Experten warnen: Gesundheitssystem "jetzt vollkommen ausgelastet"
WIEN/OÖ/NÖ. Um 16. 30 Uhr wird die Bundesregierung die Details des zweiten Lockdowns bekannt geben, zuvor sind heute Gesundheits-Experten an die Öffentlichkeit gegangen: „Es gibt nichts mehr zu beschönigen“, das heimische Gesundheitssystem sei „jetzt vollkommen ausgelastet“, so Susanne Rabady, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin vor Presse. Gewarnt wird vor einer Triage.

Gibt es keine Trendumkehr, dann gäbe es „in den nächsten Tagen die Situation einer Triage“, warnt auch Klaus Markstaller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin. Bei einer Triage müssen die Mediziner entscheiden, wer intensivmedizinische behandelt wird und wer nicht, da nicht mehr ausreichend Ressourcen für alle da sind.
So eine Situation, dass mehr Betten gebraucht würden als vorhanden, habe es in Österreich nie gegeben, so Markstaller. Vor allem das Fachpersonal würde fehlen. Schon jetzt werde medizinisches Personal, dass nicht unbedingt intensivmedizinisch geschult sei, auf Intensivstationen arbeiten müssen
567 Covid-Patienten auf Intensivstationen
Mit Stand 14. November sind in Österreich 567 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 3.355 Covid-19-Patienten befinden sich im Spital. Details im amtlichen Covid-Dashboard.
Grundsätzlich sei die Intensivmedizin in Österreich so ausgelegt, dass immer 85 bis 90 Prozent der Intensivbetten belegt seien - unabhängig von der Pandemie. Zehn Prozent Schwankungen könnten bereitgestellt werden, ohne dass es zu Problemen komm“. Aber: Die Pandemie sei eben eine Ausnahmesituation“, so Markstaller.


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