Heimspiel kehrt in den Posthof zurück

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Yannik Bogensperger Tips Redaktion Yannik Bogensperger, 19.01.2022 13:43 Uhr

LINZ. Die Plattform Heimspiel - zur Förderung der jungen österreichischen Szene aus Musik, Tanz, Theater, Kleinkunst und Literatur - wagt von 26. Jänner bis 5. März ein Comeback.

Das Ziel dieser Plattform war seit jeher im Sinne einer traditionellen Talenteschmiede frische Kreativgeister im Posthof zu fördern. Nach der pandemiebedingten Pause im Vorjahr geht das Heimspiel heuer 16 Tage lang - von 26. Jänner bis 5. März - im Zeitkulturhaus am Linzer Hafen über die Bühne. „Es gibt viele schöne Zuckerl im Heimspiel und eine besonders hohe Frauendichte, auf die wir uns freuen können“, prophezeit der österreichische Schriftsteller Wilfried Steiner.

Heimspiel-Eröffnung mit Hildegard Knef von Gabriele Deutsch

Los geht es am Mittwoch, 26. Jänner, und Donnerstag, 27. Jänner, mit dem Theater „So oder so - Hildegard Knef“ von Gabriele Deutsch. „Hildegard Knef ist mein Herzensprojekt, ich habe viel recherchiert, viele Bücher gelesen. Ich fand ihre Lieder und ihre Biografie immer schon toll, ich bin quasi daheim damit aufgewachsen. Ich habe aber nicht versucht die Knef zu kopieren oder nachzuahmen. Sie wusste schon ganz bald in ihrem Leben, was sie wollte. Sie war ein Star, eine Künstlerin, eine Ehefrau, eine Mutter. Eigentlich hat sie ein Leben geführt, das für drei andere Frauen gereicht hätte. Wir versuchen - mit David Wagner am Klavier - ihr unglaubliches Leben mit allen Facetten dazustellen. Ich kann nur sagen, ich liebe die Knef. Von ihr kann man lernen, das Leben zu leben, das man sich wirklich wünscht. Übrigens ist das jetzt unser sechster Premierentermin, alle anderen sind sämtlichen Lockdowns zum Opfer gefallen“, sagt Gabi Deutsch über ihr Herzensprojekt.

„Die unfassbare Lebensgeschichte mit all ihren unglaublichen Facetten von Hildegard Knef ist viel zu wenig publik, das wollen wir ändern“, betont Künstler David Wagner.

Gesangskapelle Hermann mit einem Jubiläumsrevue

Als Fortsetzung folgt der Pop-Auftritt der Gesangskapelle Hermann, die mit hunderten Konzerte, vier Alben, einer Amadeus-Nominierung, einem Engagement am Wiener Burgtheater und einem Wahlkampf-Song für Van der Bellen zuletzt zehn wilde Jahre erlebt hatte. Am Freitag, 28. Jänner, kommt Hermann um 20 Uhr zum „Jubiläumsrevue“ in den Posthof.

Februar: Kleinkunst-Duo Baumgärtner bis Kirsch und Kern

Der Februar wird mit dem Musikkabarett vom Kleinkunst-Duo Baumgärtner eröffnet (Freitag, 11. Februar). Nach erkannter Namensgleichheit zu Baumgärtner verwachsen, widmet sich das Duo, bestehend aus Ursula Anna Baumgartner und Harald Baumgartner, mit ihrem Programm „Von der Wurzel bis zur Krönung“ dem naheliegenden Thema Baum. Der Abend beschäftigt sich mit den Parallelen zwischen einem Baum- und einem Menschenleben, beleuchtet sowohl humorvoll als auch nachdenklich, musikalisch als auch literarisch, was es bedeutet „heranzuwachsen“. Ob gelesen, gesungen oder gesprochen - hier wird in jedem Fall gespielt.

