Herzhaft Lachen im Linzer Kellertheater
LINZ. Herzhaftes Gelächter erklingt wieder im Linzer Kellertheater: Die Boulevard-Komödie „Wochenend-Affären“ von Robin Hawdon schafft es mit englischer Pointendichte und französischer Leichtigkeit den Alltag für kurzweilige 90 Minuten zu vergessen.

Clara (Gabriele Deutsch) freut sich auf das perfekte Wochenende. Ihr Mann Roland (Wolfgang Ortner) ist geschäftlich unterwegs, und so hat sie nicht nur freie Bahn für den Besuch ihres Pariser Lovers Robert (Alex Knaipp). Auch der Interior Designer Rüdiger (Max Ortner/Leonhard Srajer), den sie heimlich engagiert hat, kann sich endlich das Haus ansehen und Pläne für die Umgestaltung machen, mit der sie ihren Mann „überraschen“ will. Dumm nur, dass Claras Plan nicht aufgeht, denn Roland bleibt zu Hause. Sein „Geschäftstermin“, Claras beste Freundin Leni (Claudia Schächl), fällt nämlich leider aus. Denn Clara hat jene bei ihrem Anruf, der eigentlich Roland galt, kurzerhand zu sich eingeladen. Eine Einladung, die man als Freundin nicht ausschlagen kann. Und nun droht die Lage, prekär zu werden. Denn nicht nur muss sich Rüdiger vor Robert verstecken und schließlich in die verschiedensten Rollen schlüpfen, nein auch Leni und Roland müssen ihre Affäre verheimlichen, und der französische Liebhaber steht auch gleich vor der Tür. Doch die findige Clara lässt sich nicht so einfach das Wochenende vermiesen. Sie erfindet Daisie, einen Ehemann, gibt Rüdiger und ihren Lover wahlweise als Klempner oder Maler aus, und jeder wähnt sich schon nachts heimlich im richtigen Zimmer, als plötzlich Lenis echter und noch dazu ziemlich handfester Ehemann Robbi (Josef Forster) auftaucht und nach dem Liebhaber seiner Frau sucht, dessen Name mit „R“ beginnt...
Es ist ein echtes Verwirrspiel, das sich Theaterchef Wolfgang Ortner für die 66. Spielsaison ausgesucht hat. „Ich bin beim Lesen im dritten Akt nicht mehr mitgekommen, wer mit wem jetzt wie was macht. Das ist genau das, was unser Publikum liebt, eine typische Boulevardkomödie“, freut er sich über den Erfolg beim Publikum.
Hinter der Umsetzung steckt neu Peter Andreas Landerl. Er hat die Komödie aus den 1920/30ern auf 1,5 Stunden reine Spielzeit gestrafft und sie ins Hier und Heute in die Linzer Altstadt versetzt. Über das Ende verrät er natürlich nichts, aber über die Ausgangslage: „Die Ehe von Clara und Robert ist nicht unglücklich und trotzdem hat sich jeder der beiden verliebt. Man sieht also, dass man nie davor gefeit ist, dass es jederzeit jedem von uns passieren kann. Ob es sich allerdings lohnt, dass man sich den Stress einer Affäre antut, beantwortet das Stück.“
Fazit: Die Besucher erwarten herrliche Doppeldeutigkeiten, überraschende Spitzkehren, absurde Ausreden und ihre Folgen, nicht zuletzt aber ein herrlich harmonisches Ensemble, bei dem man nicht nur einmal das Gefühl hat, dass sie selbst gerne so herzhaft über ihr Spiel lachen würden wie das Publikum.


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