Kultur in der Warteschleife: "Der Optimismus ist mittlerweile nicht mehr allzu groß"
OÖ/LINZ. Laut Ankündigung der Bundesregierung sollen Museen, Bibliotheken und Galerien am 8. Februar öffnen dürfen. Veranstalter, Theater-, Kino- und Konzerthäuser-Betreiber müssen sich aber weiter in Geduld üben. Mitte Februar soll hier erst evaluiert werden, wie es weitergehen kann. Nach wie vor würden Details zu den beschlossenen „Eintrittstests“ fehlen, was die Planungen erschwert.

„Ich kann Ihnen heute leider noch kein Datum für den Neustart nennen“, so Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer gestern (18. Jänner) vor Presse in Richtung Veranstalter und anderer Kulturhäuser. Die nächsten Wochen würden für die Kunst- und Kulturszene hart werden.
Immerhin: Für Museen und Galerien gibt es ein Datum, wenn die Zahlen stimmen und der Lockdown aufgehoben wird könnten diese gemeinsam mit dem Handel und Dienstleistern am 8. Februar öffnen dürfen.
„Optimismus nicht mehr groß“
„Ob die Termine halten, steht in den Sternen, der Optimismus ist mittlerweile nicht mehr allzu groß“, so Thomas Diesenreiter, Geschäftsführer der Kulturplattform OÖ im Tips-Gespräch. „Wir reden mit vielen Veranstaltern und viele denken darüber nach, überhaupt erst ab Mai, Juni, Juli aufzusperren, weil sie es satthaben, die Pläne dauernd umzubauen.“
Abwartend und in Startposition zeigen sich die Verantwortlichen der Liva-Häuser wie Brucknerhaus und Posthof. Die Pläne für die nächsten Wochen wurden einmal mehr über den Haufen geworfen. Für die geplanten Konzerttermine wird auf Hochdruck an Ersatzterminen gearbeitet. Erst wenn es auch eine Verordnung zu den sogenannten „Eintrittstests“ gebe, könne man hier mit vernünftigen Planungen und Lösungen, die auch für das Publikum passabel seien, beginnen.
„Eintrittstests“: Braucht faire Bedingungen
Auch Diesenreiter verweist auf die noch offenen Details zu den „Eintrittstests“, er fordert ein faires Reglement, das auch von den kleinen Kulturvereinen erfüllbar ist. Gerade für die freie Szene mit ohnehin knappem Budget stelle sich die Frage, wer für die Zusatzkosten aufkomme. Er verweist auf einen Runden Tisch mit Staatssekretärin Mayer und Kulturminister Werner Kogler, bei dem Details besprochen werden sollen. „Es gibt noch keinen Entwurf zur Verordnung, wie es tatsächlich ausschauen wird, auch mit Datenschutz oder der Anbindung der Gesundheitsbehörden.“
Spannend bleibt, wie das Publikum Kulturveranstaltungen annehmen wird, wenn vorab aktuelle negative Testergebnisse nötig sind. „Man kann davon ausgehen, dass der Zuspruch niedriger ist. „Die andere Frage ist: Was heißt es ökonomisch, wenn weiter maximale Besucherzahlen und künftig ein Abstand von zwei Metern gelten?“, so Diesenreiter. Eine Ausweitung des Abstandes würde nur mehr ein Viertel der Kapazitäten beim Publikum bedeuten. „Mit 50 Prozents konnten viele schon nicht mehr ausgeglichen budgetieren, mit einem Viertel geht das dann gar nicht mehr.“
Schleppende Entschädigungszahlungen
Grundsätzlich, hält Diesenreiter fest, seien die Bereitschaft, die gesundheitspolitischen Ziele zu erreichen, und das Verständnis in der Branche groß. „Gleichzeitig gibt es aber großes Unverständnis, weil Entschädigungszahlungen für die Vereine so lange brauchen.“ So könnten gemeinnützige Vereine bis heute keinen Antrag für Hilfsgelder für das vierte Quartal stellen.
Hilfsinstrumente verlängert
Mit der Ankündigung der Verlängerung des Lockdowns hat die Bundesregierung auch angekündigt, die Hilfsinstrumente auch für die Kulturbranche zu verlängern, bis Ende Juni. Der angekündigte „Ausfallbonus“ soll im Kulturbereich nicht nur für profitorientierte Unternehmen, sondern im Rahmen des NPO-Fonds auch für gemeinnützige Vereine gelten. Zudem kündigte Staatssekretärin Mayer einen weiteren Lockdown-Bonus für Künstler an, insgesamt 1.000 Euro pro bewilligten Antrag für Jänner und Februar.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden