So soll es in den Schulen nach den Osterferien weitergehen
WIEN/OÖ/NÖ. Nach den Osterferien wird die Teststrategie an den Schulen adaptiert, alle Schüler im Klassenverband, wenn ein positiver Fall auftritt, sind künftig Kontaktperson 1. Wenn in einer Gemeinde oder einem Bezirk eine Inzidenz von 400 auftritt, wird auf Distance Learning umgestellt. Bildungsminister Heinz Faßmann hat am Donnerstag das weitere Vorgehen nach Ostern an den Schulen vorgestellt.

Trotz Mutation seien die Schulen im Vergleich zu den Nachbarstaaten in viel größerem Ausmaß geöffnet, weil getestet werde, so Faßmann. Bislang mehr als 5.000 Fälle sind bei den Selbsttests positiv ausgefallen, rund zwei Drittel davon auch mittels PCR-Test bestätigt. „Das sind fast 3.500 Kinder und Lehrkräfte weniger, die ihre Mitschüler und Kollegen anstecken hätten können“, so Faßmann. Gleichzeitig würde man damit auch Eltern und Geschwister erreichen.
Bei den Selbsttests machen laut Faßmann fast alle Kinder mit, rund ein Prozent bleibe zu Hause.
„Wir wissen mittlerweile von den Nebenwirkungen der Schulschließungen: Bildungslücken entstehen, die Bildungsschere geht weiter auf, die Kinder betreiben zu wenig Sport und Bewegung, Kontaktbeschränkungen machen den Jugendlichen zu schaffen und führen zu Zukunftsverdrossenheit, zu depressiver Stimmung bis hin zu suizidalen Überlegungen. Wir konnten das mit der offenen Schule dämpfen, bin ich überzeugt.“
Das weitere Vorgehen nach Ostern
Zur Kritik, dass die Selbsttests an Schulen zu wenig sensitiv seinen, räumt Faßmann ein, dass das stimme, ein PCR-Test für alle Schüler mehrmals in der Woche übersteige aber die logistischen Grenzen. „Aber es ist klar: Wir entwickeln die Teststrategie weiter.“ So bleiben die einfach handhabbaren Tests mit Karten bei den Kindern von 6 bis 10 Jahren weiter bestehen, die älteren Schüler bekommen künftig aber einen etwas komplexeren Test, bei dem pipettiert werden muss. „Diese haben höhere Sensitivität, ich glaube das die Schüler inzwischen so routiniert sind, dass sie den Wechsel grandios meistern werden.“
Regionalisiertes Vorgehen
Auch werden die Maßnahmen regionalisiert - „ich glaube, das ist ein wesentlicher Hebel in der Pandemiebekämpfung. Es macht keinen Sinn, Bezirke mit einer Inzidenz von 500 und mehr genauso zu behandeln wie welche mit 50.“ Konkret bedeutet das: Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einer Gemeinde oder einem Bezirk den Wert von 400 übersteigt, und dieser Anstieg nicht auf ein ganz spezifisches Ereignis zurückzuführen ist, wechseln die Schulen ins Distance Learning. „Die Bildungsdirektion arbeitet dabei mit den Gesundheitsbehörden zusammen – dieses Vorgehen wird derzeit bereits praktiziert und hat sich als handhabbar herausgestellt“, so Faßmann.
Gleichzeitig bedeute das aber auch, dass wenn die Inzidenz dauerhaft zurückgehe aus dem Schichtbetrieb wieder kompletter Präsenzunterricht werden könne.
Quarantäneregel wird ausgeweitet
Ebenfalls wird die Quarantäneregel von 10 auf 14 Tage ausgeweitet, und die „Wiener K1-Regel“ soll bundesweit angewendet werden. Wenn Schüler und Lehrer mit einem Infektionsfall in der Klasse konfrontiert sind, werden diese automatisch zu Kontaktpersonen der Kategorie 1. Wenn neben dem Indexfall eine weitere K1-Person positiv getestet wird, geht die gesamte Klasse in 14-tägige Quarantäne. „Ich glaube es ist besser lieber schnell, lokal und regional zu agieren als abzuwarten und dann vielleicht großflächig zu schließen.“
Das Bildungsministerium gibt auch den Auftrag zur vierten und fünften Monitoringstudie (“Gurgelstudie“), durchgeführt von den Unis in Wien, Graz, Linz und Innsbruck. „Die zufallsgesteuerte Auswahl ist eine wesentliche Kontrolle um zu sehen, ob unser Testsystem auch funktioniert und wie sich die Dynamik darstellt.“
„Osterruhe wohl-begründet“
Die Osterruhe im Osten Österreichs findet Faßmann wohl-begründet, nach den Osterferien zwischen 6. und 9. April werden in Niederösterreich, Wien und Burgenland die Schulen im Distance Learning geführt.
