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LINZ/ENNS. Anfang April feierte Komponist Helmut Rogl seinen 60. Geburtstag. Dazu hätte auch seine erste Sinfonie an der Bruckneruniversität aufgeführt werden sollen - das wird nachgeholt. Tips hat sich mit dem Komponisten, der gleichzeitig Marketing-Direktor bei der Oberösterreichischen Versicherung ist, unterhalten.

Komponist Helmut Rogl zauberte zu seinem 60. Geburtstag seine erste Sinfonie. (Foto: Cornelia Leitl)
  1 / 2   Komponist Helmut Rogl zauberte zu seinem 60. Geburtstag seine erste Sinfonie. (Foto: Cornelia Leitl)

Rogl kam in Enns zur Welt, übersiedelte dann mit seinen Eltern nach Linz. Schon früh kam er mit der Musik in Berührung, lernte in jungen Jahren Klavier und begann auch bald, selbst zu komponieren. „Neugierig wollte ich herausfinden, wie die Meister ihre Kompositionen gestalten und habe bald gesehen, dass man hier sehr in die Tiefe gehen muss. Was schön und einfach klingt, ist mitunter sehr schwer zu erfinden und zu gestalten. Das war eine einschneidende Erfahrung, aber es hat mich nicht mehr losgelassen“, erzählt Rogl.

Kompositions- und BWL-Studium

So folgte nach der Matura die bewusste Entscheidung zum Kompositions-Studium, erst am Brucknerkonservatorium bei Helmut Schiff und Gunter Waldek, anschließend bei Helmut Eder am Mozarteum Salzburg. Die Musik sollte aber nicht Rogls einzige Leidenschaft sein. Er promovierte 1985 an der JKU Linz zum Doktor der Betriebswirtschaften. Nun führt er beide Berufe aus, ist nicht nur Komponist, sondern auch Marketing-Direktor bei der Oberösterreichischen Versicherung.

Kontrastreiche Lebenswelten

Der Kontrast seiner beiden Lebenswelten komme aber beiden zugute, so der 60-Jährige. „Die eine ist der Ausgleich der anderen und ich laufe nicht in die Gefahr 'eindimensional' zu werden“, schmunzelt Rogl. Wird da im Büro schnell mal zum Stift gegriffen, wenn spontan neue Musik durch den Kopf geht? „Wenn es turbulent und laut zugeht, ist die Muse nicht bereit. Bei einem kleinen Mittagsspaziergang kann eine Inspiration aber plötzlich kommen“, so Rogl.

Generell braucht er Abgeschiedenheit für seine Kompositionen: „Die Ideen können bei verschiedensten Gelegenheiten kommen, die Ausführung und Gestaltung meiner Werke mache ich am liebsten in meinem Arbeitszimmer, da brauche ich Ruhe und Abgeschiedenheit.“

Viele hochkarätige Werke

Für seine Arbeit als Komponist wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Kulturpreis des Landes OÖ, 2015 wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen. Natürlich ist seine Sinfonie I, op. 66 nicht das erste künstlerische Highlight Rogls. Die Uraufführung seines Cellokonzerts im Wiener Konzerthaus, das Projekt „Heartbeat“ bei der Ars Electronica, die Produktion seiner Kinderoper an der Bruckneruni, die Uraufführung seines „Tango“ in London, die Eröffnungsmusik zum Brucknerfest 2002 und vieles mehr erfüllen ihn mit Stolz.

Keine leichte Zeit

Die Uraufführung seiner Sinfonie wird nachgeholt. Die aktuelle Zeit ist aber auch für Rogl nicht leicht: „Wir haben alle keine Erfahrung mit der aktuellen Herausforderung. Es scheint mir aber wichtig, sich auf Naheliegendes zu konzentrieren, Schritt für Schritt weiterzumachen im Rahmen des Möglichen und die Zeit sinnvoll zu nützen. Auch das Aufblühen im Garten bei so schönem Wetter hätte ich so nicht erlebt. Die Planung für das Konzert geht fast drei Jahre zurück, es geht ja um ein großes Werk und es ist vieles zu organisieren. Dann sieht alles perfekt aus und auf einmal … abgesagt. Aber kurz darauf der Trost: Ich bin nicht allein, rundum ein Stopp. Das Gute ist: Das Werk liegt vor und die Uraufführung wird voraussichtlich nächstes Jahr stattfinden. Darauf kann ich mich freuen!“

Ebenfalls hofft Rogl, dass seine weiteren für dieses Jahr geplanten Projekte noch durchgeführt werden können, darunter eine Klanginstallation für das Brucknerfest in den Promenaden Galerien, an der er derzeit arbeitet.

Mehr Infos zum Komponisten Helmut Rogl gibt's auf seiner Homepage unter www.helmutrogl.at


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