Zehn Jahre Musiktheater und „Zeit Lose“ Stücke: Das erwartet die Besucher in der kommenden Landestheater-Saison

Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 20.04.2022 19:10 Uhr

LINZ. „Zeit Los“ lautet das Motto der kommenden Landestheater Linz-Spielzeit 2022/23. Auf Klassiker, viel Neues, Uraufführungen und Wiederaufnahmen in allen Sparten des Hauses dürfen sich kulturbegeisterte Besucher freuen. Der Kartenvorverkauf startet am 2. Mai.

41 Neuproduktionen – darunter sechs Uraufführungen, fünf Österreichische Erstaufführungen, zwei Deutschsprachige Erstaufführungen und eine Europäische Erstaufführung stehen am kommenden Spielplan, dazu gibt es fünf Wiederaufnahmen.

„Wir wollen nicht nur bloß nostalgisch zurückschauen auf eine Normalität vor der Pandemie, wir sind alle anders geworden, damit beschäftigen wir uns in der kommenden Spielzeit“, so Intendant Hermann Schneider, für den es die siebte Saison ist. „Wenn Kultur nicht stattfindet, gehen Foren der Verständigung, das gemeinsame emotionale Erleben verloren. Kultur als Vermittlung und Identitätsstiftung ist unser Auftrag.“ Das Spielzeitmotto „Zeit Los“ bedeute Erinnerung und Bewusstsein, Schicksal und Wirklichkeit, „das ist uns in den zurückliegenden Monaten auf eine Weise bewusst geworden, die wir niemals geahnt haben.“

TOG-Aufsichtsratsvorsitzender Landeshauptmann Thomas Stelzer freut sich über eine hoffnungsvolle, kräftige und breit angelegte Spielzeit nach zwei Jahren Pandemie, „das Team des Hauses nimmt den Auftrag, zu präsentieren und zu vermitteln, ernst und lebt diesen Anspruch.“

Zehn Jahre Musiktheater

Schwerpunkt in der zweiten Saisonhälfte wird das zehnjährige Bestehen des Musiktheaters sein, dafür ins Programm genommen wurden Produktionen wie „Die Meistersinger von Nürnberg“ oder das Musical-Konzert „Bäm!“, mit einem Querschnitt aus rund 50 Musicalproduktionen in den letzten Jahren, und weitere Jubiläumsveranstaltungen. Auch das Bruckner Orchester werde unter anderem mit Elina Garanca zum Konzert laden.

Vielfältiger Saisonstart

Den Auftakt der kommenden Saison macht das Musicalensemble mit der Österreichischen Erstaufführung von „Anastasia“, einem Musical-Erfolg nach dem gleichnamigen Zeichentrickfilm, am 10. September. Unter anderem bekommt auch Trickbetrüger Frank W. Abagnale in „Catch Me If You Can“ eine Bühne.

In der Sparte Oper/Operette macht den Auftakt Erich Wolfgang Korngolds spätromantisches Meisterwerk „Die tote Stadt“ (ab 24. September). Bruckner Orchester Chefdirigent Markus Poschner darf das Werk zum ersten Mal dirigieren. Aber auch Händels „Rinaldo“ oder die Operette „Gräfin Mariza“ stehen am Programm.

Die erste Produktion in der Sparte Schauspiel ist ab 17. September Frank Wedekinds „Lulu“, gefolgt von „Der Prozess“ nach dem Roman von Franz Kafka (Premiere: 23. September). Generell will Schauspieldirektor Stephan Suschke mit der Stückauswahl auf das breite Interesse des Publikums treffen, aber auch Stoffe, die auf die Verantwortung des Einzelnen eingehen, seien am Spielplan.

In der Sparte Junges Theater ist erstmals in Linz „Norway.Today“ von Igor Bauersima ab 18. September zu sehen, „ich glaube, das ist ein gutes Stück für die Zeit, in der wir sind, es zeigt, was eine Pandemie psychisch ausmacht und entwickelt sich zu einer humorvollen Geschichte, wie ich finde“, so Spartenleiterin Nele Neitzke. Nach einigen Verschiebungen wird „Die weiße Rose“ endlich zur Aufführung kommen. Für eine Stückerfindung hofft man auch auf die Unterstützung von Lehrkräften, bei „Crashing History“ wird der Unterricht an den Schulen gekapert, um Geschichte zu zeigen. Gemeinsam mit Lehrenden werden dafür Ideen erarbeitet.

Tanz Linz startet die Saison mit dem Stück „Neuzeit“ in einer Gastchoreografie von Johannes Wieland. Ab 8. Oktober.

„Hoffentlich durchlaufende Saison“

Als „Krisenmanager“ durch die Pandemie geführt hat das Landestheater Geschäftsführer Thomas Königstorfer, der auf eine „hoffentlich durchlaufende“ Saison 2022/23 blickt. Exemplarisch nennt er Vorstellungen in den letzten drei Monaten, die extrem gefordert haben, weil es etwa in den technischen Abteilungen eine Reihe von Covid-Ausfällen gab, „da haben alle zusammengeholfen, um die Vorstellungen für das Publikum zu retten.“

Insgesamt mehr als 60 Abos hat das Landestheater auch für die kommende Spielzeit aufgelegt, mit neuem Angebot auch für Kinder und Jugendliche. Alle Infos und Karten: www.landestheater-linz.at

