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LINZ. Die Gewinner des diesjährigen Prix Ars Electronica stehen fest. Die begehrten Goldenen Nicas gehen nach Hongkong sowie an Künstlerinnen in Los Angeles Wien und Graz. Die gebürtige Linzerin Valie Export wird für ihr künstlerisch-feministisches Lebenswerk mit einer Goldenen Nica geehrt.

Kunst-Pionierin Valie Export (Foto: Herta Hurnaus)
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2020 markiert eine Zäsur in der 33-jährigen Geschichte des Prix Ars Electronica: Erstmals seit 1987 trat die internationale Jury rein virtuell zusammen, erstmals wurde eine anonyme Bürgerbewegung für ihren innovativen und kreativen digitalen Aktionismus mit einer Goldenen Nica ausgezeichnet und zum ersten Mal gehen alle weiteren Goldenen Nicas ausnahmslos an Frauen.

Protestbewegung wird geehrt

Die Goldene Nica in der Kategorie „Digital Communities“ geht an die Protestbewegung Hongkongs. Ein in Peking beschlossenes Auslieferungsgesetz hatte die breite Bürgerempörung ausgelöst, die als Best Practice-Beispiel für digitalen Aktivismus im Kampf für demokratische Grundrechte gilt. Eine Schlüsselrolle in dieser Protestbewegung spielten bzw. spielen digitale Technologien. Binnen kurzer Zeit bildete sich eine „Digital Community“, die die Demonstranten an vorderster Front unterstützte.

Die Goldene Nica der Kategorie „Interactive Art +“ wird der in Los Angeles lebenden und arbeitenden Künstlerin Lauren Lee McCarthy verliehen. Ihre interaktive Installation „Someone“ nimmt Smart Homes zum Anlass, um das Spannungsverhältnis zwischen Intimität und Privatsphäre sowie Bequemlichkeit und selbständigem Handeln zu beleuchten und nach der Rolle der menschlichen Arbeitskraft in einer Zukunft der Automatisierung zu fragen.

Der Hauptpreis der Kategorie „Computer Animation“ geht an die ebenfalls in Los Angeles tätige Künstlerin Miwa Matreyek. Mit „Infinitely Yours“ kombiniert Matreyek Animation und Theater und thematisiert die alltäglichen Schlagzeilen über Überschwemmungen, Waldbrände, Ressourcenausbeutung und Umweltverschmutzung - auf eindringliche und beunruhigende Weise wird die Komplizenschaft des Menschen an der Zerstörung bewusst gemacht.

Valie Export: Preis für Lebenswerk

Für ihr künstlerisch-feministisches Lebenswerk wird die gebürtige Linzerin Valie Export als „Visionary Pioneer of Feminist Media Art“ mit einer Goldenen Nica geehrt. Während der Ars Electronica 2020 wird der Künstlerin ein eigener Programmschwerpunkt gewidmet. 

Der Prix Ars Electronica 2020 verzeichnete insgesamt 3.209 Einreichungen aus 90 Ländern. Mit 1.236 Werke verzeichnete die Kategorie „Interactive Art +“ die meisten Einreichungen, gefolgt „Computer Animation“ mit 930 Einreichungen und „Digital Communities“ mit 373 Einreichungen.

„Create your world“

Natürlich hatten auch junge Kreative wieder die Möglichkeit, ihre Projekte einzureichen, bei der österreichweit ausgeschriebenen Kategorie „u19 - create your world“ für „Young Creatives“ (alle unter 14 Jahre) und „Young Professionals (zwischen 14 und 19 Jahren). 670 Einreichungen hat es gegeben, die Goldene Nica geht nach Graz: Lisa Rass, Franziska Gallé, Jona Lingitz und Anna Fachbach, allesamt Schülerinnen der HTBLVA-Graz Ortweinschule, sind die Preisträger. Der vierminütige Experimentalfilm „Samen“ der Schüler widmet sich dem Thema des Erwachsenwerdens.


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