Neu gedacht: Linzer TanzTage werden zu den postdancingdays
LINZ. Das seit 1984 bestehende internationale Tanzfestival im Posthof wird als kompaktes, mehrtägiges Festival rund um den Welttag des Tanzes neu gedacht. Von 26. bis 29. April verwandeln die postdancingdays26 sämtliche Bühnen des Hauses in Ereignisräume für vielfältige Tanzformen. Der rote Faden ist urban-zeitgenössischer Tanz.
Was vielen vielleicht nicht bewusst ist: „Der Tanz ist in die DNA des Posthofs eingeschrieben. Noch bevor die Toten Hosen den Posthof in seinem erst dritten Monat gerockt und in Schutt und Asche gelegt haben, war bereits die Tanzfabrik Berlin zu Gast“, erinnert Posthof-Manager Gernot Kremser.
Diesem Umstand Rechnung tragend, werden die TanzTage neu gedacht. Früher auf mehrere Tage über zwei bis drei Monate verteilt, erfahren die neu betitelten postdancingdays eine Fokussierung auf vier aufeinanderfolgende Tage. Die Festival-Kuratierung obliegt der renommierten Linzer Tänzerin Silke Grabinger, der es nicht nur gelungen ist, eine Weltpremiere in den Posthof zu bringen, sondern insgesamt ein Programm auf die Beine zu stellen, das „bei keinem anderen Festival in Österreich gezeigt wird.“
Vier Tage voller Tanz
Mit der Auftaktproduktion „Cracks“ des Urban Arts Ensembles Ruhr unter Rauf Yasit („RubberLegz“) setzt das viertägige Festival am 27. April einen intensiven Start. In diesem emotionalen Tanztheaterstück begibt sich der in Los Angeles lebende Choreograf und Tänzer auf Spurensuche, blickt auf Kindheitserlebnisse zurück und lässt Gegenwart und Vergangenheit in einen Dialog treten.
Am 28. April folgt ein Doppel-Abend. Den Auftakt macht die mehrfach ausgezeichnete griechische Performerin Vasiliki Papapostolou alias „Tarantism“ mit ihrer international preisgekrönte Performance „Panopticon“.
Das zweite Stück des Abends ist eine Weltpremiere und zeigt eine neue, frische Auseinandersetzung mit dem legendären Werk Igor Strawinskys, dessen Choreografie und Musik die Tanzwelt existenziell beeinflusst haben. In „Zwei gegen Sacre“ begegnen sich zwei der momentan stärksten und prägendsten Persönlichkeiten der europäischen urbanen Tanzszene: Kalli Tarasidou und Christian „Robozee“ Zacharas zählen zur Spitze ihres Fachs.
Am 29. April, dem internationalen Tag des Tanzes, vereinen sich lokale und internationale Künstler: Hellerau, das europäische Zentrum der Künste, präsentiert eine neue Version des Formats „Floor on fire“. Bei dieser Spielart treten vier Tänzer in einem Wettstreit gegen- und miteinander an. Neben der legendären Breakdance-Gruppe The Saxonz werden auch die lokale urbane Linzer Upstanding-Szene sowie ein Team des Tanz.Linz-Ensembles des Musiktheaters vertreten sein. Am Ende entscheidet eine Jury mit Publikumsbeteiligung über das beste Team.
Am letzten Festivaltag am 30. April verbindet Choreografin und Tänzerin Naïma Mazic für ihr Stück „Album“ zusammen mit der iranisch-kanadischen Musikerin Golnar Shahyar neun von oder für Frauen komponierte Jazzstücke zu einer dramaturgischen Konzertreise – zwischen New Yorker Clubs, Wiener Schlafzimmern und persönlichen Erzählungen.
Zum Abschluss heißt es Party: Gemeinsam mit der Nightline des Crossing Europe Festivals wird ab 22.30 Uhr im Foyer Großer Saal der Tanz als universelle Sprache gefeiert.
Neu: Stückeinführungen und Workshops
Neu bei den postdancingdays sind Stückeinführungen, in denen Silke Grabinger im Gespräch mit einem Künstler eine Stunde vor Beginn das später zu Sehende näher bringt. „Es ist eine warme Empfehlung dabei zu sein, denn manchmal ist es schon sehr wichtig zu wissen, was die Hintergründe sind und welche Bilder generiert werden sollen.“
Ergänzt wird das Programm durch Workshops und offene Trainings, in denen die lokale Szene mit internationalen Performern in Austausch treten kann.
„Das neue Festivalformat setzt auf Innovation und Austausch: Von experimentellen Solostücken bis zu großen Ensembleproduktionen, von improvisierten Sessions bis zu partizipativen Projekten - die postdancingdays26 bieten Raum für künstlerische Freiheit und gesellschaftliche Reflexion“, freut sich die Festival-Kuratorin.
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