Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

„Wo hat Vernunft ihren Ort?“: Dürrenmatts Physiker feiert im Schauspielhaus Premiere

Karin Seyringer, 03.05.2024 19:08

LINZ. Am Samstag, 4. Mai, 19.30 Uhr, feiert im Schauspielhaus Linz Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ Premiere. Inszeniert wird der Klassiker vom Berliner Regie-Duo Jürgen Kuttner und Tom Kühnel.

  1 / 7   Christian Taubenheim, Klaus Müller-Beck und Sebastian Hufschmidt sind "Die Physiker" (Foto: Petra Moser)

Mord im Privatsanatorium! Schon die zweite Krankenschwester wurde getötet. Der Täter, einer von drei Physikern, behauptet, Einstein zu sein. Ein weiterer hält sich für Newton. Dem Dritten, Möbius, erscheint der König Salomo. Schnell wird klar, dass sich hier alle etwas vorspielen. Möbius hat nämlich die Weltformel entdeckt. Mit dieser könnte sich die Menschheit selbst vernichten. Dies gilt es zu verhindern und so versteckt er sich im Sanatorium. Doch auch die beiden anderen sind nicht jene, für die sie sich ausgeben. Zu allem Überfluss gibt es dann da auch noch die Psychiatrie-Chefin …

Der Inhalt der Dürrenmatt-Komödie „Die Physiker“ ist nicht unbekannt. Entstanden in einer Zeit, in dem der Kalte Krieg die Welt in eine hochbrisante Lage gebracht hat, reagierte Dürrenmatt mit einer Groteske im Kleid eines Agententhrillers darauf.

Eine verrückte Welt

Für die aktuelle Inszenierung am Landestheaer Linz hat Schauspieldirektor Stephan Suschke in seiner letzten Landestheater-Spielzeit Jürgen Kuttner und Tom Kühnel, bekannt für ihr intelligentes und humorvolles Kommentartheater, für eine gemeinsame Arbeit nach Linz geholt.

„Wir beginnen mit einer Art magischem Realismus, es wird aber immer realistischer“, so Kühnel. Das zeige auch das Bühnenbild (Johanna Pfau): zu Beginn ein Dschungel. „Wir finden das eine gute Übersetzung und Metapher.“

Generell gehe es in dem Stück um Wahrheitspostulate: „Stimmt es auch, was die angeben zu sagen? Glaube ich es jetzt oder nicht? Das Publikum ist hier im selben Boot wie die Protagonisten in der Geschichte.“

Kuttner: „Wo hat Vernunft ihren Ort? Die Welt ist verrückt – ist die Anstalt der einzige Ort der Vernunft?“ Die Sicht der beiden Regisseure auf das Stück, so Kuttner: „Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, dass ich nicht verfolgt werde.“

Auch wenn die beiden nah am Original bleiben, wie sie sagen, und dies auch nicht direkt ins Stück einbauen, könne man die damals als Weltformel bezeichnete Entdeckung heutzutage zum Beispiel mit dem großen Thema Künstliche Intelligenz vergleichen.

Bis 28. Juni

Musikalisch unterstützt Joachim Werner live auf der Bühne, „er gliedert sich ein in die Galerie der Verrückten“, so Kühnel und Kuttner schmunzelnd. Es spielen Christian Taubenheim, Sebastian Hufschmidt, Klaus Müller-Beck, Gunda Schanderer, Eva-Maria Aichner, Nataya Sam und Alexander Hetterle.

Premiere am Samstag, 4. Mai, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus Linz, Promenade; Termine bis 28. Juni. Alle Termine und Karten unter www.landestheater-linz.at

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden