"Stoff – Ein Spitzengeschäft": OÖ-Premiere in Linz und Wels mit Regisseurin Katharina Weingartner
LINZ/ WELS. Der Film „Stoff – Ein Spitzengeschäft„ feiert am Mittwoch, 4. Februar in Linz und Wels seine Oberösterreich-Premiere. Tips verlost Freikarten!
„Stoff – Ein Spitzengeschäft„ spannt einen Bogen von den Stoffmärkten in Lagos über die Stickereifabriken in Lustenau bis zu den historischen Grundlagen des europäischen Wohlstands.
Der Film untersucht koloniale Handelsverflechtungen anhand von Textilien und macht deren fortwirkende Machtverhältnisse sichtbar. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der nigerianischen Journalistin Ireti Bakare-Yusuf und der ehemaligen Vorarlberger Exportmanagerin Margarethe Bösch.
Zwei Frauen, die auf unterschiedlichen Seiten eines kaum bekannten, aber tief in koloniale Strukturen eingebetteten Handelsnetzes stehen. Nigeria erscheint dabei nicht nur als Absatzmarkt, sondern als aktiver Ort von Wissen, Handel und kreativen Kapital, geprägt durch lokale Akteurinnen wie Iretis Mutter, die über Jahrzehnte im Textilhandel tätig war.
Ausgehend von dieser Perspektive legt Stoff die historischen Grundlagen des europäischen Reichtums offen: Leinenstoffe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland dienten im 17. und 18. Jahrhundert als zentrale Währung im transatlantischen Handel mit Versklavten.
Baumwolle aus den Südstaaten der USA, produziert durch versklavte Arbeit, wurde zum sogenannten „weißen Gold“ Europas. Die Geschichte des globalen Textilhandels ist damit auch eine Geschichte von Ausbeutung, Gewalt und kultureller Wiederaneignung, deren Strukturen bis heute wirksam sind.
Regie: Anette Baldauf, Chioma Onyenwe, Joana Adesuwa Reiterer, Katharina Weingartner
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden