt) beim Spatenstich für Sort4cycle. (Foto: TriPlast)

Kern der Anlage ist das von der ARA entwickelte Verfahren „Upcycle“, mit dem auch stark verschmutzte oder schwer verwertbare Kunststoffreste aufbereitet werden können. Ziel ist es, diese Stoffe wieder als Rohstoffe nutzbar zu machen – auch für sensible Bereiche wie Lebensmittelverpackungen. „Die Anlage ist ein entscheidender Schritt, um Kunststoffkreisläufe zu schließen“, sagt ARA-Vorstand Thomas Eck. Das sei wesentlich für Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen.

Errichtet wird Sort4cycle direkt am Standort der bestehenden Sortieranlage TriPlast, die seit 2024 in Betrieb ist. Dort werden jährlich rund 100.000 Tonnen Verpackungsabfälle aus dem Gelben Sack verarbeitet. Die neue Anlage soll diese Infrastruktur ergänzen und weiter ausbauen. „Mit zusätzlicher Feinsortierung und Reinigung schaffen wir die Voraussetzung für maximale Wertschöpfung aus Abfällen“, so Kurt Bernegger.

Für die Zukunft gerüstet

Technisch setzt Sort4cycle auf zwei Schwerpunkte: eine KI-gestützte Nachsortierung, die besonders reines Material für das Recycling liefert, und einen weiterentwickelten UPCYCLE-Prozess für bislang nicht verwertbare Kunststofffraktionen. Dadurch sollen künftig mehr Stoffe im Kreislauf bleiben und weniger verbrannt werden.

Auch aus europäischer Sicht ist das Projekt von Bedeutung. „Europa braucht industrielle Lösungen, die heute funktionieren und morgen skalierbar sind“, sagt Denis Völler vom Grünen Punkt. Sort4cycle soll dazu beitragen, strengere EU-Recyclingvorgaben zu erfüllen und die Versorgung mit recycelten Rohstoffen zu sichern.

Mit der Inbetriebnahme Mitte 2027 entstehen zudem mehr als 20 neue Arbeitsplätze in Oberösterreich.


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