Benedikt Mitmannsgrubers Exodus

Ein Highlight wird auch der Auftritt von Benedikt Mitmannsgruber, dem Gewinner des Publikumspreises beim Freistädter Frischling und des Wiener Stadtfestes. Das Kabarett-Talent entführt sein Publikum mit seiner monotonen, eintönigen Stimme in die triste Einöde des kargen Mühlviertler Hochlands. 20 Jahre ist er Teil der völlig überalterten und erzkatholischen Gesellschaft. 20 Jahre verbringt er in der Mühlviertler Eiszeit, den Sommer kennt er nur aus Erzählungen. Durch die unbarmherzige Kälte gefriert Mitmannsgrubers Lächeln ein, der einzige Ort, an dem es für kurze Zeit auftaut, ist die Kabarettbühne. Es gibt für ihn nur noch einen Ausweg: den Auszug, den Exodus. Mitmannsgruber zieht aus, aber nicht, um sein Volk zu retten. Er zieht aus, um sich vor seinem Volk zu retten, vor seiner Depression. Die Stadt soll ihn heilen, doch sie verführt ihn. Er wird Student. Er findet die Liebe. Immer weiter entfernt sich Mitmannsgruber von seinen katholischen Wurzeln und zieht damit Gottes gnadenlosen Zorn auf sich.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Weiter geht es am Freitag, 25. Februar, mit Kirsch und Kern - Doris Kirschhofer und Sigrid Gerlach zaubern bunt schimmernde Klangwelten und lassen das Publikum eintauchen in eine freie Welt voller Möglichkeiten. Durch das Zusammenspiel beider Stimmen und Akkordeons beginnen Obertöne zu flirren und Untertöne zu vibrieren. Lyrics, Balladen, Jodelklänge und Instrumente schaukeln sich auf zu einem einzigartigen Klangerlebnis. Mal feurig leidenschaftlich, dann wieder melancholisch verspielt, frech, tiefgründig, zärtlich. Von tiefsinnig bis unsinnig, von melancholisch verspielt bis schwarz humoresk. Zwei außergewöhnliche Stimmen, zwei Akkordeons, eine Maultrommel und sinnlich-freche Poesie ergeben eine Unendlichkeit an Tönen, Emotionen und Gedanken.

Blonder Engel & Hewig Haselrieder Kombo zum Abschluss im März

Sein Ende findet das Heimspiel am Samstag, 5. März, mit der Kombo aus dem Blonden Engel und Hedwig Haselrieder. Mit gewohnt spitzer Zunge und schelmischem Grinsen streift sich Blonder Engel in einer stilpluralistischen Himmelfahrt die Lederjacke über, lädt zur urbanen Vogelschau, entzaubert das Mysterium Backstage-Raum, konvertiert zum Nerd und schenkt reinen Wein, pardon - Schlehdorn-Likör - ein. All das und viel mehr gibt's nur auf „Codex Angeli“, dem aktuellen Album vom Engel. Blonder Engel & Die Hedwig Haselrieder Kombo steht für Sitzmusik mit raffinierten Texten, exzellentem Bandsound, schelmischer Selbstironie und unbändigem Improvisationstalent.

Nackter Oberkörper, goldene Leggins, Engelsflügel und eine Bass-Stimme, um die ihn jeder Hollywood-Bösewicht beneidet, das sind die Markenzeichen des preisgekrönten Linzer Künstlers, der zwischen den spitzbübischen Songs gerne mal in Geschichten abschweift, dessen Ende oft nicht einmal er selbst kennt. Den Wahrheitsgehalt einer seiner jüngsten Liederschriften kann man hingegen sogar im Posthof bekräftigen. Immerhin lädt die jüngste Single „Schenste schiache Gegend“ zu den Klängen von Banjo, Akkordeon, Dobro und E-Gitarre zum Flanieren durch das Linzer Hafenviertel ein - zwischen „hinigen Fabriksgebäuden und der herben Schönheit der Natur“.

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