Großer Schlag gegen Schlepperbande gelungen
OÖ. Dem Landeskriminalamt OÖ gelang gemeinsam mit der Südtiroler Carabinieri, der Passauer Polizei und der Cobra ein großer Schlag gegen einen internationalen Schlepperring. Mindestens 259 Migranten sollen durch den Ring in die EU geschleust worden sein, die Menschenschmuggler sollen damit über zwei Millionen Euro eingenommen haben.

Die Ermittlungen wurden bereits im September 2018 eingeleitet, nachdem das Landeskriminalamt OÖ - Ermittlungsbereich Menschenhandel/Schlepperei - von einem Aufgriff von zwei Schleppern, die in Oberösterreich lebten, und drei Illegalen in Sterzing in Südtirol informiert wurden.
Anfänglich wurde wegen Verdachts der Schlepperei, der Geldwäsche und der Urkunden-Fälschung ermittelt. Nach Auswertung zahlreicher Handys konnten viele Schleppungen rekonstruiert werden. Zusätzlich gab es mehrere Schlepperaufgriffe und Festnahmen in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien und Kroatien, die dieser Organisation zugeordnet werden konnten.
Ermittlungen auf „Gesamtorganisation“ ausgeweitet
Die Ermittlungen wurden auf drei operierende Zellen in einer Gesamtorganisation ausgeweitet. Es handelte sich dabei laut Polizei um irakische Staatsbürger aus dem Großraum Linz, syrische Staatsangehörige aus Salzburg und Wien und einem Afghanen aus Wels, der Fahrer aus Serbien rekrutierte. Alle agierten bundesweit, die einzelnen Täter hatten verschiedene Aufgaben wie Organisation der Schleppungen, Rekrutierung von Fahrern, Botenfahrten, Geldwäsche, Vorausfahrten und dergleichen.
Cobra im Einsatz
Nach einer Anordnung der Staatsanwaltschaft Innsbruck kam es teils mit Einsatz der Cobra zu mehreren Festnahmen und Durchsuchungen in Oberösterreich und Salzburg. Durch die Komplexität des Sachverhalts gab es im In- und Ausland mehrere parallel geführte, ineinandergreifende Ermittlungsverfahren. In Österreich vorwiegend mit dem LKA Wien, im angrenzenden Ausland vorwiegend mit der Bundespolizei Passau.
25 Täter ermittelt, teilweise auf der Flucht
Es wurde laut Polizei insgesamt gegen 25 bekannte Täter im In- und Ausland ermittelt. Acht Festnahmen gab es bereits, nach zwei Beschuldigten wird aktuell mit europäischen Haftbefehlen gefahndet. Die Täter sollen mindestens 259 Migranten illegal in die EU geschleppt haben. Die drei Schlepper-Zellen sollen damit mehrere hunderttausend Euro verdient haben, die Gesamtorganisation über zwei Millionen Euro.


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