Ina Regen: „Starmania hat sich für mich früher nicht richtig angefühlt“

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 23.02.2021 23:43 Uhr

LINZ/OÖ. Am Freitag, 26. Februar 2021, startet die neue Staffel Starmania. 64 Menschen singen in zehn Shows um den Sieg. Diesmal entscheidet aber nicht nur das Publikum mittels Voting, sondern auch eine Jury, wer weiterkommt. Tips hat sich mit Jurorin und Sängerin Ina Regen unterhalten. Thema war auch ihr neues Album „Rot“, das am 12. März erscheint.

Ina Regen kommt aus Gallspach im Bezirk Grieskirchen und wohnt mittlerweile in Wien. Tips hat mit ihr über Starmania, aber auch über ihre eigene Musik und Erinnerungen gesprochen.

Tips: Wie ist es dazu gekommen, dass du in der Starmania-Jury sitzt?

Ina Regen: Der ORF hat gesagt: „Wir machen Starmania und brauchen eine Jury“. Man hat mich gefragt und ich habe zugesagt (lacht). Das war ganz unspektakulär. Ich habe natürlich schon überlegt, ob ich das sein will und wie meine Rolle als Jurorin aussehen könnte. Ich habe nämlich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Castingshows, weil ich manchmal das Gefühl habe, dass da Menschen nicht mehr wie Menschen behandelt werden und das vor einer ganz großen Öffentlichkeit. Davon wollte ich kein Teil sein. Nur habe ich mir dann gedacht, wenn ich etwas ändern möchte, muss ich dorthin, wo es passiert. Ich hoffe, dass uns das gelingt. Das bedeutet aber nicht, dass wir sanfter mit den Menschen sein dürfen als es die Situation von uns verlangt. Der Job, um den es da geht, ist ein harter. Da braucht es eine dicke Haut und manchmal sollte man am besten gar keine haben, um ganz ehrlich und verletzlich sein zu dürfen. Im Herbst 2020 hat das Casting gestartet, dann gab es Online-Castings, wo 1.700 Kandidaten und Kandidatinnen ihre Videos eingeschickt haben. Von denen wurden 200 zu einem Vorsingen eingeladen, wovon 64 diese Woche beginnen.

„Ich wusste nicht, ob ich tanzen oder weinen soll“

Tips: Hättest du früher selbst also nicht an einer Castingshow teilgenommen?

Ina Regen: Ich habe auch einmal an einem Talentwettbewerb teilgenommen. Als Starmania herausgekommen ist, habe ich mit damit geliebäugelt, eine Musical-Aufnahmeprüfung zu machen. Ich habe mich dagegen entschieden und Jazz- und Populargesang studiert. Für mich hat es sich nicht richtig angefühlt.

Tips: Im März erscheint dein neues Album „Rot“. Wie beschreibst du es selbst?

Ina Regen: Rot ist für mich die Farbe des Lebens, auch das Album ist sehr facettenreich - sowohl stilistisch als auch inhaltlich. „Rot“ ist recht erwachsen, nachdenklich, reflektiert und selbstkritisch. Es enthält aber auch Hoffnung, Optimismus und Eigenverantwortung.

Tips: Ein Song darauf heißt „Ein Elefant für dich“. Ist das als Anspielung auf den Abstand eines Babyelefanten gedacht?

Ina Regen: Haha, an das habe ich noch gar nicht gedacht (lacht). „Ein Elefant für dich“ ist eigentlich von Wir sind Helden. Der Song hat mich so berührt, als ich ihn zum ersten Mal bei einem Konzert gehört habe. Ich wusste nicht, ob ich tanzen oder weinen soll. Während meiner „Klee“-Tour (erstes Album, Anm.) hatten wir den Song selbst im Programm. Ich habe mir gewünscht, dass wir ihn festhalten.

„Erinnerungen sind eine Tankstelle für Emotionen“

Tips: Erinnerungen sind immer wieder Teil deiner Texte. Welche Bedeutung haben sie für dich persönlich?

Ina Regen: Erinnerungen sind eine Tankstelle für Emotionen glaube ich. Man kann eine Reise dorthin machen, wo es einem gerade gut geht oder auch wo wir Schmerzen erlebt und überwunden haben. Letztendlich können wir nur aus der Retroperspektive lernen.

Tips: Du hast einen Rotweinplausch ins Leben gerufen. Wie ist diese Idee entstanden?

Ina Regen: In dem Song „Lernen wie man lebt“ gibt es eine Zeile, in der es um den Rotweinrausch geht und dass der Rotwein dabei hilft, kreative Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Als soziale Medien unsere einzige Kontaktquelle zur Außenwelt waren, entstand darauf aufbauend der Rotweinplausch. Da habe ich mich einmal wöchentlich mit meinen Fans auf Instagram getroffen. Die haben mir Fragen gestellt, zum Teil sehr lebensphilosophische und große Fragen, wo ich dann oft auch an meine Grenzen gestoßen bin, was meine Kompetenz angeht. Ich nehme seit 2016 regelmäßig Philosophie-Unterricht und habe dann meinen Lehrer Martin gebeten, ob er mit mir gemeinsam den Podcast macht, der eine Frage der Woche beantwortet. Das sind Themen wie Entscheidungen und Rituale am Jahresende. Ich habe letztes Jahr gemerkt, dass mir Gespräche sehr wichtig sind und dass ich es vermisse, mit anderen Menschen und Lebensrealitäten in Kontakt zu kommen. Ich habe selbst begonnen, Podcast zu hören und wollte dann irgendwann auch mitreden.

Tips: Wie war die Zeit der Pandemie darüber hinaus bisher für dich als Künstlerin?

Ina Regen: Sie war geprägt von Höhen und Tiefen. Diese Zeit hat wohl jeden von uns an seine Grenzen gebracht. Ich habe aber auch viele Dinge entdeckt, die ich schön finde am Leben, das ich lebe. Es hat sich zum Beispiel eine Gemeinschaft mit meinen Fans entwickelt.

„Musik kann ein Pflaster sein“

Tips: Was wirst du dir von Onlinekonzerten und Co mitnehmen?

Ina Regen: Die Bedeutung, die Musik im Leben von Menschen hat, speziell in außergewöhnlichen Situationen. Man kann ein Pflaster sein. Menschen, die sich ein Video ansehen, können aber keine Menschen ersetzen, die mit dir denselben Moment im gleichen Raum oder unter dem gleichen Himmel erleben.

Tips: Sind in nächster Zeit dennoch Onlinekonzerte oder andere Veranstaltungen geplant?

Ina Regen: Mir bricht es schon ein wenig das Herz, dass kein Live- Konzert zur Veröffentlichung von „Rot“ vor Publikum stattfinden kann. Insofern planen wir, etwas Anderes zu machen. Wenn man meine Social media-Kanäle mitverfolgt, wird man mitbekommen, wann es ein Onlinekonzert gibt.

Tips: Arbeitest du bereits an neuer Musik?

Ina Regen: Ich habe bis vor acht Wochen an meiner alten Musik gearbeitet, die aber auch noch neu ist, weil sie noch nicht veröffentlicht wurde. In dieser Zeit habe ich nichts mehr komponiert, aber ich schöpfe bereits Vorfreude.

Ina Regens Album „Rot“ erscheint am 12. März 2021.

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