Jugendangebot Kick: 51 Jugendliche erfolgreich vermittelt
LINZ. Seit 1997 organisiert der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte das Jugendangebot Kick. Bei diesem Projekt finden junge Menschen ohne Lehrabschluss beziehungsweise mit persönlichen Problemen, egal welcher Art, beste Möglichkeiten und Voraussetzungen, eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu finden. Insgesamt konnten im Vorjahr 51 Jugendliche erfolgreich vermittelt werden.

Sie fanden nach Abschluss ihrer Kurse und ihrer Betreuung von Kick eine Lehrstelle, traten in ein Dienstverhältnis ein oder konnten an ein anderes Angebot weitervermittelt werden.
„Mit Kick hat die Stadt Linz ein innovatives und richtungsweisendes Projekt und Angebot, das aus dem sozialen Netz unserer Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Dass 51 Jugendliche erneut erfolgreich vermittelt werden konnten, spricht eine eindeutige Sprache“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.
Neue Chancen für Jugendliche
Die Schnelllebigkeit er Zeit, die immer stärker werdende Digitalisierung und die weltweite wirtschaftliche Situation mit all ihren Facetten und Anforderungen an beruflichen und persönlichen Voraussetzungen, birgt vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene mit Vermittlungshemmnissen die Gefahr, aus dem Erwerbsleben und der Integration am Arbeitsmarkt weitgehend ausgeschlossen zu werden. Besonders für Jugendliche, die keinen Schulabschluss oder keinen höheren Abschluss als den einer Pflichtschule vorweisen können, ist der Einstieg in das Arbeitsleben oft sehr schwierig, in vielen Fällen oft sogar unmöglich. Um gerade diesen Menschen eine Chance am Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wurde im Jahr 1997 durch den städtischen Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) das Jugendangebot Kick ins Leben gerufen.
„Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Kick eine bedeutende Institution, um junge Menschen ohne Lehr- und Schulabschluss nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Überdies gehört auch die persönliche und soziale Stabilisierung, die fachliche und allgemeinbildende Qualifizierung sowie Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln im täglichen Leben zum Förderprogramm“, sagt Sozialreferentin Hörzing.
Eine gute und stabile Vermittlung bedeutet für die Teilnehmer vor allem, dass Betriebe gefunden werden, die die Jugendlichen unterstützen und in entsprechendem Maße auch fördern.
2019 – ein erfolgreiches Jahr für Kick
2019 war für Kick überaus erfolgreich. Insgesamt 79 Jugendliche wurden im vergangenen Jahr intensiv betreut und absolvierten dabei etwa 170 Praktika und Schnuppertage in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Bereich. Erfreulich ist die Tatsache, dass davon 54 Personen die Betreuung erfolgreich abgeschlossen haben. Nur ein Teilnehmer beendete Kick nach der maximalen Kurszeit von neun Monaten, weitere zwei Personen schieden aus dem Kick-Kurs vorzeitig aus (Drop-Out). Von den abgeschlossenen 54 Jugendlichen konnten 28 in ein Lehrverhältnis, 18 in ein Dienstverhältnis und fünf in ein anderes Angebot vermittelt werden.
„Es ist überaus erfreulich, dass mehr als 94 Prozent der aufgenommenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich vermittelt werden konnten. Ihnen eröffnet sich somit eine realistische Chance in der Arbeitswelt Fuß zu fassen“, freut sich Vizebürgermeisterin Hörzing. Mit 94 Prozent wurde übrigens sogar der Wert aus dem Jahr 2018 (92 Prozent) übertroffen. Dies bedeutet somit die höchste Vermittlungsquote seit Bestehen von Kick. Die durchschnittliche Quote aller 23 Kick-Jahre von 1997 bis 2019 beträgt 85 Prozent.
70 Prozent der abgeschlossenen Teilnehmer verschaffte das in der Wirtschaft oder in den öffentlichen Einrichtungen absolvierte Praktikum eine Anstellung im gleichen Unternehmen. 98 Prozent der Praktika fanden in der freien Wirtschaft statt, zwei Prozent in stadtnahen beziehungsweise öffentlichen Einrichtungen.
Um die beruflichen Chancen weiter zu erhöhen, werden die Kick-Jugendlichen bei Bedarf dabei unterstützt, den B-Führerschein zu erlangen. Jene, die sich auf die Berufsschule vorbereiten können, werden unter anderen in den Fächern „Angewandte Mathematik“ oder „Angewandte Wirtschaftslehre“ unter-stützt.
Die 79 teilnehmenden Jugendlichen waren zu 54 Prozent männlich und 46 Prozent weiblich. Der Altersschnitt lag zwischen 15 und 21 Jahren. Fast 80 Prozent der Kick-Jugendlichen sind Minderjährige. 81 Prozent aller Personen, also 64, besitzen einen positiven Pflichtschulabschluss. Insgesamt waren 72 Prozent aller Teilnehmer bis zu einem halben Jahr ohne Beschäftigung. Neun Prozent suchten sieben bis zwölf Monate eine Arbeit, 19 Prozent waren mehr als ein Jahr ohne Anstellung. Die durchschnittliche Verweildauer der aus Kick ausgeschiedenen Jugendlichen betrug vier Monate.
23 erfolgreiche Jahre
Seit 1997 nahmen 1.534 Personen an Kick teil. 1.183 davon haben die Kurse erfolgreich abgeschlossen. 1.008 Jugendliche konnten dabei am lokalen Arbeitsmarkt oder in einer anderen Form der Weiterbildung integriert werden.
Individuelle Betreuung
Die an Kick teilnehmenden Mädchen und Burschen weisen naturgemäß die verschiedensten Ausgangssituationen auf. Das heißt, die Berufspädagogen stehen vor unterschiedlichsten Anforderungen und individuellen Problemlagen. Mobilitätseinschränkungen führen mit 92 Prozent das Ranking der psychosozialen Problemlagen und Vermittlungs-Hemmnisse an. Mangelnde Berufserfahrung und –praxis, Stigmatisierung durch Herkunft und Kultur sind ebenfalls ganz vorne zu finden wie familiäre Probleme oder fehlendes Durchhaltevermögen. Durch ein individuelles Job-Coaching, Berufsorientierung, Arbeitspraktika, Schulungen und Sozialberatung wird auf die Problemlagen eingegangen und diese großteils beseitigt.
Das umfangreiche Ausbildungsangebot umfasst neben Deutsch-, Mathematik- und Allgemeinbildung auch die Erhöhung der digitalen Kompetenz der Jugendlichen. Schulungen durch Juristen der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Lehrlingen oder den richtigen Umgang mit Geld und Verschuldung durch den Verein klartext werden ebenfalls angeboten.
Betriebsbesuche ermöglichen den Jugendlichen einen Einblick in die unter-schiedlichen Unternehmensstrukturen und helfen so zu einer besseren Orientierung bei der Arbeitsplatzsuche.
Kurs-Zufriedenheit extrem hoch
Die Zufriedenheit der Jugendlichen mit Kick wird extern durch das AMS mittels einer Online-Befragung und intern durch den VSG nach Kursabschluss mittels Feedbackbogen erhoben. Beide Befragungen sind anonym. Die Zufriedenheit der am Kurs des Jahres 2019 teilgenommenen Personen fiel sowohl bei der Überprüfung durch das AMS als auch durch interne Befragung sehr positiv aus. So empfehlen 100 Prozent den Kick-Kurs weiter, 100 Prozent der Jugendlichen bewerteten das Kick-Programm mit „sehr gut“. Mehr als 80 Prozent gaben an, dass folgende persönliche Ziele durch den Kurs erreicht wurden:


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