Die Schulen halten für Betreuung offen – „ich bitte aber die Betreuungsleistung nur in Anspruch zu nehmen, wenn es nicht anders geht. Mein Appell: Tatsächlich zur Ruhe kommen, Mobilität im öffentlichen Raum herunterfahren, persönliche Kontakte minimieren, nur so kann der Anstieg der Infektionen verhindert werden.“
Monika Redlberger-Fritz, Zentrum für Virologie der MedUni Wien: „Von virologischer Seite her darf ich sagen: Die Osterferien kommen zur rechten Zeit – das gibt uns ein wenig Zeit.“
„Kinder wichtige Glieder der Infektionskette“
Mittlerweile gebe es mehr Daten zur Infektionslage und Kindern. „Man sieht, dass es eigentlich keinen Unterschied bei der Infektionsrate bei Kindern und Erwachsenen gibt. Das bedeutet, dass sich die Kinder sehr wohl infizieren können, aber eben weniger symptomatisch sind – damit hat man es zu Beginn der Pandemie nicht so gemerkt, weil auch das Augenmerk auf schwere Verläufe gelegt wurde“, so Redlberger-Fritz.
„Das bedeutet, dass Kinder nicht nur irgend einen Teil der Infektionskette darstellen, sondern wichtige Glieder, auch wenn sie nicht zur massiven Potenzierung der Verbreitung beitragen. Wenn wir da ansetzen können, um diese Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen, haben wir den Vorteil, sehr viele Infektionen von Erwachsenen und Kontaktpersonen frühzeitig zu entdecken.“
Redlberger-Freitz verweist aber auch darauf, dass auch Kinder schwer erkranken können. „Es gibt ganz selten auch schwere Verlaufsformen“, verweist sie auf das Multisystem Inflammatory Syndrome. „Drei bis sechs Wochen nach Sars-Infektion kann es vorkommen. Eine Covid-Infektion muss auch nicht symptomatisch sein, auch asymptomatische Kinder können das durchmachen. Glücklicherweise sind das immer noch Einzelfälle“, so die Virologin.


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01.04.2021 21:00
Ich bin jetzt in der 4. Klasse Gymnasium und mir ist nur wichtig, dass unsere Klasse wieder zusammen kommt, damit wir das letzte Jahr trotz der Umstände gemeinsam verbringen können. Es ist sowieso sinnlos die Klassen zu trennen, denn Schulkameraden treffen sich ohne die corona-regeln zu beachten. Das war ja, bis jetzt nicht verboten sich mit einem Freund zu treffen. Es wäre auch schlauer sich einfach zwei Mal pro Woche testen zu lassen, dann ist es auch sicherer und die Klassen werden nicht getrennt.
29.03.2021 09:03
Unsere Schüler sind mit Sicherheit keine Covid Idioten wie der Vater einer 6jährigen behauptet!!! Unsere Kinder lernen Tag täglich 8 Stunden über den Computer zuhause und müssen vieles in Eigenverantwortung koordinieren und haben zudem keine Kontakte und Freuden im Leben wie wir sie hatten.....ausgehen, Freunde treffen, Geburtstage feiern, Festivals, Unbekümmert erwachsen werden.....dass was wir alles hatten und jetzt nennen einige Erwachsene unsere Kinder und Jugendliche Covid Idioten.....denkt vorher mal nach bevor ihr was sagt und schreibt!!!!
26.03.2021 20:46
zurück an den start
Leider versagt das Bildungsministerium zur Zeit komplett. Warum hat die Politik nicht den Mumm einfach zu sagen wir schreiben jedem der zur Zeit eine Schule besucht ein Pensionsjahr gut und wir beginnen im Herbst von Vorne und jeder wiederholt das Jahr so verliert keiner was auf die Lebenszeit gesehen. Die Schüler würden alle profitieren, denn dass Schuljahr 2020/21 ist einen einzige Kstastrophe. Wir brauchen keine Covididioten sondern junge Menschen die in der Schule was gelernt haben. Also bitte mehr Mut Herr Minister
28.03.2021 21:55
Tut mir leid ich verstehe ihre Sichtweise nicht so ganz ich besuche derzeit die 1. Klasse der HTL in Hallstatt und finde es einfach eine Frechheit, wenn alle das ganze Schuljahr wiederholen müssten. Ich habe dieses Jahr so viel neues gelernt und finde die Bezeichnung Covidioten etwas unpassend.