Bruckner und seine Schüler: Vorschau auf das Brucknerfest 2021
LINZ. Unter dem klingenden Motto „Mutige Impulse – Bruckner und seine Schüler“ werden beim diesjährigen Brucknerfest Linz ab 4. September Klassik-Stars Lehrmeister und Schüler vor den Vorhang holen. Intendant Dietmar Kerschbaum hat am Dienstag einen Ausblick gegeben, Tickets sind ab sofort erhältlich.

Unter der Intendanz von Dietmar Kerschbaum wird das Klassikfestival an Bruckners Geburtstag, dem 4. September gestartet. Bis zu seinem Todestag am 11. Oktober warten über 30 spannende Veranstaltungen und musikalische Glanzlichter. Das Brucknerfest lädt dabei ein, Bruckner als Menschen, als Komponisten, als Impulsgeber, als Lehrenden und auch als Freund kennenzulernen. Aufführungen von Werken, die Gegenstand seines Unterrichts waren, von verborgenen Kostbarkeiten von seinen Schülern, aber auch bekannte Stücke von Wegbegleitern sowie Sinfonien Bruckners dürfen erwartet werden.
Intendant Dietmar Kerschbaum ist die Neupositionierung des Internationalen Brucknerfestes Linz, die er bei seinem Antritt 2017 gestartet hat, wichtig. „Ich wollte wieder stärker auf Bruckner fokussieren, ohne bei der Vielfalt der Programme Abstriche machen zu müssen“, so Kerschbaum, dem in der Corona-Zeit die „Gemeinsamkeiten“ und das Miteinander gefehlt haben. Die Neupositionierung habe auch beim Brucknerfest im letzten Jahr, dass unter Auflagen stattfinden konnte, Vertrauen geschaffen, mit 11.000 aufgelegten Karten und 85 Prozent Auslastung.
„Kultur nicht nur behübschendes Beiwerk“
Für Bürgermeister Klaus Luger ist es „der richtige Ansatz, bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen gesellschaftliches Leben wieder zu ermöglichen.“ Die letzten Monate hätten gezeigt, dass die Menschen mehr als sie sich vielleicht vorher bewusst waren an Kultur Interesse haben, dass diese mehr als behübschendes Beiwerk sei, „sondern ein zutiefst menschliches Bedürfnis, nämlich gemeinsam etwa Musik zu erleben. Ob das jetzt ein halb voller oder ein halb leerer Saal ist, ist egal, es entsteht wieder die Möglichkeit für Menschen, einander zu begegnen.“ Luger ist auch optimistisch, dass das Brucknerfest ab September wieder in einer „relativ normalisierten Situation“ stattfinden werde.
Bruckner-Schüler Rott und Kralik von Meyrswalden im Fokus
Besonders im Fokus stehen die Bruckner-Schüler Hans Rott und Mathilde Kralik von Meyrswalden. Die 1857 geborene gebürtige Linzerin war einer der ganz wenigen erfolgreichen Komponistinnen ihrer Zeit, war auch Klassenkollegin von Gustav Mahler. Ihr ist auch eine Ausstellung im Rahmen des Brucknerfestes gewidmet, mit Arbeiten der Linzer Künstlerin Astrid Esslinger, im Rahmen der Tonali-Tour, die das Brucknerhaus erstmals nach Österreich bringt.
Bei der Eröffnung des Brucknerfestes wird das Pastorale Vorspiel des jung verstorbenen Hans Rott erklingen, auch bei weiteren Konzerten steht er im Mittelpunkt.
Publikumslieblinge, Klassik-Stars und großartige Ensembles bringen die Werke zur Aufführung. Unter anderem mit dabei: die renommierten Bamberger Symphoniker, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Marin Alsop und natürlich das Bruckner Orchester mit Markus Poschner. Lieder von Hugo Wolf, der Bruckner verehrte, werden von Stars wie Mezzosopranistin Sophie Rennert, Waltraud Meier, die ihr Brucknerhaus-Debüt gibt, und Thomas Hampson interpretiert. Exklusiv für das Brucknerfest einstudieren werden Martha Argerich und Lilya Zilberstein Bruckners 3. Sinfonie in der Fassung für Klavier zu vier Händen von Mahler und Krzyzanowski. Selbstverständlich darf Publikumsliebling Wolfgang Böck nicht fehlen, zum vierten Mal in Folge verkörpert der Linzer Schauspieler Bruckner.
Bruckner-Beats, Innenstadt-Konzerte: Vieles bei freiem Eintritt
Das Brucknerfest will dabei auch ganz Linz Musik bei freiem Eintritt schenken: Neben einigen anderen Programmpunkten sind unter dem Titel „Rewriting Rott“ Kurzkonzerte an „Bruckner-Orten“ in der Innenstadt zu erleben, zwischen 5. und 10. September. Ab 18 Uhr wird täglich zu einem Spaziergang auf Bruckners Spuren geladen, Studierende der Bruckneruni musizieren. Im Anschluss ab 19.30 Uhr findet bei freiem Eintritt eine Jazzlounge im Hotel Wolfinger statt.
Dass sich tanzbare Beats und Bruckner nicht ausschließen, zeigen die Bruckner-Beats am 1. Oktober, 22 Uhr, bei freiem Eintritt. Musiker Kirill Kobantschenko legt auf, Zählkarten sind erforderlich.
Zudem wird bei freiem Eintritt zum wissenschaftlichen Symposium geladen, in Kooperation mit dem Anton Bruckner Institut.
„Gerade jetzt unterstützen“
Unterstützt wird das Bruckner Fest wieder von der Raiffeisenlandesbank OÖ: „Gerade in der jetzigen Zeit, wo es für den kulturellen Bereich sehr, sehr schwierig ist, ihn überhaupt aufrechtzuerhalten und zumindest in eingeschränkter Form zu betreiben, ist Unterstützung umso wichtiger. Es ist nicht nur wichtig, die Leute bei der Kultur zu halten, sondern wir sind der festen Überzeugung, dass Kultur ein wesentlicher Bestandteil auch eines Wirtschaftsstandortes ist“, so RLB OÖ-Generaldirketor Heinrich Schaller. Das diesjährige Motto „Mutige Impulse“ brauche es nicht nur in der Kultur, sondern im gesamten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und auch sportlichen Bereich.


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