Bundesregierung: Corona-Härtefonds für Familien, Laptops für Schüler

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 09.04.2020 11:07 Uhr

WIEN/OÖ/NÖ. Die Bundesregierung hat heute weitere Hilfsmaßnahmen präsentiert. Konkret geht es darum, in finanzielle Not geratene Familien zu unterstützen. Der bestehende „Familienhärtefonds“ wird dafür auf 30 Millionen Euro aufgestockt. Bildungsminister Faßmann konkretisierte zudem den Härtefall für Stornokosten bei Schulveranstaltungen. In Österreich sei der Trend der Corona-Entwicklung weiter erfreulich, so Gesundheitsminister Anschober.

Viele Familien seien durch Corona unverschuldet in finanzielle Not geraten, durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit und fallen damit unter die Einkommensgrenzen. „Der Corona-Familienhärtefonds mit 30 Millionen Euro wurde im Parlament beschlossen“, so Arbeitsministerin Christine Aschbacher. Anspruchsberechtigte Familien bekommen eine einmalige, nicht zurückzuzahlende finanzielle Unterstützung. Anspruch haben jene, die nach dem 28. Februar aufgrund der Krise den Arbeitsplatz verloren haben oder in Kurzarbeit sind. Aber auch Selbstständige mit massiven Umsatzeinbußen haben Anspruch darauf. Zweite Anforderung: die Familienbeihilfe muss bezogen werden. Der Betrag hängt vom früheren Einkommen ab.

Familien können sich ab 15. April an Aschbachers Ressort Arbeit, Familie und Jugend für Anträge wenden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir so bei viele Familien zielgerichtet finanzielle Sorgen vermindern können“, so Aschbacher.

Bildung: Härtefallfonds für Stornokosten

Wie Bildungsminister Heinz Faßmann erläutert, wird ein Härtefallfonds für Stornokosten bei Schulveranstaltungen eingerichtet – dotiert mit 13 Millionen Euro. Etwa 7.000 abgesagte Veranstaltungen wie Skikurse oder Sprachwochen gab es. „Wir wollen hier Erziehungsberechtigten, die auf solchen Kosten sitzen, helfen. Der Fonds ersetzt Stornokosten für abgesagte mehrtägige Schulveranstaltung zu 100 Prozent“, so Faßmann.

Die Abwicklung erfolgt über den Österreichischen Austauschdienst ÖAD. Dieser wird die Schulen nach Ostern konkret informieren, ab 27. April wird es ein entsprechendes Antragsformular geben. Die Antragsstellung soll nicht jeweils von der Familie, sondern gesammelt über die Schule gemacht werden.

Fehlende Laptops für Distance Learning

Zweites großes Problem im Bildungsbereich aktuell: Mit Distance Learning werden nicht alle Schüler erreicht. Faßmann geht von etwa 6,8 Prozent zwischen 6 und 14 Jahren aus. Die Ursachen: Manche Familien sind nicht mehr in Österreich, manchmal sind Mailadressen nicht korrekt, manchmal gibt es aber auch keine Endgeräte, um teilnehmen zu können. „Dadurch verstärkt sich die Bildungsungleichheit, das müssen wir ausgleichen“, so Faßmann.

Der Bund schafft daher für die Bundesschulen (AHS, BMS und BHS) Notebooks und Tablets an. Diese werden bis zum Ende des Schuljahres verliehen, verschenken wäre rechtlich nicht möglich. „Die Geräte werden im Anschluss für den Verleih für nächstes Schuljahr hergerichtet – das System soll so weitergeführt werden“, so Faßmann. Rund 5,5 Millionen Euro werden dafür ausgegeben, bis Anfang Mai soll die Ausstattung sichergestellt sein.

Corona-Situation aktuell

Gesundheitsminister Rudi Anschober informierte heute (Stand 9. April) wieder über die aktuelle Corona-Situation. „Weltweit setzt sich der Trend fort mit weiteren Zunahmen, es gibt 1,5 Millionen Erkrankte, 88.000 Todesfälle. Die meisten in den USA, dann folgt Europa mit dem Epizentrum Italien, Spanien und Frankreich. Spanien liegt mittlerweile bei 14.800 Todesfällen – gleich viel wie in den USA“, so Anschober. Nummer 1 ist weiter Italien mit 17.000 Todesfällen, allerdings nicht mehr ganz so starken Zuwächsen.

Erfreulicher Trend in Österreich

In Österreich sei der Trend weiter erfreulich, so Anschober. Seit zehn Tagen liegen die Zuwachsraten im einstelligen Bereich, am 8. April wieder unter drei Prozent.

„Es gibt mit heute 280 Neuerkrankungen und 738 neu Genesene, die Zahl der aktiv Erkrankten nimmt deutlich ab. Ich hoffe, diesen Trend halten und vor allem nach dem 14. April halten zu können“, so Anschober.

Die Lage in den Spitälern sein stabil, bei 1.086 Personen, davon 266 in Intensivbetreuung. (Stand 9. April)

„Unsere Maßnahmen haben sich sehr, sehr positiv niedergeschlagen, es waren die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt“, so Anschober.

 

 

 

 

 

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