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Leserartikel Marlis Schlatte, 02.06.2021 11:25

LINZ. Auch wenn die ersten Tage nach dem Start der Freibadsaison nicht gerade mit warmen Temperaturen gesegnet waren und nur vereinzelt ein Badegast zu sehen war, hielten sie die Stellung: Die Bademeister. Was sind eigentlich ihre Aufgaben und wie behalten sie den Überblick an einem Hochsommertag? Tips besuchte die Bademeister in den beliebtesten Bädern der Linzer.

Bade- und Saunameister Peter Draxler im Hummelhofbad. Foto: Tips/Schlatte
  1 / 3   Bade- und Saunameister Peter Draxler im Hummelhofbad. Foto: Tips/Schlatte

Auch wenn an Schlechtwettertagen der große Ansturm auf die Freibäder ausbleibt, gibt es einiges für die Bademeister zu tun. Denn ihr Job ist nicht immer nur, einen Blick auf die Schwimmbecken und Rutschen zu haben, sondern noch einiges mehr: Das Kontrollieren der Filteranlagen, die Hygiene des Wassers und das Pflegen der Grünanlagen gehören hier beispielsweise dazu. Das Wichtigste ist aber, vor allem für Ordnung und Sicherheit im Wasser und auch rundherum zu sorgen. Im Linzer Parkbad ist einer von sechs Bademeistern im Dienst Philipp Pesendorfer. Er ist bereits seit 2008 als Bademeister im Parkbad tätig. „Eigentlich komme ich aus dem Bereich der Gastro. Ich hab dann die Stelle als Bademeister ausgeschrieben gesehen und dachte mir, ich nutze die Chance, um mal etwas anderes zu probieren!“

Gegenseitiger Respekt

Der heute 36-Jährige hat somit viel Erfahrung im Umgang mit den Badegästen: „Mit einer Jugendgruppe muss man zum Beispiel versuchen, auf Augenhöhe zu reden. Natürlich, wenn sie im Becken sind und ich am Rand über ihnen stehe, taugt ihnen das nicht. Da ist schon mal der erste Ansatz, sich hinzuhocken, um ihnen Aug in Aug zu erklären, dass sie mehr Rücksicht auf die anderen Badegäste nehmen müssen.“ Und den aufgebrachten Repekt bekommt Philipp Pesendorfer dann wiederum auch zurück. „Man baut sich da was auf mit denen. Die kommen ja nicht nur einmal und beim nächsten Mal weiß man dann schon von beiden Seiten, was Sache ist!“, erklärt er. Der 31-jährige Patrick Deubl ist für die Aufsicht im Schörgenhubbad zuständig. Wie viele Bademeister begann auch er als Saisonkraft und wurde dann 2016 vom Betrieb übernommen. Vier Bademeister im Hallenbad und zwei im Freibad führen normalerweise gemeinsam den Dienst. Gerade wenn viel los ist, sitzt er nicht nur am selben Platz, sondern dreht seine Runden um die Becken, damit er nirgends gefährliche Situationen übersehen kann.

Rechtzeitiges Deeskalieren

Über mehr als 800 Badegäste in der Halle und 1.500 im Freibad muss an Tagen des Hochbetriebs im Schörgenhubbad, im Linzer Stadtgebiet Kleinmünchen, der Überblick behalten werden.Wie dabei gröbere Unfälle vermieden werden können, steht für alle Bademeister fest: schon im Vorhinein möglichst viele Gefahren unterbinden und Situationen beruhigen, bevor sie eskalieren. Somit kann sowohl die Kontrolle als auch die Sicherheit der Gäste bewahrt werden. „Am meisten passiert eigentlich gar nicht im Wasser selbst, sondern eher rundherum. Vom Pflaster für eine Schürfwunde über den Bienenstich oder wenn ein Kind die Eltern verloren hat – das sind so die häufigsten Wehwehchen der Badegäste“, erzählt Peter Draxler. Er ist seit 2010 Sauna- und Bademeister im Linzer Hummelhofbad, nachdem er bereits im Biesenfeldbad in Urfahr als Masseur tätig war. Nach dem ersten Lockdown letzten Jahres merkte er schon teilweise das zurückhaltendere Verhalten der Badegäste. „Nur bei den Kindern war das natürlich nicht der Fall. Denen kannst du nicht so einfach erklären, dass sie dieses und jenes nicht angreifen oder dem anderen Badegast nicht zu nahe kommen dürfen.“

Bad als sozialer Treffpunkt

Was man aber den Gästen, egal ob im Freibad oder wie an den ersten regnerischen Tagen nach der Wiedereröffnung im Hallenbad, deutlich anmerkt, ist die Freude über die Rückkehr zum gemeinsamen Wiedersehen und sozialen Treffpunkt nach der langen Zeit zu Hause. Philipp Pesendorfer ist zuversichtlich für den kommenden Sommer: „Im Winter am Eislaufplatz war alles ein bisschen chaotisch mit dem ständigen Auf- und wieder Zusperren. Aber ich glaube, jetzt wird alles wieder entspannter ablaufen. Jeder freut sich auf ein gutes Wetter und ein besseres Gemüt der Gäste zeigt sich dadurch auch. Auch ich freue mich natürlich auf die startende Sommersaison im Freibad.“


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