Wochenende für Moria trotz Regen und Wind
LINZ. Trotz widriger Wetterverhältnisse übernachteten 20 Personen als Zeichen des Protests und der Solidarität mit Geflüchteten in Griechenland und an der Balkanroute in Zelten am Linzer Domplatz. Zahlreiche Künstler wurden gemeinsam mit der Volkshilfe OÖ, dem Verein migrare und der Plattform Solidarität OÖ / Seebrücke Linz und Umgebung nicht müde, sich für die Aufnahme einer überschaubaren Zahl von Geflüchteten und für die Evakuierung der Lager einzusetzen.

Die Poxrucker Sisters unterstrichen mit dem Lied „Hab ka Angst“ ihr Anliegen. „Ich habe im Sommer mit meinem Baby im Arm eine Frau im Flüchtlingslager mit ihrem Baby gesehen. Und mir sind die Tränen gekommen. Mich hat das im Herzen berührt. Wir erleben gerade eine herzlose Gleichgültigkeit. Wir engagieren uns, weil Herzlosigkeit für unsere Gesellschaft Gift ist. Das wollen wir unseren Kindern so nicht vorleben“, unterstreicht Stefanie Poxrucker die musikalische Botschaft.
Lukas Plöchl, alias Wendja, brachte einen Song mit, der im Zuge seines ehrenamtlichen Engagements bei der Flüchtlingsbewegung 2015 entstanden ist und appellierte an die politisch Verantwortlichen: „Es kann nicht sein, dass die Grundwerte, die die EU ausmachen, an den Außengrenzen so von uns mit Füßen getreten werden. Bitte schauen wir endlich hin!“
Der Ute-Bock-Preisträger Petar „Pero“ Rosandic fokussierte den Blick auf die Balkanroute: „Nicht nur auf der Insel Lesbos tobt eine humanitäre Katastrophe: Noch viel näher zu uns – nur 224 Kilometer von Spielfeld entfernt – bahnt sich das nächste Moria vor unserer Haustüre an: Im Nordwesten Bosniens leben tausende Geflüchtete in Wäldern, alten Fabriken und auf der Straße.“
Der aus der ORF-Sendung Heimat Fremde Heimat bekannte ORF-Journalist Lakis Jordanopoulos gab Einblick in die Entstehung der griechischen Lager Moria und Kara Tepe.
Insgesamt zündete mehr als 200 Teilnehmende bei der Mahnwache Lichter der Solidarität beim Labyrinth am Domplatz an. Eine Liveschaltung zu weiteren Protest-Camps in OÖ, Österreich und Deutschland sowie eine multikulturelle Mahnwache mit der Band KAFDAR am Sonntagvormittag veranschaulichte das Netzwerk der Solidarität.
Die Wochenenden für Moria gehen weiter: Am 20./21. März beteiligt sich die Katholische Jugend OÖ, am 27./28. März ist die Caritas Kooperationspartner.


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