Faschismus und Kunst: Lentos Kunstmuseum präsentiert neue Ausstellung
LINZ. Am 23.03. startet die neue Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz. Mit dem Titel „Transformation und Wiederkehr. Radikale Nationalismen im Spiegel der zeitgenössischen Kunst.“ greifen Werke von 14 Künstlern faschistische Zusammenhänge auf, reinszinieren und dekonstruieren sie. Ein Thema, das aktueller denn je zu sein scheint.

Beim Betreten des Ausstellungssaals begegnet man zunächst einem Porträt des Tiroler „Freiheitskämpfers“ Andreas Hofer. Jedoch zeigt dies eigentlich jemand ganz anderes: Mithilfe einer Röntgendurchleuchtung erkannte man, dass das Bild ursprünglich Adolf Hitler darstellte. Nach 1945 wurde es jedoch übermalt und unter dem Abbild Andreas Hofers versteckt. Nicht vernichtet, sondern quasi verkleidet wird hier die NS-Vergangenheit, was mit der Ausstellung des Röntgenbildes gleich neben dem Porträt dargestellt werden möchte. Auch die von Franz Kapfer inszenierte Hütte der türkischen faschistischen Bewegung der Grauen Wölfe oder die Betrachtung der slowenischen Musikgruppe Laibach, die sowohl linke als auch rechte totalitäre Ideologien des 20.Jahrhunderts aufgreift, fügen sich in diese Thematik der Ausstellung.
Aufarbeitung faschistischer Tendenzen
„Die Ausstellung ist neben den Werken der Künstler sozusagen mit Fußnoten in Form von Büchern, Artefakten oder Sammlungen von Kinoplakaten unterlegt.“, erklärt Hemma Schmutz, Direktorin des Lentos Kunstmuseums, die gemeinsam mit Markus Proschek diese Ausstellung kuratierte. Mit Bezug auf die aktuelle politische Situation wollen sie eine künstlerische Auseinandersetzung mit solchen Themen ermöglichen. Dazu sammelten sie Werke von Künstlern wie Martin Dammann, Ines Doujak und Monica Bonvicini.
Feingefühl bei heikler Thematik
Bürgermeister Klaus Luger betont hier die Möglichkeit mithilfe der Kunst über faschistischen Tendenzen aufzuklären und sie aufzuarbeiten. „Das städtische Kunstmuseum Lentos hat sich dieser Aufgabe gestellt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit totalitären und rechtsextremen Entwicklungen, insbesondere in Kunst und Literatur.“ Auch Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer sieht in der Ausstellung ein heikles Thema feinfühlig aufbereitet. “Kunst kann aufklären, andere Perspektiven vermitteln und helfen, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen.“
Bis 06.06.2021 kann die Ausstellung in den beiden Sälen im Untergeschoß des Lentos Kunstmuseums besucht werden.


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