Fehlende Messenger-Daten bremsen Ermittlungen zum Mord in Linz
LINZ. Rund einen Monat nachdem das Gewaltverbrechen in der Linzer Harrachstraße bekannt wurde, gibt es neue Details zum Tathergang.

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass sich der oder die Täter in räuberischer Absicht Zutritt zur Wohnung des Opfers verschafften. Das Ziel: Die Herausgabe von Wertgegenständen. Dabei wurde das Opfer durch massive Gewaltanwendung so schwer verletzt, dass es schließlich an den Folgen verstarb.
Fehlende Messenger-Daten bremsen Aufklärung
Ein zentrales Problem für die Ermittler ist das Mobiltelefon des Opfers. Dieses wurde nicht in der Wohnung gefunden; es liegt nahe, dass der oder die Täter es entwendet haben. Zuletzt war das Gerät am Abend des 17. Jänner 2026 im Netz eingeloggt.
Da das Opfer vorwiegend über einen Messenger-Dienst kommunizierte, auf den die Behörden keinen Zugriff haben, gestalten sich die Nachforschungen schwierig. Landespolizeidirektor Andreas Pilsl findet dazu klare Worte:
„Ohne die entsprechenden Tools für die Kriminalpolizei wird es uns immer schwieriger gemacht, Verbrechen aufzuklären. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass es für Anbieter von Messenger-Diensten bei schwerwiegenden Straftaten verpflichtend sein sollte, bestimmte Daten zur Verfügung zu stellen.“
Die Spur der „zwei Pizzen“
Da die Tatzeit mit großer Wahrscheinlichkeit in den Abendstunden des 17. Jänner liegt, rückt ein Detail erneut in den Fokus: Der Besuch einer bisher unbekannten Person und die Konsumation zweier Pizzen. Ein Zusammenhang mit der Tat wird derzeit akribisch geprüft.
Kriminalpsychologe und Videoauswertung
Um neue Ermittlungsansätze zu finden, wurde am 19. Februar der Tatort auf Auftrag der Staatsanwaltschaft Linz von einem gerichtlich beeideten Kriminalpsychologen begutachtet. Er soll die Ermittlungen durch eine ergänzende Fallanalyse unterstützen.
Zusätzlich laufen weiterhin zeitintensive Maßnahmen:
Videoüberwachung: Sichtung und Auswertung von Kameras im Umfeld des Tatorts.
Technik: Auswertung von Telekommunikationsdaten und elektronischen Datenträgern.
Rechtshilfe: Ersuche an ausländische Internet-Anbieter (deren Beantwortung oft Monate dauert).
Geduld gefordert
Die Staatsanwaltschaft Linz und das Landeskriminalamt OÖ betonen, dass die aktuelle Situation die Ermittlungen „außerordentlich schwierig und zeitaufwendig“ macht. Dennoch werde mit Hochdruck und allen verfügbaren Ressourcen an der Aufklärung gearbeitet.


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