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LINZ/OÖ. Am 8. Februar begeht die Kirche zum siebten Mal den von Papst Franziskus 2015 eingeführten „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel“, um auf die Ohnmacht jener Menschen aufmerksam zu machen, die unter dieser „beschämenden Plage“ leiden, so der Papst. In Linz wird um 18 Uhr zum Gebet und zum Entzünden von Kerzen eingeladen.

 (Foto: sondem/Shutterstock.com)
(Foto: sondem/Shutterstock.com)

Pro Jahr werden laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) rund 2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Opfer werden als Zwangsarbeiter oder für den Organhandel ausgebeutet und als Prostituierte missbraucht – etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Mädchen und Frauen. Das organisierte Verbrechen bringt mittlerweile so große Milliardengeschäfte ein wie der Waffen- und Drogenhandel: Etwa 99 Milliarden US-Dollar Gewinn machen Schlepper und Menschenhändler jährlich mit der „Ware Mensch“.

„Beim Menschenhandel werden Frauen, Kinder, Jugendliche zur Ware degradiert, zum reinen Gegenstand. Prostitution ist wie ein Unternehmen organisiert, mit verschiedenen Akteuren: Mit einem Markt, mit Zuhältern, mit Kunden, ausgerichtet auf Gewinnmaximierung. Damit verbunden sind große Probleme wie zum Beispiel Kriminalisierung oder Gewalt, vor allem gegenüber Frauen. Wenn nun Frauen, aber auch Kinder, auf eine Ware für einen Markt degradiert werden, so steht das diametral der Menschenwürde entgegen. Die Menschenwürde ist gerade dort bedroht, wenn in der Konsum-, Freizeit- und Erlebnisgesellschaft das Glück zu einer ökonomischen Komponente verkommt, losgelöst von personaler Verantwortung und Liebe“, so Bischof Manfred Scheuer anlässlich des Internationalen Reflexions- und Gebetstags gegen Menschenhandel.

Engagement von Ordensfrauen gegen Menschenhandel

In Oberösterreich gibt es die Initiative „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde“, die von der Salvatorianerin Schwester Maria Schlackl koordiniert wird. Die Initiative möchte das Bewusstsein schaffen bzw. wachhalten, dass diese moderne Form der Sklaverei in enormem Ausmaß existiert und Ausbeutung von Menschen – kaum bemerkt von der Öffentlichkeit – ein Milliardengeschäft darstellt.

„Dann und wann werden Menschenhändler gefasst und Opfer aus ihrer Zwangslage befreit. Der Weg in ein würdevolles und eigenständiges Leben ist hürdenreich und mühsam. Seit vier Jahren begleite ich eine mittlerweile 24-jährige junge Frau, die aus einem oberösterreichischen Bordell fliehen konnte. Doch der Weg in die Freiheit ist mit der Flucht längst nicht geschafft! Aber es kann gelingen“, erzählt Schlackl.

Einladung zum Gebet und zum Entzünden einer Kerze in Linz

Aufgrund der Coronamaßnahmen wurde die geplante gemeinsame Gebetsfeier auf nächstes Jahr verschoben. Das Team der Initiative „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde“ wird aber dennoch am Montag, 8. Februar, um 18 Uhr in der Ignatiuskirche (Alter Dom) präsent sein und lädt zum persönlichen Gebet ein. Es werden Texte aufliegen und Kerzen angeboten, um ein Licht für Betroffene zu entzünden.

Gedenken an ehemalige Sklavin Josefine Bakhita

Das Datum des internationalen Welttags gegen Menschenhandel wurde wegen des am 8. Februar weltkirchlich begangenen Gedenktages der hl. Josefine Bakhita (1869–1947) gewählt. Die Sudanesin wurde als Mädchen von Räubern verschleppt und insgesamt fünfmal auf Sklavenmärkten verkauft, zuletzt an einen italienischen Konsul, der sie in seine Heimat mitnahm, wo sie befreit wurde. Nach ihrem Eintritt in die Kirche schloss sie sich dem Orden der Canossa-Schwestern an, wirkte in deren Kloster in Vicenza bis zu ihrem Tod und war hoch angesehen. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1992 selig und im Jahr 2000 heilig.


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