Die Spielzeit 2022/23 im Überblick

Oper/Operette

  • Die tote Stadt, Oper in drei Bildern von Erich Wolfgang Korngold, ab 24. September, Großer Saal Musiktheater
  • La Tragédie de Carmen, ÖE, von Peter Brook und Marius Constant nach Bizets Oper „Carmen“, ab 25. September, BlackBox
  • Gräfin Mariza, Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán, ab 22. Oktober, Großer Saal Musiktheater
  • Rinaldo, Dramma per Musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel, ab 12. November, Großer Saal Musiktheater
  • Melusina, Romantische Oper in drei Akten von Conrad Kreutzer, ab 22. Dezember, BlackBox
  • La Forza del Destino, Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi, ab 21. Jänner, Großer Saal Musiktheater
  • Wanda Walfisch (ÖE), Kinderoper von Anna Wenzel, ab 22. Jänner, BlackBox
  • Unterwegs (Arbeitstitel), Operette von Jacques Offenbach, ab 19. Februar, Mobile Produktion
  • Die Meistersinger von Nürnberg, Oper von Richard Wagner, ab 8. April, Großer Saal Musiktheater
  • Benjamin Button (Uraufführung), Oper von Reinhard Febel, ab 3. Juni, Großer Saal Musiktheater
  • Wiederaufnahme: Le Nozze di Figaro, von W. A. Mozart, ab 30. Dezember, Großer Saal Musiktheater

Musical

  • Anastasia (ÖE), nach dem gleichnamigen Zeichentrickfilm, ab 10. September, Großer Saal Musktheater
  • Catch Me If You Can, nach dem Dreamworks Motion Picture, ab 3. Dezember, Großer Saal Musiktheater
  • Natascha, Pierre und der große Komet von 1812 (EE und DSE), nach Tolstois Krieg und Frieden, ab 11. Februar
  • Fun Home (DSE), nach der Graphic Novel von Alison Bechdel, ab 14. April, BlackBox
  • Jubiläumskonzert „Bäm!“, Zehn Jahre Musicalensemble Linz, ab 13. Mai
  • Wiederaufnahme: Piaf, von Pam Gems, ab 18. September, Großer Saal Musiktheater

Tanz

  • Neuzeit, ein Stück von Johannes Wieland, ab 8. Oktober, Großer Saal Musiktheater
  • Dornröschen von Andrey Kaydanovskiy, Musik von Tschaikowsky, ab 23. Dezember, Großer Saal Musiktheater
  • Traumzeit, Tanzstück von Tanz Linz, ab 11. Juni, BlackBox

Schauspiel

  • Lulu von Frank Wedekind, ab 17. September, Kammerspiele
  • Der Prozess nach Franz Kafka, ab 23. September, Schauspielhaus
  • Eine posthumane Geschichte, ÖE, von Pat to Yan, Kammerspiele
  • Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch, ab 29. Oktober, Schauspielhaus
  • Pension Schöller, Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, ab 2. Dezember, Schauspielhaus
  • Alice Verschwindet (Uraufführung) von Selma Matter und Marie Lucienne Verse, ab 4. Dezember, Studiobühne
  • Unsere blauen Augen (ÖE) von Teresa Dopler, ab 20. Jänner, Studiobühne
  • Was ihr wollt, von William Shakespeare, ab 28. Jänner, Schauspielhaus
  • Vor Sonnenaufgang, von Ewald Palmetshofer nach Gerhardt Hauptmann, ab 18. Februar
  • Worst Case/Dunkelziffer, von Kathrin Röggla, ab 18. März, Kammerspiele
  • Café Populaire, Komödie von Nora Abdel-Maksoud, ab 6. April, Studiobühne
  • Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler, ab 6. Mai, Schauspielhaus
  • Schnee Weiss (Die Erfindung der alten Leier) von Elfriede Jelinek, ab 26. Mai, Kammerspiele

Junges Theater

  • Norway.Today von Igor Bauersima, ab 14 Jahren, ab 18. September, Studiobühne
  • Ein König zu viel, Theaterstreit von Gertrud Pigor (ab 5 Jahren), ab 30. September, Studiobühne
  • Ein neues Theatergame (Uraufführung), von Susanne Schwab und Christine Härter, ab 10 Jahren, ab 9. Jänner – Netzbühne live
  • An der Arche um acht, von Ulrich Hub, ab 6 Jahren, ab 13. November, Kammerspiele
  • Rico, Oskar und der Diebstahlstein von Andreas Steinhöfel, ab 9 Jahren, ab 6. Jänner, Kammerspiele
  • Crashing History, Uraufführung, eine Unterrichtsunterbrechung, ab Februar 2023, Mobile Produktion
  • Wutschweiger von Jan Sobrie und Raven Ruell, ab 10 Jahren, ab 26. Februar, Studiobühne
  • Die weiße Rose von Petra Wüllenweber, ab 13 Jahren, ab 21. April, Kammerspiele
  • Hast du Zeit? (Uraufführung), Wissenschaft für Kinder ab 8 Jahren im Zirkus des Wissens, ab 29. April
  • Jugend spielt … Putsch (Uraufführung), ein immersives Theatergame von „Das Planetenparty Prinzip“, ab 14 Jahren, Kooperation mit Schäxpir, ab 15. Juni
  • Wiederaufnahme: Zwei Tauben für Aschenputtel, frei nach Grimm, ab 6 Jahren, ab 2. Oktober, Kammerspiele
  • Wiederaufnahme: Tschick, ab 12. Oktober, Studiobühne
  • Wiederaufnahme: Alice im Wunderland, ab 6 Jahren, ab 16. November, Kammerspiele 

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