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LINZ. Mit der Uraufführung von Franzobels „Hanni“ am Dienstag, 10. März, wird die Geschichte einer wichtigen Zeitzeugin und damit zugleich ein exemplarisches Frauenschicksal des 20. Jahrhunderts auf die Bühne des Brucknerhauses gebracht. Die Titelheldin Hanni Rittenschober feiert an diesem Tag nicht nur ihren 99. Geburtstag, sie hat auch ihr voraussichtliches Kommen zugesagt. Karten für dieses bedeutende Stück Zeitgeschichte sind noch erhältlich.

 (Foto: Reinhard Winkler)
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In Franzobels Monolog geht es um eine bemerkenswerte Frau: Hanni Rittenschober, die exakt am Tag der Uraufführung ihren 99. Geburtstag feiert. Hanni Rittenschober blickt auf ein langes und entbehrungsreiches Leben zurück. Als einfache Magd, Tochter eines Knechts, kannte auch sie von klein auf nur bitterste Armut. Mit ihrem Vater wurde sie gezwungen, beim Bau der Baracken für das Konzentrationslager Gusen mitzuarbeiten, später wurde sie Zeugin der „Mühlviertler Hasenjagd“ – und hat das Unrecht nicht nur erkannt, sondern, wo sie konnte, den Opfern auch geholfen.

Ihr Mann kehrte 1947 traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft zurück, vertrank und verspielte alles, sodass Hanni ihre sechs Kinder allein durchbringen musste „Obwohl Hanni oft von Leuten umgeben war, die ihr böse mitgespielt haben, ist sie liebevoll und tolerant geblieben, nicht verhärmt, nicht neidisch, nicht humorlos, ohne Vorurteile. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass Herzensbildung genauso wichtig ist wie intellektuelle Bildung, da kann man viel von ihr lernen. Und ihr Humor ist für eine fast Hundertjährige sowieso einzigartig“, erzählt Franzobel über seine Begegnung mit Hanni Rittenschober.

„Hanni Rittenschober steht für viele Österreicherinnen“

In die Rolle der Hanni schlüpft Schauspielerin und Sängerin Maxi Blaha. Von der Wienerin, die mit ihrer Darstellung ganz unterschiedlicher Frauenportraits im Rahmen von Theatersoli rund um den Globus aufgetreten ist, stammt auch die Idee, die bewegte Lebensgeschichte der Zeitzeugin auf die Bühne zu bringen. „Ich habe Frau Rittenschober mehrmals interviewt und fand ihre Erzählungen über Kindheit, Armut, Nazizeit, Nachkriegszeit immer sehr berührend. Sie steht für mich für viele Österreicherinnen, sie ist nur eine Platzhalterin. Ich denke, dass viele Frauen in diesem Land Ähnliches geleistet haben und immer noch leisten, aber sie stehen immer im Schatten wichtiger Männer, das wollte ich ändern. Für mich ist es ein Stück über viele Frauen, die unser Land zusammenhalten, die alles ertragen, erledigen, trotzdem positiv und lustig bleiben, die Kinder großziehen, unbezahlte Arbeit machen, ohne die es einfach nicht ginge“, sagt Maxi Blaha über die Bedeutung von Hanni Rittenschobers Lebensgeschichte.

Ein Höhepunkt der laufenden Saison im Brucknerhaus

„Mit der Uraufführung von „Hanni“, einem szenischen Monolog mit Musik, widmen wir uns einem bedeutenden Stück Erinnerungsgeschichte und einem Herzensprojekt. Für mich ist diese Uraufführung einer der Höhepunkte der laufenden Saison im Brucknerhaus und ein wesentlicher Beitrag zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZs Mauthausen sowie seiner Nebenlager Gusen I, II und III“, erzählt Dietmar Kerschbaum, Vorstandsdirektor der LIVA und Intendant des Brucknerhauses. „Hanni ist eine Frau, die das Herz am rechten Fleck hat und die sich auch von den Lügen und der verbrecherischen Ideologie des NS-Regimes niemals blenden ließ. Die Lebensgeschichte dieser großartigen Frau hat mich zutiefst berührt und fasziniert. Die Uraufführung ruft nicht zuletzt Schrecknisse des vergangenen Jahrhunderts ins Gedächtnis, die niemals vergessen werden dürfen.“

Dienstag, 10. März, 19.30 Uhr

Brucknerhaus, Linz

Hier geht's zum Online-Ticketshop.


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