„Zwischen den Kriegen“: Die Jahre 1918 bis 1938 als großes Ausstellungsthema im Oö. Landesmuseum
LINZ. Mit der Zeit „Zwischen den Kriegen“ – 1918 bis 1938 – beschäftigt sich die neu eröffnete übergreifende große Ausstellung in den Häusern des Landesmuseums. Während im Schlossmuseum die wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung der Zwischenkriegsjahre beleuchtet wird, widmet sich die Landesgalerie der künstlerischen Seite.

„Das Gedenkjahr 2018 ist ein grundlegender Anlass für die Auseinandersetzung mit Krieg, der auch jetzt international täglich präsent ist. Die Ausstellung zeigt all das, was das Leben zu dieser Zeit bedeutet hat, wie es dazu gekommen ist, dass Waffengewalt aufkeimt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer bei einem Rundgang durch die Ausstellung.
Comics als tragendes Element
Über ein Jahr lang läuft die umfangreiche Ausstellung im Schlossmuseum, breit aufgearbeitet und modern präsentiert, damit auch für die Jugend und Schulen eine lebhafte Auseinandersetzung ermöglicht wird. „20 Jahre in eine Ausstellung zu bringen war eine große Herausforderung“, so der Kurator der Ausstellung im Schlossmuseum Peter März. So wurde als tragendes Element auf Comicstrips gesetzt, die auch komplexe Themen veranschaulichen sollen.
Aufarbeitung in fünf Räumen
Die Ausstellung im Schlossmuseum spannt in fünf Räumen einen Bogen ausgehend von der Gründung der Republik Österreich im November 1918 bis hin zum Einmarsch nazideutscher Truppen im März 1938. So wird die schwierige wirtschaftliche Situation in der Nachkriegszeit thematisiert, das Alltagsleben und die Alltagskultur von Sport über Tourismus bis zum wirtschaftlichen Aufschwung. Die Entwicklung maßgeblicher politischer Parteien und Akteure, die Weltwirtschaftskrise und die politische Radikalisierung sind Thema. Der fünfte Raum schließlich befasst sich mit dem autoritären Regime unter Dollfuss und Schuschnigg sowie dem Anschluss.
Aus Sicht der Künstler
Bis 6. Mai wird begleitend zur Ausstellung im Schlossmuseum in der Landesgalerie Linz ein Einblick in das Kunstgeschehen der Zwischenkriegszeit gegeben. Vier Themenschwerpunkte wurden ausgehend von den Sammlungsbeständen des Landesmuseums erarbeitet, „wir haben versucht, einige neue Blickwinkel aus der Zeit herauszuarbeiten“, so Landesgalerie-Leiterin Gabriele Spindler.
Stilistische Entwicklungen zwischen Spätimpressionismus und Neuer Sachlichkeit werden thematisiert. Auch wird der Frage nachgegangen, in wieweit die Fotografie Eingang in die künstlerische Auseinandersetzung fand. So ist eine ausführliche Präsentation von Fotografie in der Zwischenkriegszeit zu sehen (“Linzer Schule“). Ein Raum ist den privaten Malschulen gewidmet, genauso wird den heimischen Kunstvereinen wie dem Linzer Künstlerbund MAERZ Raum gegeben.
Kubin-Kabinett
Bis 6. Mai ist auch eine neue Präsentation im Kubin-Kabinett in der Landesgalerie zu sehen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Alfred Kubin auf künstlerische und politische Vorgänge in der Zwischenkriegszeit Bezug nimmt. Die Jahre zwischen 1918 und 1938/39 zählten jedenfalls zu seinen produktivsten.
Ausstellungen im Sumerauerhof und im Schlossmuseum Freistadt
Zusätzlich zum Schlossmuseum und zur Landesgalerie gibt es zwei korrespondierende Ausstellungen in weiteren Häusern des Landesmuseums. „Zeitsprünge. Jugend Einst und Jetzt. 100 Jahre Oberösterreich“ im Sumerauerhof in St. Florian zeigt etwa die Unterschiede der Jugend vor 100 Jahren und jener von heute in einem generationsübergreifenden Projekt (zu sehen bis 28. Oktober, in Kooperation mit der OÖ. Landjugend). Im Schlossmuseum Freistadt wird die sechsteilige Serie „Hart an der Grenze“ gezeigt – Ereignisse im Zusammenhang mit der Grenze Mühlviertel-Südböhmen stehen im Mittelpunkt.
Für Schulen und Begleitprogramm
Für Schulklassen gibt's spezielle Vermittlungsprogramme sowie Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung der Ausstellungsbesuche.
Zur Ausstellung gibt's auch ein umfangreiches Begleitprogramm, Infos/Termine: www.landesmuseum.at. Alle Ausstellungen an den vier Standorten können mit einer Eintrittskarte (9 Euro) besucht werden.


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