"Krawall und Poesieklavier" mit Ina Regen im Musiktheater
LINZ. Verhüllt und in schwarzem Kaputzenumhang betritt Ina Regen die Bühne des Großen Saales im Linzer Musiktheater. Der musikalische Urknall eines Abends, der die Fans durch alle Höhen und Tiefen des Lebens begleitete.

Nachdem Ina Regen Anfang März ihr drittes Album „Fast wie Radlfahrn“ veröffentlicht hatte, kehrte die inzwischen Wahlwienerin in ihre Heimat Oberösterreich zurück – an den „Geburtsort“ von Ina Regen, das Musiktheater Linz. Nach den ersten Songs weicht der lange Umhang einem schwarzen Glitzeroutfit, passend zu den leuchtenden Discokugeln des Bühnenbilds. Die „Radltour“ beginnt. So vielseitig wie das Leben selbst, das die gebürtige Grieskirchnerin besingt, geht es bergauf und bergab. Alleine am schwarzen Glitzerklavier widmet sie das Lied “Wie du“ ihren Eltern, sucht nach Geschichten hinter jedem „Fenster“ und schließt den Kreis mit „Und dann gehst“, ein Lied über den Umgang mit dem Tod einer nahestehenden Person.
Gegensätze
Im Mittelteil nimmt die Mundartmusikerin das Publikum mit auf einen Zwischenstopp in ihrem musikalischen Wohnzimmer: Die ganze Band performt drei Songs in ruhigerem Gewand, am vorderen Teil der Bühne auf bunten Hockern sitzend. „De hab i sogar selber gstrichen“.
Das befreundeten Duo Flinte aus Berlin eröffnete den Abend, kehrte für den gemeinsamen Song „Kaffee und Chardonnay“, auf die Bühne zurück und kassiert Standing Ovations. Dass sich die beiden Getränke genauso wie „Krawall und Posieklavier“ nicht ausschließen, dafür ist Ina Regen ist der lebendige Beweis. Abwechselnd laut, leise, wild tanzend oder alleine am Klavier ist sie sich ihrer Verantwortung als Künstlerin bewusst und adressiert Themen wie Emanzipation, ihre eigene Verletzlichkeit oder gesellschaftliche Krisen. Ihre musikalische Vielseitigkeit spiegelt auch ihr Publikum wieder, von ganz jung bis jung geblieben sind alle Generationen vertreten.
Geburtsstunde
Große Töne zeugen von ihrer Musicalvergangenheit, die leisen Passagen wechseln sich ab mit Partystimmung - ein gelungenes „Hoamspü“. „Hier hat mein Leben einen Purzelbaum gemacht, dann wurde aus einer Niemandssängerin, die das letzten Mal da war als Backgroundsängerin von Conchita quasi die Ina Regen, sowas wie ein Popstar“, rekonstruiert die Sängerin ihre Anfangsstunden. Fünf Jahre ist die Uraufführung ihres Durchbruchhits „Wie a Kind“ auf einem Konzert von Conchita Wurst im Musiktheater her. Ina Regen hat seitdem bewiesen, dass sie nicht nur auf die Bühne, sondern in den Vordergrund gehört.


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